DIE VON EINER RADTOUR BEANSPRUCHTEN MUSKELN DER UNTEREN GLIEDMASSE

Du weisst bereits, dass die unteren Gliedmaße durch das Rennrad beansprucht werden... das ist also nicht Neues.

Allerdings muss man verstehen, dass das Treten mehrere Phasen umfasst: es sind nicht dieselben Muskeln, die in den verschiedenen Schritten eingesetzt werden.

Lass uns gemeinsam eine vollständige Umdrehung des Pedals entschlüsseln und die zu dieser Bewegung erforderlichen Muskeln beleuchten.

PHASE 1: DER SCHUB (BLAU)

In der ersten Phase ist der Fuß im Abgang, was zunächst die Dehnung des Oberschenkels und dann des Beins bewirkt.

Die für diese beiden Bewegungen erforderlichen Muskeln sind die Streckmuskeln des Knies, also die vier Muskeln des Quadrizeps (innerer Musculus vastus, äußerer Musculus vastus, Musculus vastus intermedius und Musculus rectus femoris), aber auch die des Gesäßes (Musculus gluteus maximus, Musculus glueus medius, Musculus gluteus minimus).

Welche Muskeln werden durch das Radfahren beansprucht?

PHASE 2: DER UNTERE TOTPUNKT (GELB)

Die Verbesserung der Tritttechnik soll die Totpunkte so weit wie möglich reduzieren. In der zweiten Phase beginnst du mit einer Neigung des Beins und streckst dann den Fuss in einem Zug nach hinten verbunden mit dem Beginn des Anhebens des Knies.

Dazu beanspruchst du die Kniebeuger: die hinteren Oberschenkelmuskeln, die halbsehnige Sehne (semitendinosus tendon),  den Musculus semimembranosus, den Oberschenkelbizeps, aber auch den Musculus triceps surae, der aus dem Musculus soleus und dem Musculus gastrocnemius besteht.

 

PHASE 3: DAS ANHEBEN

Das im vorigen Schritt begonnene Anheben des Knies wird fortgesetzt, wobei der Fuß sich weiter neigt. Dies ist die Beugung des Oberschenkels und des Beins.

Die in dieser Phase eingesetzten Muskeln sind die gleichen wie die der vorhergehenden Phase.

 

PHASE 4: DER OBERE TOTPUNKT (GRÜN)

Bei der letzten Phase der gesamten Umdrehung des Pedals ist der obere Totpunkt der der Wiederaufnahme des Vorwärtsstoßes. Du streckst dein Bein und den Fuß, was durch die vordere Beinmuskulatur, insbesondere den vorderen Schienbeinmuskel bewirkt wird.

Unser Tipp: Um den Übergang zwischen den beiden Totpunkten zu erleichtern, müssen der Vorwärtsschub durch das angehobene Bein und der Rückwärtsschub durch das abgesenkte Bein synchronisiert werden. Diese Koordination mindert den Energieverlust im Laufe dieser Phasen.

Weitere Muskeln: der Lendenmuskel, der Hüftmuskel, der Schenkelbindenspanner und der Schneidermuskel ergänzen die zuvor von den genannten Muskeln ausgeführten Bewegungen und wirken sich auf die Hüfte bzw. das Knie aus.

Schau dir die Vorder- und Rückansichten dieser Bilder an, um alle Muskeln der unteren Gliedmaßen zu sehen, die beim Radfahren eingesetzt werden.

DURCH DAS RADFAHREN WERDEN DIE MUSKELN DER OBEREN GLIEDMASSEN BEANSPRUCHT

Was man oft vergisst, ist, dass beim Radfahren auch die Muskeln der oberen Gliedmaße beansprucht werden. Sie werden sicherlich weniger beansprucht, aber auch die Muskeln des Oberkörpers sind für den Radsport nützlich.

In diesen Situationen nutzt du die Muskeln der oberen Gliedmaßen:

 Wenn du am Lenker ziehst: dabei werden die Beugemuskeln des Ellbogens (Musculus biceps brachii), der Bizeps), aber auch der Trizeps sowie der große Brustmuskel, der Deltamuskel und der Fingerbeuger eingesetzt.

 Bei einem Sprint oder in stehender Haltung: die gleichen Muskeln werden zur Übertragung der Kraft auf das Fahrrad verwendet.

 Um einen Schock abzufedern: Trizeps und Bizeps werden abwechseln beansprucht.

Diese Muskeln kommen beim Mountainbiken noch stärker zum Einsatz, da die Unterarme, die Schultern, die Halsmuskeln und die Fingerbeuger zur Steuerung auf dem Gelände genutzt werden.

Welche Muskeln werden durch das Radfahren beansprucht?

BAUCH- UND RÜCKENMUSKELN, DIE BEIM RADFAHREN NOTWENDIG SIND

Diese Muskeln dienen nicht der Bewegung, sondern der Unterstützung bei deiner Anstrengung. Sie ermöglichen den Halt des Beckens und stärken die Wirbelsäule.

Die hierbei am meisten beanspruchten Muskeln sind die Lendenmuskeln (Musculus psoas und Musculus quadratus lumborum) aber auch die Bauchmuskeln (Musculus obliquus internus abdominis, Musculus obliquus externus abdominis, der Musculus transversus abdominis und der Musculus rectus abdominis).

Die Lage dieser Muskeln ist auf der Abbildung der Bauchmuskeln zu erkennen.

Nun verstehst du den Nutzen der Kraftübungen für diese Körperbereiche besser, insbesondere die empfohlenen regelmäßigen Aufbauübungen.

Unser Tipp: vergiss nicht, diese Muskeln, die bei den Dehnungsübungen oft vergessen werden, zu dehnen.

DIE FÜR DIE ATMUNG BEANSPRUCHTEN MUSKELN

Der hauptsächlich von der Atmung beanspruchte Muskel ist das Zwerchfell, dass das Volumen des Brustkorbs durch seine Kontraktion erhöht. Diese Ausdehnung des Brustkorbs erzeugt einen Luftsog, der die Lunge mit wertvollem Sauerstoff füllt, der für die Kraftanstrengung erforderlich ist.

Andere Muskeln wiederum werden bei schwacher Atmung wenig beansprucht, sind jedoch bei tiefem Einatmen sehr wichtig. Dies sind insbesondere die Zwischenrippenmuskeln.

Der letzte Muskel, der aufgrund seiner Bedeutung beim Radfahren unbedingt genannt werden muss ist das Herz, das das Blut durch deinen gesamten Körper transportiert. Wie alle Muskeln entwickelt er sich mit der Übung und sollte regelmäßig trainiert werden.

Unser Körper enthält sechshundert Muskeln, die obige Liste ist also nicht umfassend. Und bei einer Gruppenfahrt arbeiten wahrscheinlich noch die Zungenmuskeln, um das Radtraining aufzulockern.

Welche Muskeln werden durch das Radfahren beansprucht?

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