WAS IST GLUTEN?

Gluten ist ein natürliches Protein, das in Weizen, Roggen, Gerste und Hafer vorkommt. Deshalb ist es in all den Nahrungsmitteln vertreten, die aus diesen Getreidesorten hergestellt werden. Etwa in Mehl, Weizenstärke, Nudeln, Brot und Gebäck ...

Gluten besteht aus zwei verschiedenen Proteingruppen: den Prolaminen und den Gluteninen. Sie machen 80 bis 85 % der Gesamtproteine aus. Es sind die Proteine aus der Gruppe der Prolamine, die Menschen mit Glutenunverträglichkeit Probleme bereiten, darunter besonders das Alpha-Gliadin im Weizen.

VERSCHIEDENE GESUNDHEITLICHE PROBLEME, DIE MIT DEM GLUTEN IN ZUSAMMENHANG STEHEN 

GLUTENUNVERTRÄGLICHKEIT 
Von der Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie genannt, ist 1 % der Bevölkerung weltweit betroffen, aber nur bei 0,2 % der Deutschen wurde sie bisher diagnostiziert. Bei Zöliakie zerstört der Antikörper Antigliadin die Darmzotten. Typisch sind verschiedene Verdauungsschwierigkeiten. Da hilft nur eine strikte Ernährung ohne Gluten, lebenslang.

GLUTENÜBEREMPFINDLICHKEIT
Glutenüberempfindliche Menschen kämpfen "nur" mit Verdauungsbeschwerden (Blähungen, Verstopfungen oder Durchfall). Glutenfreie Kost sorgt für Besserung.

GLUTENALLERGIE 
Die Glutenallergie ist seltener. Sie äußert sich durch allergische Reaktionen und die Produktion von Antikörpern, die zu schnellen, manchmal heftigen Reaktionen des Körpers führt: gerötete Haut, Juckreiz, anaphylaktischer Schock, der tödlich enden kann.

GLUTENFREIE ERNÄHRUNG 

Eine streng glutenfreie Ernährung schließt alle Nahrungsmittel aus, die folgende Getreidesorten enthalten: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel. Aber auch alle Zusätze, in denen Gluten enthalten ist, besonders in Wurstwaren vretreten.

Verzehrt werden können problemlos Reis, Mais, Hirse und Buchweizen.

Vorsicht vor versteckten Glutenquellen:

- Bier,
- Instant-Suppen und Bouillon,
- gewisse Süßigkeiten, Schokolade, Schokoriegel und Lakritz,
- gewisse Wurstwaren,
- gewisse Soßen und Marinaden,
- die meisten Sojasoßen,
- gewisse Medikamente

GLUTENFREIE ERNÄHRUNG UND SPORT

Der Trend, auf Gluten zu verzichten, ohne dass medizinisch etwas dagegenspricht, ist schlicht nicht gerechtfertigt. Wurde keine Unverträglichkeit festgestellt, spricht überhaupt nichts dafür, auf Gluten zu verzichten. Dadurch sind keinerlei sportliche Verbesserungen zu erwarten.

Dennoch sorgen einige Faktoren dafür, dass der Verdauungstrakt empfindlich reagiert und das im Alltag stört. Verdauungsschwierigkeiten treten bei Sportlern nicht selten auf, da kann es helfen, die Glutenzufuhr zu reduzieren.

Es ist allerdings nicht nötig, die Glutenzufuhr völlig einzustellen. Was aber durchaus von Nutzen sein kann, ist, vor Wettkämpfen oder anderen besonderen sportlichen Herausforderungen die Zufuhr zu verringern. Gluten ist fast überall enthalten. Bei der Ernährung völlig darauf zu verzichten, würde bedeuten, sie vollständig umstellen zu müssen und auch auf all die kleinen Gaumenfreuden verzichten zu müssen, die bei einer ausgewogenen Ernährung durchaus drin sein sollten.

Bevor man auf Gluten verzichtet, sollte man erst einmal überprüfen, ob man sich insgesamt wirklich ausgewogen ernährt. Erst dann ist eine gute Basis geschaffen. Es gibt bestimmt viele unter uns, denen es im Bauch schon wesentlich besser gehen würde, würden sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achten.