so sattelst du dein pferd richtig

Pferd richtig satteln: Komfort für Reiter und Pferd

Reiten ist ohne Zweifel eine der schönsten Arten, Zeit mit deinem Pferd zu verbringen. Doch bevor du dich in den Sattel schwingst, steht ein entscheidender Schritt an: das richtige Satteln deines Pferdes.

Ein gut sitzender Sattel sorgt nicht nur für einen angenehmen Ausritt, sondern ist auch essenziell für die Gesundheit deines Pferdes. Doch wie genau sattelst du deinen Vierbeiner richtig? Wo und wie sollte der Sattelliegen und was kann passieren, wenn du dein Pferd nicht korrekt sattelst?

Das musst du wissen: Der Pferdesattel

Der Sattel ist nicht einfach nur eine Sitzgelegenheit für den Reiter, sondern ein wichtiger Teil der Reitausrüstung. Er sorgt dafür, dass das Gewicht des Reiters gleichmäßig auf dem Pferderücken verteilt wird, sodass dein Pferd keine schmerzhaften Druckstellen oder Verspannungen bekommt.

Ein Sattel besteht aus verschiedenen Teilen. Der Sattelbaum stabilisiert den Sattel, während das Polster den Komfort für das Pferd verbessert. Mit einem Gurt wird der Sattel am Pferd fixiert.

Aber nicht jeder Sattel passt zu jedem Pferd. Es gibt verschiedene Sattelarten, die je nach Reitdisziplin, Pferdetyp und Größe gewählt werden. Zu den wichtigsten gehören dabei der Dressursattel, der Springsattel, der Rennsattel, der Vielseitigkeitssattel oder der Western-Sattel.

Entsprechend ihrem Einsatzgebiet weisen die Sattel verschiedene Eigenschaften auf. Sie unterscheiden sich unter anderem im Gewicht, in der Größe, in der Polsterung und dem Aufbau.

Westernsattel und Dressursattel

5 Schritte: Wie sattelt man ein Pferd richtig?

Unabhängig von der Sattelart gibt es dennoch einige grundlegende Schritte, die du beachten musst, wenn du dein Pferd richtig satteln möchtest. Dazu gehören:

  • Pferd vorbereiten: Bevor du mit dem Satteln beginnst, solltest du sicherstellen, dass dein Pferd sauber und trocken ist. Gerade der Bereich, in dem der Sattel aufliegt, muss frei von Schmutz und Staub sein, um Scheuerstellen zu vermeiden. Am besten bürstest du dein Pferd gründlich, besonders den Rücken und den Bauch, wo der Gurt entlangläuft.
  • Satteldecke auflegen: Beginne mit der Satteldecke, die auch Schabracke genannt wird. Diese schützt das Pferd vor Druckstellen und fängt den Schweiß auf. Lege die Decke etwas weiter vorn auf den Widerrist und ziehe sie dann nach hinten, sodass die Haare deines Pferdes in die richtige Richtung gelegt werden und keine Falten entstehen.
  • Sattel auflegen: Jetzt legst du den Sattel vorsichtig auf die Satteldecke. Beginne vorn und schiebe ihn dann sanft in die richtige Position, nach hinten. So verhinderst du, dass sich die Haare des Pferdes unter dem Sattel aufstellen.
  • Sattelgurt anlegen: Sobald der Sattel in der richtigen Position liegt, befestigst du den Sattelgurt. Ziehe den Gurt zuerst nur locker an, um deinem Pferd Zeit zu geben, sich daran zu gewöhnen. Viele Pferde spannen ihren Bauch an, wenn der Gurt plötzlich angezogen wird. Deshalb solltest du nach ein paar Minuten noch einmal nachgurten, sobald sich dein Pferd entspannt hat.
  • Kontrolle: Bevor du losreitest, überprüfe noch einmal, ob alles richtig sitzt. Der Gurt sollte fest genug sein, dass der Sattel nicht verrutscht. Er darf aber auch nicht zu fest anliegen, sodass dein Pferd frei atmen kann.

Der Sitz des Sattels ist einer der wichtigsten Aspekte beim Reiten, da er direkten Einfluss auf den Komfort und die Gesundheit deines Pferdes hat. Doch wie erkennst du, ob der Sattel richtig aufliegt? Folgende Komponenten des Sattels solltest du dabei besondere Aufmerksamkeit schenken:

  • Sattelbaum: Der Sattelbaum, das "Grundgerüst" des Sattels, sollte das Gewicht des Reiters gleichmäßig auf den Pferderücken verteilen. Achte darauf, dass der Sattel nicht auf der Wirbelsäule deines Pferdes aufliegt. Es sollte genügend Freiraum zwischen der Sattelkammer und dem Widerrist sein. Ein guter Test ist es, deine Hand zwischen Widerrist und Sattel zu schieben. Du solltest dabei zwei bis drei Finger Platz haben.
  • Polsterung: Die Polster des Sattels sollten gleichmäßig auf beiden Seiten des Pferderückens aufliegen. Wenn du merkst, dass eine Seite stärker belastet wird als die andere, liegt der Sattel vermutlich schief auf oder passt nicht optimal zu deinem Vierbeiner.
  • Bewegungsfreiheit: Dein Pferd muss sich unter dem Sattel frei bewegen können. Wenn der Sattel zu nah an den Schultern liegt, kann das die Bewegung der Vorderbeine einschränken. Lasse dein Pferd einige Schritte gehen und beobachte, ob es sich locker bewegt. Wenn nicht, könnte der Sattel zu weit vorn liegen.

Die richtige Position: Wie weit vorne sollte ein Pferdesattel sein?

Tatsächlich legen einige Reiter den Sattel zu weit vorn auf. Die Folge: Die Bewegungsfreiheit des Pferdes wird eingeschränkt.

Der Sattel sollte daher etwa zwei Fingerbreit hinter dem Widerrist deines Pferdes liegen. Diese Position sorgt dafür, dass der Sattel das Gewicht optimal verteilt, ohne die Schulterbewegungen deines Pferdes zu blockieren.

Ein zu weit hinten liegender Sattel hingegen belastet die Lendenpartie, was ebenfalls die natürlichen Bewegungen des Tieres behindert.

Prestige Pferd satteln

Ein falsch sitzender Sattel: Mögliche Folgen

Ein falsch sitzender Sattel kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Wenn der Sattel nicht richtig sitzt, kann das Reiten für dein Pferd zur Qual werden. Zu den häufigsten kurz- und langfristigen Folgen eines falsch sitzenden Sattels zählen:

  • Druckstellen: Durch einen falsch sitzenden Sattel kann es zu Druckstellen kommen, die zu schmerzhaften Entzündungen führen. Besonders sensibel ist der Bereich des Widerrists und der Wirbelsäule.
  • Rückenschmerzen: Ein schlecht sitzender Sattel kann langfristig zu Verspannungen und Rückenschmerzen bei deinem Pferd führen. Dies äußert sich oft in Verhaltensänderungen wie Unruhe beim Reiten, Abwehr gegen den Sattel oder sogar Bocken und Steigen.
  • Verhaltensprobleme: Pferde, die regelmäßig mit einem nicht richtig sitzenden Sattel geritten werden, zeigen oft Verhaltensprobleme. Sie sind unruhig beim Aufsatteln, verweigern bestimmte Bewegungen oder reagieren empfindlich auf Druck. Diese Verhaltensänderungen sind oft ein klares Zeichen dafür, dass dein Pferd Schmerzen hat.
  • Bewegungseinschränkungen: Ein falsch liegender Sattel kann die Bewegungsfreiheit deines Tieres stark einschränken. Die führt zu einem ungleichmäßigen oder steifen Gang, was langfristig die Muskulatur und die Gelenke deines Pferdes schädigt.

Fazit

Das richtige Satteln deines Pferdes ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Gesundheit deines Vierbeiners. Ein gut sitzender Sattel sorgt dafür, dass du und dein Pferd den Ausritt genießen können, ganz ohne Schmerzen oder Einschränkungen. Achte daher unbedingt darauf, dass der Sattel gleichmäßig und nicht zu weit vorn aufliegt.

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