Eine Frau schwimmt und atmet dabei durch den Mund

Atmung beim Schwimmen: So holst du im Wasser richtig Luft

Die richtige Atemtechnik ist der Schlüssel zu entspanntem, effizientem Schwimmen. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du sie Schritt für Schritt verbesserst.

Wie atmet man beim Schwimmen richtig?

Die Grundregel beim Schwimmen lautet: Ausatmen immer ins Wasser, Einatmen über dem Wasser. Viele Einsteiger machen den Fehler, die Luft unter Wasser anzuhalten und dann beim Auftauchen gleichzeitig aus- und einzuatmen. Das kostet viel Energie und führt schnell zu einem Gefühl von Luftmangel.

Wer dagegen kontinuierlich und gleichmäßig durch Nase oder Mund ins Wasser ausatmet, hat beim Auftauchen nur noch eine Aufgabe: einatmen. Das macht die Atmung entspannter, den Rhythmus gleichmäßiger und die Schwimmtechnik insgesamt effizienter.

Eine Frau schwimmt am Beckenrand und hat richtig geatmet

Wie atmet man beim Brustschwimmen richtig ein?

Beim Brustschwimmen hebt sich der Kopf beim Armzug automatisch über die Wasseroberfläche. Genau in diesem Moment erfolgt die Einatmung: kurz, tief und durch den Mund. Direkt danach senkt sich der Kopf wieder ins Wasser, und die Ausatmung beginnt gleichmäßig durch Nase oder Mund, bis der nächste Armzug den Kopf wieder nach oben bringt.

Der häufigste Fehler beim Brustschwimmen ist, den Kopf zu weit nach oben zu reißen oder ihn dauerhaft über Wasser zu halten, was die Körperlage im Wasser verschlechtert und den Nacken belastet.

Die richtige Atmung ist beim Schwimmen extrem wichtig

Wie atmet man beim Kraulen richtig?

Die Kraulatmung ist anspruchsvoller als beim Brustschwimmen, da der Kopf nicht nach vorne, sondern seitlich zur Seite gedreht wird. Die Rotation erfolgt gemeinsam mit der Schulter, nicht isoliert mit dem Hals. Geatmet wird in der Delle, die durch die Vorwärtsbewegung des Körpers im Wasser entsteht, dem sogenannten Bugwellental. Dadurch reicht eine minimale Drehung aus, um den Mund über Wasser zu bringen.

Als Einsteiger ist das Atmen auf einer Seite einfacher, Fortgeschrittene wechseln alle drei Züge die Seite für eine gleichmäßige Muskelbelastung.

Wie trainiere ich die Atmung beim Schwimmen?

Die Atemtechnik lässt sich gezielt und unabhängig von der Schwimmtechnik trainieren. Ein bewährter Einstieg ist das Blasenübung am Beckenrand: Tauche das Gesicht ins Wasser und atme langsam und gleichmäßig aus, bis die Lungen leer sind, dann hebe den Kopf und atme ein. Diese Übung hilft dir, das Ausatmen ins Wasser als natürliche Bewegung zu verinnerlichen.

Für das Kraulen eignet sich das Seitatmen mit Schwimmbrett: Halte das Brett mit beiden Händen und übe ausschließlich den Beinschlag und die seitliche Kopfdrehung zum Atmen, ohne die Armtechnik einbeziehen zu müssen.

Eine Frau schwimmt im Becken und atmet durch die Nase aus

Warum bekomme ich beim Schwimmen schlecht Luft?

Luftmangel beim Schwimmen hat meist eine von vier Ursachen. Die häufigste ist das Anhalten der Luft unter Wasser, was dazu führt, dass beim Auftauchen keine Zeit für eine vollständige Einatmung bleibt.

Dazu kommt oft ein zu hohes Tempo, das die Atemfrequenz überfordert. Verspannungen im Nacken und in den Schultern erschweren außerdem die Kopfrotation beim Kraulen und machen das Einatmen mühsamer.

Wer zudem flach atmet, also nur in den Brustkorb statt tief in den Bauch, nimmt pro Atemzug zu wenig Sauerstoff auf. All das lässt sich durch bewusstes, langsames Üben der Atemtechnik beheben.

Welche Atemfehler treten häufig beim Schwimmen auf?

Diese Fehler sind beim Schwimmen besonders verbreitet und lassen sich mit etwas Bewusstsein schnell korrigieren:

  • Luft anhalten unter Wasser: Der klassische Anfängerfehler. Führt dazu, dass beim Auftauchen gleichzeitig aus- und eingeatmet werden muss, was den Rhythmus stört und Panik auslösen kann.
  • Kopf zu weit heben: Beim Brustschwimmen den Kopf zu hoch aus dem Wasser zu heben, belastet den Nacken und verschlechtert die Wasserlage. Der Mund muss nur knapp über der Oberfläche sein.
  • Zu schnell einatmen wollen: Hektisches, kurzes Schnappen nach Luft führt zu flacher Atmung und schnell aufkommendem Luftmangel. Besser: die verfügbare Zeit voll nutzen und tief einatmen.
  • Immer auf dieselbe Seite atmen beim Kraulen: Einseitiges Atmen belastet Schulter, Nacken und Rücken asymmetrisch und kann langfristig zu Beschwerden führen. Wechselseitiges Atmen ist die gesündere Technik.
  • Verkrampfung: Wer Angst vor Wasser hat oder sich unter Druck setzt, verkrampft unwillkürlich, was die Atemtechnik blockiert. Ruhiges, bewusstes Atmen ist die wichtigste Grundvoraussetzung für alle anderen Techniken.

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