Kann man sich auch ohne Aufwärmen dehnen?
Natürlich ist es möglich, sich ohne großes Warm-up in eine Dehnposition zu begeben, besonders wenn du jung, beweglich und vielleicht ohnehin schon gut in Form bist. Aber nur weil es geht, heißt das nicht, dass es gut ist.
Beim Dehnen ohne Aufwärmen ist dein Muskel in einem eher kalten, unvorbereiteten Zustand. Er ist weniger elastisch, weniger durchblutet und dadurch anfälliger für Überlastung oder sogar Verletzungen.
Der Vergleich mit einem Gummiband trifft es am besten. Ist es warm, dehnst du es problemlos. Ist es kalt, kann es leichter reißen. Dein Muskel funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip. Auch wenn du wenig Zeit hast: Ein paar Minuten zum Aufwärmen vor dem Dehnen lohnen sich immer.
Die Gefahren: Dehnen ohne Aufwärmen
Wer sich regelmäßig dehnt ohne Aufwärmen, riskiert mehr als nur ein kurzes Ziehen im Muskel. Zu den größten Risiken zählen:
- Muskelzerrungen oder kleine Faserrisse
Ein kalter Muskel kann abrupt überdehnt werden. Das kann zu schmerzhaften Mikroverletzungen führen. Die Heilung dauert und stört dein Training.
- Geringerer Dehneffekt
Ohne Aufwärmen ist die Muskelspannung höher. Das bedeutet: Du erreichst gar nicht erst die Tiefe in der Dehnung, die du mit etwas Vorbereitung locker schaffen würdest.
- Verletzungsgefahr an Sehnen und Bändern
Nicht nur Muskeln, auch Gelenke und Sehnen sind im kalten Zustand empfindlicher. Dehnen ohne Warm-up kann zu Reizungen oder Überdehnungen führen, hauptsächlich in sensiblen Bereichen wie Knie oder Schulter.
- Keine optimale Vorbereitung auf Bewegung
Wenn du dich vor dem Sport dehnen willst, ohne dich vorher aufzuwärmen, bringt es dir wenig. Dein Körper benötigt Aktivität, um in den „Bewegungsmodus“ zu kommen. Erst dehnen oder aufwärmen? Die Antwort ist klar: Immer erst aufwärmen!