Campingküche: Welcher Campingkocher ist der beste?

Ein guter Campingkocher, mit oder ohne Gas, ist beim Campen oder Trekking unverzichtbar. Finde jetzt heraus, welcher Campingkocher sich lohnt.

Campingküche: Welcher Campingkocher ist der beste?

Wer zum Zelten oder Campen in die freie Natur fährt oder seinen Sommerurlaub gerne auf dem Campingplatz verbringt, weiß um die Vorteile des Selbstkochens. So ist ein selbstgekochtes Essen in der Regel deutlich günstiger als auswärts zu essen. Außerdem weißt du so genau, was letztendlich auf deinem Teller landet. Statt teurer Restaurantbesuche stehen beim Camping und Trekking daher häufig selbst zubereitete Mahlzeiten auf dem Speiseplan. Ein kompakter, leistungsstarker Campingkocher ist die perfekte Lösung, um auch unterwegs lecker, gesund und schnell kochen zu können – und sollte daher in keiner Camping- oder Trekkinggrundausstattung fehlen. In diesem Artikel erfährst du, wie du den individuell besten Campingkocher findest, worin die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen bestehen und was du bei der anschließenden Nutzung beachten solltest.

Gas, Spiritus oder Benzin: Überblick über die verschiedenen Brennstoffe beim Campingkocher 

Campingkocher können mit verschiedenen Brennstoffen betrieben werden. Neben dem klassischen, auf Campingplätzen weit verbreiteten Gaskochern gibt es auch Campingkocher ohne Gas. Stattdessen kommen hier flüssige Brennstoffe wie Spiritus und Benzin oder auch feste Materialien wie Holz zum Einsatz. Abgesehen davon gibt es auch kleine elektrisch betriebene Kocher oder Herdplatten. Welche Art von Campingkocher deinen Bedürfnissen am ehesten entspricht, hängt unter anderem von den folgenden Faktoren ab:

1. Campingerfahrung:
Während sich gas- oder spiritusbetriebene Kocher oder elektrische Herdplatten aufgrund ihres einfachen Handlings besonders für Anfänger eignen, solltest du für die Nutzung eines Holz- oder Benzinkochers bereits etwas Übung im Umgang mit Campingkochern haben.

2. Witterung:
Darüber hinaus spielen auch das Wetter und die Jahreszeit bei der Wahl des Brennstoffs eine entscheidende Rolle. So nimmt die Leistung von Gaskochern bei niedrigen Temperaturen tendenziell ab und elektrisch betriebene Modelle dürfen nur in trockenen Umgebungen genutzt werden.

3. Verfügbarkeit:
Während Benzin und Spiritus im Grunde genommen weltweit erhältlich sind, sind die passenden Gaskartuschen vor allem außerhalb Europas oft nur schwer zu bekommen.

4. Reiseart:
Große Gasflaschen oder Elektrokocher kommen ausschließlich dann infrage, wenn du mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs bist. Für mehrtägige Wanderungen, Rad- oder Motorradtouren, bei denen du dein Gepäck selbst transportieren musst und häufig in der freien Natur ohne Strom und fließend Wasser übernachtest, sind andere Brennstoffe hingegen besser geeignet.

Gaskocher: Die beliebten Klassiker

Bei den meisten mobilen Brennern und Kochern, die beim Zelten und Campen genutzt werden, handelt es sich um Modelle, die mit Flüssiggas gefüllt sind. Gaskocher sind leicht in der Handhabung, ebenso einfach zu reinigen und produzieren keinen Ruß oder unangenehme Gerüche. Daher ist Gas in der Regel der Brennstoff der Wahl bei Campingplatzurlaubern und Camping-Neulingen. Für das Trekking in hochgelegenen Bergregionen oder Reisen in entfernte Länder sind Gaskocher jedoch nur eingeschränkt zu empfehlen, da die Kartuschen, die für den Betrieb des Kochers benötigt werden, gerade im Ausland nicht überall erhältlich sind. Hinzu kommt, dass ihre Leistung bei niedrigen Temperaturen deutlich nachlässt. Denn je nach Modell enthalten Gaskartuschen eine Mischung aus Butan, Isobutan und Propan, entzündliche Gase, die jeweils andere Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Um ein Gas entzünden und als Brennstoff nutzen zu können, muss es zunächst verdampfen. Dies geschieht dann, wenn der so genannte Siede-, Koch- oder Verdampfungspunkt erreicht ist. Hierunter versteht man den Temperaturwert, ab dem ein Stoff vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht. Propan und Isobutan haben vergleichsweise niedrige Siedepunkte (-40 °C und -12 °C) und können daher auch bei Minustemperaturen zum Kochen verwendet werden. Das Problem: Damit die Stoffe bei Nichtbenutzung des Kochers in der Kartusche verbleiben, ist sehr viel Druck vonnöten, was sich negativ auf das Gewicht der Kartuschen auswirkt. Butangas ist zwar wesentlich leichter, verdunstet jedoch erst ab -1 Grad und kann, da die Kartusche während des Verdampfungsvorgangs um weitere 5 Grad abkühlt, somit nur bei Plusgraden (ab ca. 4 °C) verbrannt werden. Planst du eine Tour im Winter oder in kältere Wandergebiete solltest du dich also für eine Gaskartusche mit hohem Propananteil entscheiden. Gaskartuschen unterscheiden sich außerdem in ihrer Größe 110 g, 230g oder 450g) und der Art der Montage (Stechgaskartusche vs. Schraubventil). Vertikalkartuschen werden mit einem universellen 7/16″ x28 UNEF-Gewinde (auch EN 417 genannt) auf den Gaskocher geschraubt und können, selbst wenn sie noch nicht ganz leer sind, anschließend separat aufbewahrt werden. Anders verhält es sich mit den so genannten Stechgaskartuschen: Da sie keinen extra Verschluss haben, können sie erst dann aus dem Kocher entfernt werden, wenn das Gas komplett aufgebraucht ist. Mithilfe eines Adapters können Stechgaskartuschen aber auch in Kombination mit Kochern verwendet werden, die eigentlich für Schraubkartuschen konzipiert wurden. Bist du mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs, kannst du ggf. auch auf größere Gasflaschen zurückgreifen.

Spiritus: Die günstige Gas-Alternative

Anders als Gas kann Brennspiritus nahezu überall nachgekauft werden und ist somit eine gute Alternative für alle, die auf der Suche nach einem Campingkocher sind, der auf der einen Seite einfach zu bedienen ist, auf der anderen Seite aber auch im Ausland ohne Schwierigkeiten neu befüllt werden kann. Darüber hinaus überzeugt Spiritus mit einem geringen Eigengewicht und einem günstigen Preis. Verglichen mit anderen Campingkochern fällt die Heizleistung beim Spiritus-Kocher jedoch eher niedrig aus.

Benzinkocher: Leistungsstark und temperaturbeständig

Benzin punktet sowohl mit einer hohen Leistung als auch mit einer äußerst flexiblen Anwendbarkeit. So sind Benzinkocher weitgehend unempfindlich gegenüber niedrigem Luftdruck oder kalten Temperaturen. Genau wie Spiritus ist auch Benzin in nahezu allen Teilen der Welt erhältlich. Dafür sind Bedienung, Reinigung und Wartung von Benzinkochern relativ kompliziert, weswegen diese Art von Campingkochern ausschließlich für fortgeschrittenere Camper infrage kommt.

Back to nature: Holzbetriebene Campingkocher

Preiswert, kompakt… und 100 % Natur – Holzkocher sind die perfekte Kochmöglichkeit für campingerfahrene Outdoorfans, die möglichst authentisch und naturnah kochen möchten. Als Brennstoff kommen hierbei Reisig oder auch kleine Zweige zum Einsatz, wodurch sich die Kosten für den Betrieb eines Holzkochers in Grenzen halten. Bedenke jedoch, dass sich die Hitze hier, ähnlich wie bei einem Lagerfeuer, nur schwer regulieren lässt und sich wilde Tiere oder andere Menschen durch den entstehenden Rauch eventuell gestört fühlen. Auch ist es in vielen Gegenden verboten, außerhalb offizieller Feuerstellen Holz zu verfeuern. Das gilt insbesondere für trockene Wälder (Waldbrandgefahr).

Trockenbrennstoffkocher: Die Mini-Kochstelle für zwischendurch

Bei den so genannten Trockenbrennstoffkochern handelt es sich um leichte, grillähnliche Gestelle, auf denen du beispielsweise einen kleinen Topf oder Kaffeebecher erhitzen kannst. Ihre Brennleistung ist allerdings sehr gering, sodass sich ihre Anwendung auf Notfälle oder kleinere Tagestouren beschränkt.

Elektrische Kocher – für pragmatische Campingplatzbesucher

Elektrokocher kommen ohne zusätzliche Brennstoffe aus und sind von allen Kochern mit Abstand am einfachsten zu bedienen. Schließlich unterscheidet sich das Erhitzen von Speisen auf einer elektrischen Herdplatte nicht wesentlich vom Kochen am heimischen Herd. Jedoch bist du mit einem elektrisch betriebenen Kocher immer auf das Vorhandensein einer Stromquelle angewiesen. Eine autarke Versorgung ist somit nicht möglich. Aus diesem Grund sind die oft sperrigen Campingkocher zum Trekken oder Wandern nicht geeignet. Zudem muss ein Elektrokocher stets vor Regen und Feuchtigkeit geschützt werden. Zu guter Letzt fehlt vielen die typische „Campingatmosphäre“, die beim Kochen über einer Flamme entsteht.

Weitere Kaufkriterien: So findest du DEINEN Campingkocher 

Neben der Art der Energiegewinnung gibt es noch weitere Kriterien, die du beim Kauf eines Campingkochers berücksichtigen solltest, ehe du dich für ein bestimmtes Modell entscheidest:

- Gewicht und Packmaß: Ein Trekkingkocher sollte möglichst leicht und kompakt sein und sich leicht von A nach B tragen lassen. Bist du hingegen mit dem Wohnmobil, Wohnwagen oder Camper unterwegs kannst du Gewicht und Größe eine geringere Priorität einräumen – und dich beispielsweise auch für einen großen Tischkocher entscheiden oder dir mehrere Kochstellen einrichten.

- Effizienz: Achte unbedingt auf eine gute Leistung. Schließlich willst du keine Stunden warten, bis dein Essen heiß ist. Zu diesem Zweck lohnt sich auch die Anschaffung von speziellem Kochgeschirr, das eigens für die Bedürfnisse von Campern und Wanderern entwickelt wurde.

- Verarbeitung: Ein guter Campingkocher sollte aus robusten Materialien bestehen. Ein plötzliches Umkippen sollte, auch bei Belastung, ausgeschlossen sein. Hierbei gilt: Qualität hat ihren Preis. Spare also nicht an der falschen Stelle.

- Handling: Egal ob du dich für einen Campingkocher mit oder ohne Gas entscheidest: Der Kocher sollte nicht nur einfach zu bedienen, sondern ebenso leicht aufzubauen und zu reinigen sein.

Tipps für die Nutzung eines Campingkochers 

Tipp 1: Die meisten Campingkocher sind ausschließlich für die Verwendung im Freien gedacht. Nur Elektrokocher und wenige gasbetriebene Modelle können auch in Innenräumen genutzt werden. In diesem Fall ist eine gute Belüftung das A und O. Außerdem solltest du deinen Campingkocher immer auf einem feuerfesten Untergrund platzieren.

Tipp 2: Vor jeder Nutzung empfiehlt es sich, den Kocher auf mögliche Defekte hin zu überprüfen. Verschmutze Kocher müssen außerdem entsprechend gereinigt werden. Das gilt insbesondere für benzinbetriebene Modelle.

Tipp 3: Vor allem wenn du über einer „Flamme“ kochst, solltest du deinen Campingkocher nie unbeaufsichtigt lassen.

Tipp 4: Wegen der hohen Waldbrandgefahr ist im Sommer und in trockenen Gebieten höchste Vorsicht geboten. Im Zweifelsfall solltest du lieber auf die Nutzung des Kochers verzichten.

Tipp 5: Brennstoffbehälter sollten möglichst kühl gelagert und keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

Tipp 6: Um Unfällen und Verletzungen vorzubeugen, sollten sich Kinder und Tiere (wie z.B. Hunde) nie in der unmittelbaren Nähe des eingeschalteten oder brennenden Kochers aufhalten.

Tipp 7: Bei Flugreisen dürfen Campingkocher nur im Koffer (nicht im Handgepäck) transportiert werden. Die Mitnahme von Brennstoffen ist gänzlich verboten.

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