YOGA ALS ERGÄNZUNG ZUM LAUFEN

Du bist laufbegeistert und suchst ein ergänzendes Training? Wir erklären dir, warum Yoga zu deinem idealen Begleiter werden könnte!

Yoga

Du möchtest deine Laufleistungen verbessern? Deine Atmung regulieren und dich um deine Muskelgruppen kümmern? Sie auch stärken? Und wenn du es mal mit Yoga versuchst? Diese sanfte Sportart, die eine perfekte Ergänzung zum Running ist, umfasst zahlreiche Haltungen mit unterschiedlichen Zielen und ermöglicht es dir, auf deinen Körper zu hören und ihn anders zu betrachten. Yoga-Praktizierende trainieren ebenfalls ihre Atmung: eine nützliche Lektion für Läufer, die damit ihre Atmung während ihrer Laufeinheiten besser kontrollieren können.  

Überzeugt? Wenn du deine Leistungen optimieren, dich körperlich großartig fühlen und deinen Geist in Einklang mit deinem Training und deinen Zielsetzungen bringen möchtest, dann entscheide dich für einen Yogakurs. Spreche ruhig mit einem Coach über deine sportliche Aktivität, damit er dir geeignete Haltungen und Bewegungen empfehlen kann.

 

Und du? Du läufst und betreibst Yoga? Warum hast du dich für diese beiden komplementären Disziplinen entschieden? Welchen Nutzen ziehst du daraus? Gerne erwarten wir deinen Erfahrungsbericht und deine Tipps, wie sich diese beiden Sportarten kombinieren lassen!

Die beim Yoga geforderten Anstrengungen sind nicht die gleichen wie beim Laufen. Aber Achtung, diese Disziplin ist nicht weniger technisch und erfordert viel Konzentration. Diese Konzentration ist übrigens eine der Stärken dieser Sportart und könnte dir helfen, Fortschritte zu erzielen, wenn du Straßen, Pfade und Wege entlangläufst. Yoga bedeutet, die Anstrengung durchhalten zu können. Sei daher vor allem nicht entmutigt, wenn du Einsteiger bist! Es ist davon auszugehen, dass du nicht sofort die technischsten Bewegungen erfolgreich ausführen wirst … Um uns die Komplementarität zwischen den beiden Disziplinen zu erklären, geben uns Julie Guéry, Yogalehrerin, und Emilie Dufour, Yoga-Praktizierende und Läuferin, einige Tipps und ihre Einschätzung zu diesem (umfassenden) Thema.

Verschiedene, aber sich ergänzende Sportarten

Wie Julie Guéry erklärt, sind die beiden Disziplinen sehr unterschiedlich und ergänzen sich daher perfekt. „Die eine ist Cardiotraining, die andere nicht, die eine ist geschwind und ausdauernd, die andere erlaubt es dem Praktizierenden, seine Atmung zu beherrschen, seine tief liegenden Muskeln zu trainieren und sich auf sich selbst, seinen Geist und Körper zu konzentrieren.“ Für Emilie ist Yoga daher aus mehreren Gründen eine hervorragende Ergänzung zum Laufen, insbesondere, weil diese beiden Sportarten von den Ausübenden eine ziemlich unterschiedliche Beziehung zum eigenen Körper verlangen. „Laufen bedeutet, sich selbst zu übertreffen, manchmal über die eigenen körperlichen Grenzen hinauszugehen und sich wehzutun - im positiven Sinne. Es bedeutet auch Schnelligkeit … Yoga bedeutet, sich um seinen eigenen Körper zu kümmern, sich auf ihn zu konzentrieren und eine Pause zu machen, eine Auszeit einzulegen, um sich etwas Gutes zu tun und sich Zeit zu nehmen.“ Zwischen dem Laufen, das von den Sportlern eine Veräußerlichung ihrer körperlichen Fähigkeiten verlangt, und dem Yoga, das darauf abzielt, sich auf sich selbst zu konzentrieren, gibt es in der Tat eine bestens geeignete und treffenden Komplementarität!

Yoga

Bewegungen optimieren

Körperlich gesehen ist das Ausüben von Yoga für Läufer nützlich. „Beim Ausführen der verschiedenen Yogahaltungen trainiert man die tief liegenden Muskeln. Sie werden gestärkt, wodurch das Verletzungsrisiko sinkt. Der Körper wird belastbarer und verbessert seine Art zu funktionieren. Ein Läufer, der bessere Haltungen einnimmt, optimiert seine Bewegungen und sie fallen technischer aus. Gelenke und Muskeln kompensieren weniger, weil die Bewegungen besser ausgeführt werden.“ Emilie, die Yoga als Gelegenheit entdeckt hat, sich ihres Körpers und einiger ihrer körperlichen Möglichkeiten bewusst zu werden, teilt diese Ansicht. „Im Gegensatz zum Laufen, bei dem man nicht immer über seine Bewegungen oder die Weise, wie man etwas tut, nachdenkt, hat Yoga von mir eine bessere Kenntnis meines eigenen Körpers verlangt. Im Rahmen einer technischeren Aktivität habe ich gelernt, was meine Grenzen sind. Auch darin ergänzen sich beide Disziplinen perfekt.“

Bessere Haltung und bessere Ausdauer

Yoga ermöglicht es, die tief liegenden Muskeln zu stärken, insbesondere durch ein umfassendes Training zur Regulierung der Atmung. Der querverlaufende Bauchmuskel und die Oberschenkelmuskulatur werden bei einer Yogastunde auf eine andere Art beansprucht als bei einer Laufeinheit. „Der Läufer nimmt eine bessere Haltung ein, richtet sich auf und läuft nicht gekrümmt“, erläutert Julie, um ihre Äußerungen zu veranschaulichen. Er öffnet dadurch seinen Brustkorb und nutzt in optimaler Weise sein Atemsystem.

Das Atmen lernen und beherrschen ist übrigens einer der Grundpfeiler beim Yoga. Und diese Basis bewirkt unmittelbar eine Verbesserung der Laufaktivität. „Ein Läufer, der zusätzlich Yoga praktiziert, lernt, beim Laufen auf seine Atmung zu hören und sie zu regulieren. Er haushaltet dadurch mit seiner Energie und kann somit länger laufen.“ Das Trainieren der tief liegenden Muskeln ist auch einer der echten Pluspunkte des dynamischen Yogas, welches Emilie ausübt. „Es gibt eine Menge an Haltungen, mit denen wir unseren Körper tiefgehend stärken können“, versichert die Sportlerin. „Das ist tatsächlich eine Sache, die ich gespürt habe. Es findet ein bedeutender Muskelaufbau statt, wenn man mit Yoga beginnt. Viele Radsportler betreiben übrigens ebenfalls Yoga! Na gut, das ist ein anderes Thema. Aber was das Trainieren der Muskulatur, die Kenntnis des Körpers und die Gelenkigkeit betrifft, handelt es sich wirklich um eine total interessante Sportart!

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Stretching: Verbündeter des Läufers

Lasst uns über Gelenkigkeit sprechen: Viele Yogahaltungen erlauben es, sich zu dehnen. Ein echter Nutzen für Emilie, die das im Alltag spürt. „Das Dehnen ist meiner Meinung nach für Läufer unabdingbar! Dadurch können unter anderem Verletzungen vermieden werden. Allgemein erlauben es diese Stretchingbewegungen, sich besser zu fühlen. Nach einem Yogakurs fühle ich mich in der Regel superentspannt. Die Yogastunden tun mir gut, ich habe das Gefühl, mich wirklich um mich selbst gekümmert zu haben. Wenn ich dagegen von einer Laufeinheit zurückkommen, habe ich eher Lust, mich auf mein Sofa zu begeben. Das zeigt, wie sehr diese beiden Sportarten sich ergänzen.“ Ein weiterer Pluspunkt, der von Julie bestätigt wird: „Die Haltungen, bei denen man sich selbst streckt und größer macht, zum Beispiel die Berghaltung, im Stehen, die Hände Richtung Himmel, erlauben es, die Muskeln zu dehnen und sich in eine Überstreckung zu begeben. In gleichem Maße wirkt der herabschauende Hund auf die Muskeln, die sich hinten an Waden und Oberschenkeln befinden. Bereiche, die beim Laufen stark beansprucht werden.

YOGA auch als Ergänzung zu Kampfsportarten

Harmonie ist seit frühester Kindheit kampfsportbegeistert. Mit Judo, Boxen, Thaiboxen und Grappling kennt sie sich bestens aus. Und um zur Ruhe zu kommen und sich zu konzentrieren während der Kämpfe, hat Harmonie Yoga für sich gefunden.  Hallo Harmonie, kannst du uns etwas über deine sportliche Laufbahn erzählen? Mit vier Jahren habe ich mit Judo angefangen und es bis 2013 betrieben. Ich habe an sehr vielen nationalen Wettkämpfen teilgenommen, aber auch in anderen Ländern. Ich habe es bis zum schwarzen Gürtel geschafft. 2012 bin ich zur Armee gegangen, wo ich mit anderen Sportarten wie Grappling, Boxen und Thaiboxen angefangen habe. Aber wo ist das Yoga bei all dem? Ich habe vor zwei Jahren mit Yoga begonnen. Es ist komisch, die Leute haben nicht den Eindruck, aber Yoga ist ein Sport, der komplementär zu sehr vielen anderen Sportarten ist [...] Vorher hatte ich große Mühe, mich zu konzentrieren. Yoga hat mir diese Konzentration gebracht. Wenn ich jetzt zum Beispiel zum Boxkampf antrete, bin ich viel klarsichtiger. Es gelingt mir, ruhig zu werden, nachzudenken und weniger impulsiv zu sein als vorher.

Tipps-Yoga-als-Ergänzung-zum-Laufen-Erfahrungsbericht

Beide Aktivitäten verbinden

Emilie macht Yoga und Laufen in getrennten Trainingseinheiten, hauptsächlich aus Zeitmangel und um ihre Muskeln nicht zu sehr auf einmal zu beanspruchen. Julie weist allerdings darauf hin, dass Yoga von Läufern vor dem Training zum Aufwärmen praktiziert werden kann und danach im Rahmen der Regeneration. „Dadurch kann verhindert werden, dass es zu einer bestimmten Steifheit kommt. Nach einer Laufeinheit hilft Yoga einem auch, wieder zur Ruhe zu kommen und seine Atmung zu regulieren.“ Zu den Haltungen, die darauf ausgerichtet sind, den Unterkörper zu trainieren und zu dehnen, zählen der Krieger 1, 2, 3 und der umgekehrte Krieger. „Das sind recht bekannte Übungen, die einfach auszuführen und ziemlich sanft sind“, erklärt Julie. Was Timing und Organisation betrifft, wird jeder die für ihn richtige Kombination finden, um die beiden Aktivitäten zu verbinden …

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Sich auf das Ziel fokussieren

Neben den positiven Auswirkungen auf den Körper trainiert Yoga auch die Konzentration und mindert den Stress. „Ein Ziel dieser Aktivität ist es, zu lernen, zu sich selbst zurückzukommen, sich seines Körpers bewusst zu werden und die eigene Konzentration zu verbessern“, zählt die Yogalehrerin auf. „Es geht auch darum, loslassen zu können in bestimmten Momenten des Lebens.“ Oder, wie Emilie weiter oben erwähnte, eine Pause zu machen, eine Wellness-Auszeit einzulegen. Sich um sich selbst zu kümmern mit einem Sport, der Sorgfalt und Präzision erfordert. „Durch das gleichzeitige Ausführen von Haltungen und das Atemtraining lernt der Praktizierende beim Yoga, sich auf sein Training, auf das zu erreichende Ziel zu fokussieren. Das ist auch die Aufgabe beim Laufen: sich selbst während der Anstrengung weiterhin auf das Ziel konzentrieren zu können. Beim Running oder Trail gibt es eine wahre mentale Herausforderung. Yoga hilft dabei, sich nicht von bestimmten Gedanken belasten zu lassen, den Geist aufzuräumen, um das zu erreichen, was man möchte.

Stress reduzieren

Hast du dich schon einmal auf einen Wettkampf vorbereitet? Auf einen Halbmarathon? Auf einen Marathon oder Trail? Also weißt du, wie es ist, an der Startlinie zu stehen und diesen Anflug von Stress zu spüren? Das Ausüben von Yoga kann dir auch dabei helfen, ihn zu reduzieren … „Vor einer wichtigen Sache muss man sich eine gewisse Unruhe bewahren. Das kann es dem Läufer ermöglichen, sich in die richtige Stimmung zu versetzen und ihm helfen, sich selbst zu übertreffen“, so Julie Guéry. „Diese Ruhelosigkeit darf sich dagegen auf keinen Fall störend auf den Sportler auswirken und seine Leistungen beeinträchtigen.“ Mit einigen einfachen Bewegungen lernst du durch Yoga auf das fokussiert zu bleiben, was zählt. Deine Konzentrationsfähigkeit wird verbessert und der Stress gemindert …

Yoga als Ergänzung zum Laufen

Sylvia FLAHAUT

Als begeisterte Reiterin und gelegentliche Läuferin (wenn die Zeit reicht) treibe ich sehr gerne Sport und verbinde dies mit meiner beruflichen Tätigkeit als Journalistin.Seit etwa zehn Jahren schreibe ich über Sportthemen und versuche, anderen Menschen die Vorzüge sportlicher Betätigung zu vermitteln. Außerdem gebe ich gerne gute Tipps weiter, die ich von anderen erhalten habe.