Jeder Reiter, jede Person, die Umgang mit Pferden hat, verbringt mindestens einmal im Leben lange Minuten, ja sogar Stunden damit, das Pferd zum Einsteigen in den Hänger oder Transporter zu bewegen. Womöglich regnet es an dem Tag sogar, was das Unterfangen noch „spannender“ macht. Kein angenehmer Gedanke, nicht wahr?

ABLAUF DES VERLADETRAININGS

Anders als häufig praktiziert, konzentriert man sich beim Verladetraining besser auf die Vorderseite des Pferdes als auf seine Hinterseite. Natürlich sollte man mit dem Training schon zeitig beginnen, damit das Pferd im Notfall und wenn die Zeit knapp ist, entspannt und zügig auf den Hänger geht. Möglicherweise muss man das Verladen einige Male üben, bis das Pferd sich wirklich wohl dabei fühlt. Lege deinem Pferd die Trense an, nimm einen langen Führstrick, hake ihn in den rechten Trensenring ein und führe den Strick über das Genick des Pferdes durch den linken Trensenring. Versieh seine Beine mit Schutzgamaschen, Transportgamaschen oder gepolsterten Bandagen. Du selbst solltest unbedingt Handschuhe tragen und eine Gerte griffbereit haben. 

 

Der Hänger sollte idealerweise in einem geschlossenen Bereich wie einem Reitplatz, einer Reithalle, einem rutschfesten Paddock o.ä. stehen, denn so kannst du dein Pferd schnell wieder einfangen, sollte es sich einmal losreißen. 

 

Wenn du sichergehen möchtest, dass das Pferd die Übung schnell versteht, beginne mit der Lektion „folge mir“: Sie bildet die Grundlage für die Bodenarbeit und das Vertrauensverhältnis zwischen dir und deinem Pferd und die weitere Übung fällt euch beiden dann leichter. 

 

Beginne damit, dein Pferd mit der Hinterhand weichen zu lassen, indem du an beide Seiten des Pferdes herantrittst. Beruhige es, wenn es nahe bei dir steht und lobe es ausgiebig, wenn es das Gewünschte tut. Indem du das Pferd seine Hinterhand weichen lässt, kannst du überprüfen, ob du in der Lage bist, die Ausrichtung des Pferdes zu kontrollieren, wenn es vor dir steht. Stell dich anschließend vor das Pferd und fordere es durch Antippen der Schulter mit der Gerte auf, einen Schritt vorwärtszugehen. Diese beiden Übungen lassen sich leicht erlernen und sind überaus hilfreich. Wenn das Pferd sie nicht begriffen hat, wiederhole sie ein paar mal. 

 

Wenn das Pferd dir folgt und aufmerksam auf deine Aufforderungen reagiert, stellt euch vor dem Hänger auf. Stell dich zwischen Hänger und Pferd, wobei deine Vorderseite zum Pferd und dein Rücken zum Hänger zeigt. Beruhige es, wenn es Zeichen von Angst zeigt, und frage die Übung von Neuem ab: Lass es die Hinterhand weichen, damit es ganz gerade vor dir steht. Wenn du ein Stück weit vom Hänger entfernt bist, fordere es durch Antippen der Schulter mit der Gerte auf, einen Schritt vorwärtszugehen. 

 

Nun könnt ihr in den Hänger einsteigen. Überprüfe, ob das Pferd gerade vor dir steht und korrigiere seine Hinterhand, wenn das nicht der Fall ist. Fordere es zum Vorwärtsgehen auf, damit es den Hänger betritt und hinter dir hineingeht. Du kannst die Übung ruhig in kleine Schritte unterteilen und jeden Schritt in die richtige Richtung belohnen. Auf diese Weise versteht das Pferd die Aufgabe noch besser und hat weniger Angst. Wenn das Pferd rückwärts aus dem Hänger hinausrennt, ziehe nicht am Strick, denn dadurch kann es sich den Kopf stoßen. Normalerweise macht der wie oben beschrieben eingefädelte Strick die Aufgabe leichter und das Pferd kann nicht allzu weit rückwärts gehen. Lass das Pferd so ruhig wie möglich aus dem Hänger gehen und wiederhole die Übung. Beruhige das Pferd, wenn es sich im Hänger befindet. 

 

Wiederhole die Übung ein paar mal, und dein Pferd wird begreifen, dass ein Hänger nichts ist, wovor es Angst zu haben braucht. 

 

ACHTUNG

Leg dich nicht mit deinem Pferd an, um es in den Hänger zu zwingen. Solange es kein Vertrauen hat, wird es ihn nicht besteigen. 

Tippe das Pferd nicht zu stark mit der Gerte an, wenn du es bittest, vorwärts zu gehen. Schließlich soll die Gerte keine Strafe sein.

Gibt deinem Pferd die Zeit, die es braucht, um sich mit der Aufgabe vertraut zu machen. Vielleicht denkst du, dass dies sehr lange dauert, aber am Ende gewinnst du Zeit, weil dein Pferd ganz problemlos in den Hänger steigt. 

Verlade dein Pferd in einem geschlossenen Bereich mit einem griffigen, rutschfesten Boden. So sorgst du für optimale Bedingungen und machst die Sache nicht noch schwieriger.

Bleib ruhig! Es nützt nichts, sich aufzuregen, denn dadurch verschlimmert sich die Situation noch und das Pferd bekommt (noch mehr) Angst.