Ein Mann nutzt die passenden Trekkingstöcke und Wanderstöcke

Was macht gute Trekkingstöcke aus? Teleskop, faltbar und Holz im Vergleich

Die Auswahl ist riesig: Teleskop Wanderstöcke, faltbare Wanderstöcke oder der klassische Wanderstock aus Holz - Was macht gute Trekkingstöcke aus?

Welche Vorteile bieten Trekkingstöcke?

Trekkingstöcke sind weit mehr als nur eine Gehhilfe. Sie verteilen das Körpergewicht gleichmäßig auf alle vier Gliedmaßen, entlasten Knie, Hüfte und Rücken beim Abstieg um bis zu 30 Prozent und verbessern die Balance auf unebenem Gelände erheblich. Durch den aktiven Armeinsatz wird zudem der Oberkörper in die Bewegung einbezogen, was den Kalorienverbrauch um bis zu 20 Prozent steigert.

Besonders auf langen Touren mit Gepäck oder in anspruchsvollem Gelände machen sie einen spürbaren Unterschied.

Ein Mann nutzt Wanderstöcke aus Carbon

Können Trekkingstöcke bei Knieschmerzen helfen?

Ja, Trekkingstöcke können Knieschmerzen beim Wandern deutlich lindern. Besonders beim Abstieg, wo die Belastung auf die Kniegelenke am höchsten ist, nehmen die Stöcke einen erheblichen Teil des Drucks weg. Durch den aktiven Armeinsatz wird das Gewicht gleichmäßiger auf den gesamten Körper verteilt. Wer bereits unter Knieproblemen oder Arthrose leidet, profitiert besonders.

Die Stöcke ersetzen keine medizinische Behandlung, können das Wandern aber langfristig deutlich beschwerdefreier machen.

Zwei Personen haben mit Trekkingstöcken Spaß im Schnee

Sind Trekkingstöcke gut bei Osteoporose?

Ja, für Menschen mit Osteoporose sind Trekkingstöcke besonders empfehlenswert. Sie verbessern die Balance und reduzieren das Sturzrisiko auf unebenem oder rutschigem Untergrund erheblich. Im Falle eines Sturzes hilft die stabilisierende Funktion der Stöcke, Stürze abzufangen oder ganz zu vermeiden.

Gleichzeitig fördert das Wandern mit Stöcken die Knochendichte durch regelmäßige Belastung. Wer unter Osteoporose leidet, sollte die Nutzung von Trekkingstöcken mit dem behandelnden Arzt absprechen.

Was ist der Unterschied zwischen Trekking- und Wanderstöcken?

Wanderstöcke sind leichter, oft kürzer und für gemäßigte Touren auf gut ausgebauten Wegen ausgelegt. Trekkingstöcke sind robuster, stabiler und für mehrtägige Touren mit schwerem Gepäck in anspruchsvollerem Gelände konzipiert. Sie haben in der Regel ein besseres Dämpfungssystem, stabilere Griffe und sind für intensivere Dauerbelastung gebaut.

Im Alltag werden beide Begriffe häufig synonym verwendet, technisch sind Trekkingstöcke aber die belastbarere und vielseitigere Variante.

Welche Arten von Trekkingstöcke gibt es?

Je nach Einsatzgebiet werden unterschiedliche Arten von Stöcken genutzt. Alle Typen haben verschiedene Stärken, die man kennen sollte.

Personen haben Teleskop-Trekkingstöcke am Berg

Teleskop-Trekkingstöcke

Teleskopstöcke bestehen aus zwei bis drei ineinander schiebbaren Rohrsegmenten und lassen sich stufenlos auf die gewünschte Länge einstellen. Das macht sie besonders flexibel: beim Aufstieg kürzer, beim Abstieg länger einstellen.

Sie sind die am weitesten verbreitete Bauform und eignen sich durch ihre Vielseitigkeit für nahezu alle Gelände- und Wetterarten. Klemm- oder Drehverschlüsse halten die eingestellte Länge sicher, wobei Klemmverschlüsse bei Kälte und Feuchtigkeit zuverlässiger funktionieren.

Zwei Personen haben faltbare Trekkingstöcke

Faltbare Trekkingstöcke

Faltbare Stöcke lassen sich durch ein innenliegendes Zugseil auf ein sehr kompaktes Maß zusammenfalten und passen so in jeden Rucksack oder Koffer. Sie sind in der Regel leichter als Teleskopstöcke, aber in der Länge weniger flexibel einstellbar.

Ideal für Reisen und gelegentliches Wandern, wo ein geringes Packmaß wichtiger ist als maximale Einstellbarkeit. Wer häufig wandert und die Länge je nach Gelände anpassen möchte, ist mit Teleskopstöcken besser bedient.

Wanderstöcke aus Holz sind heute eher unüblich

Wanderstöcke aus Holz

Holzstöcke sind die klassischste Form des Wanderstocks und haben nach wie vor ihre Berechtigung. Sie sind robust, langlebig und haben durch ihre natürliche Dämpfung eine angenehme Haptik. Der Nachteil: Sie sind nicht höhenverstellbar und damit auf eine feste Körpergröße ausgelegt. Auch sind sie schwerer als Aluminium- oder Carbonmodelle.

Für entspannte Tagestouren und Wanderer, die keine Verstellmöglichkeit benötigen, sind sie aber eine preisgünstige und langlebige Option.

Worauf sollte man beim Kauf von Trekkingstöcken achten?

Beim Kauf von Trekkingstöcken lohnt es sich, gezielt auf diese Kriterien zu achten:

  • Material: Aluminium ist robust und günstig, Carbon leichter und stoßdämpfender, aber empfindlicher bei seitlichen Belastungen.
  • Griff: Korkgriffe absorbieren Schweiß und passen sich der Handform an. Schaumstoffgriffe sind weicher, Kunststoffgriffe günstiger aber weniger komfortabel.
  • Dämpfungssystem: Eine integrierte Dämpfung im Stockschaft reduziert die Stoßbelastung auf Handgelenk und Ellenbogen spürbar.
  • Verschlusssystem: Drehverschlüsse sind einfach zu bedienen, Klemmverschlüsse sitzen fester und sind zuverlässiger bei Kälte und Feuchtigkeit.
  • Tellergrößen: Kleine Teller für Erde und Fels, große Teller für Schnee und weichen Untergrund.

Eine Frau wandert mit Trekkingstöcken im Nebel

Wie groß sollten Trekkingstöcke sein?

Als Faustregel gilt: Der Ellenbogen sollte beim Aufsetzen des Stocks auf ebenem Boden einen rechten Winkel bilden. Als Orientierung für gängige Körpergrößen: 

  • bis 1,60 Meter etwa 105 bis 110 Zentimeter
  • 1,60 bis 1,70 Meter etwa 110 bis 115 Zentimeter
  • 1,70 bis 1,80 Meter etwa 115 bis 120 Zentimeter
  • ab 1,80 Meter etwa 120 bis 130 Zentimeter
Beim Aufstieg empfiehlt sich eine etwas kürzere, beim Abstieg eine etwas längere Einstellung.

Ein Paar wandert im Herbst mit Wanderstöcken

Was kosten gute Trekkingstöcke?

Gute Trekkingstöcke sind bereits ab etwa 20 bis 40 Euro pro Paar erhältlich und eignen sich für gelegentliche Touren. Im mittleren Segment zwischen 50 und 120 Euro findest du Modelle mit besserem Dämpfungssystem, komfortableren Griffen und robusterem Material.

Hochwertige Carbon-Trekkingstöcke für intensive Mehrtagestouren kosten zwischen 120 und 250 Euro pro Paar. Wer zwei- bis dreimal im Monat wandert, ist mit einem Paar im Bereich von 50 bis 100 Euro sehr gut aufgestellt.

Bei Decathlon erhältst du Trekkingstöcke der Marke Quechua bereits ab 9 Euro für den Einstieg, Modelle aus Aluminium für 25 Euro sowie leichte Carbonmodelle ab rund 40 Euro.

Eine Person hat Trekkingstöcke auf dem Berg in der Sonne

Wie lange halten Trekkingstöcke in der Regel?

Bei regelmäßiger Nutzung und sorgfältiger Pflege halten hochwertige Trekkingstöcke fünf bis zehn Jahre und länger. Verschleißteile wie Stockspitzen, Teller und Gummimanschetten lassen sich bei den meisten Modellen einfach und günstig austauschen, was die Lebensdauer erheblich verlängert.

Aluminiumstöcke sind dabei robuster gegenüber mechanischen Einwirkungen als Carbonstöcke, die bei starken Seitenbelastungen brechen können. Nach jeder Tour kurz auf Beschädigungen prüfen und die Stöcke trocken lagern verlängert die Haltbarkeit spürbar.

Wie läuft man mit Trekkingstöcken?

Die richtige Technik macht den entscheidenden Unterschied zwischen echter Entlastung und nutzlosem Mitschleppen. Führe die Hand von unten durch die Schlaufe und lege sie dann auf den Griff, sodass die Schlaufe das Handgelenk stützt. So kannst du mit weniger Kraft am Griff halten.

Beim Gehen setzt du den linken Stock gleichzeitig mit dem rechten Fuß auf und umgekehrt. Die Stöcke werden leicht nach hinten versetzt zum Boden abgestützt, nicht senkrecht darunter. Beim Aufstieg Stöcke kürzer einstellen und aktiv abdrücken, beim Abstieg etwas verlängern und gezielt vor dem Körper aufsetzen.

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