So, du hast es schon geahnt, wird ein Galoppwechel zunächst einmal durch Gleichgewichtstraining im Galopp gelernt, auf beiden Händen natürlich. Unser Berater Benjamin Aillaud erklärt dir seine Methode.

Ein Galoppwechsel wird nicht im Handumdrehen gelernt, so einfach ist das nicht. Aber nichts ist einfach zu lernen, das weißt du ja sicherlich. Es gibt immer eine vorbereitende Arbeit und man benötigt natürlich mehrere Trainingsstunden, bevor man es schafft.

SCHULTERN UND HÜFTEN MOBILISIEREN

Überprüfe erst einmal, ob du die Schultern oder Hüften mobilisieren kannst, egal in welcher Gangart.

Hier ist eine Übung um die Schultern zu mobilisieren:

Gehe auf einen Zirkel, das Pferd ist gebogen. Führe zunächst einen Stellungswechsel durch, die Nase wird also nach außen gerichtet. Das Pferd bleibt in Außenstellung und du verkleinerst den Zirkel, indem du die Schulter nach innen stellst. Reite ein paar Schritte, lass das Pferd dann geradeaus gehen oder den Zirkel vergrößern. Beginn im Schritt, dann mache im Trab und schließlich im Galopp weiter. Arbeite auf beiden Händen.

Behalte im Kopf:

 KLEINER ZIRKEL: SCHULTER-HEREIN; LEICHTE AUSSEN-STELLUNG

 GROSSER ZIRKEL: LEICHTE INNENSTELLUNG

Bleib nicht zu lange auf dem kleinen Zirkel, denn dabei muss das Pferd sich stützen, das ist sehr anstrengend für es. Man sollte abwechselnd einen kleinen und einen großen Zirkel reiten.

*Übung um die Hüften zu mobilisieren:

Geh auf einen Zirkel und arbeite auf einem isolierten Innenbein, damit die Hüfte nach außen geht. Pass auf, dass deine Innenhand nicht blockiert.

*Übung um die Schultern und Hüften zu mobilisieren:

Führe die oben beschriebenen Übungen abwechselnd durch. Man beginnt auf einem Zirkel, die Schultern sind nach innen gerichtet, man reitet geradeaus weiter, dann folgt ein Zirkel, mit den Hüften nach außen und man reitet wieder geradeaus. Du kannst diese Übung im Schritt und im Galopp auf beiden Händen durchführen.

ARBEIT IM GALOPP

Wenn diese Übungen beherrscht werden, kannst du mit der Arbeit im Galopp beginnen.

Das Prinzip des Galoppwechsels besteht darin, im Galopp anzugaloppieren. Das heißt, die Bewegung wird auf dieselbe Weise verlangt, als ob du angaloppieren wolltest, nur dass du schon im Galopp bist. So einfach ist das (in der Theorie).

Aber bevor du daran denkst den Galoppwechsel zu üben, sollte dein Pferd gut angaloppieren. Um das zu überprüfen, übe mehrfach die Übergänge. Angaloppieren aus dem Schritt, aus dem Trab oder aus dem Stand - dein Pferd sollte all dies beherrschen, um einen Galoppwechsel zu lernen. Sonst wird es problematisch.

Die zweite Frage lautet: galoppiert dein Pferd auf der falschen Hand an? Es ist wichtig, auch das zu überprüfen. Übe auf verschiedene Weise das Angaloppieren, einmal auf einem Fuß, einmal auf dem anderen, einmal auf beiden. Dein Pferd muss verstehen, dass es je nach den Hilfen nicht auf demselben Fuß angaloppieren darf.

Jetzt bist du bereit, einen Galoppwechsel durchzuführen. Beginnen wir mit der linken Hand. Das Pferd sollte im Arbeitsgalopp gehen und ein gutes Gleichgewicht haben. Reite tief in die Ecken, ohne zu viel Innenstellung mit einem leicht angehobenem Hals. Als ob du diagonal durch die Bahn reiten wolltest. Die Schultern sind innen, die Stellung leicht nach außen. Du verlangst den Galoppwechsel, indem du dich nach rechts verlagerst und ein Angaloppieren auf der rechten Hand verlangst.

Du wirst am Anfang sicherlich den Eindruck haben, dass du es nicht sehr schulgemäß machst. Wichtig ist, dass das Pferd das Prinzip des Galoppwechsels versteht, ohne Zwang. Es geht nicht darum, dein Pferd mit den Beinen oder Händen zu malträtieren. Und vergiss natürlich nicht, es zu loben, wenn es seine Sache gut gemacht hat.

TIPPS

• Wenn dein Pferd nur die Vorderhand beim Galoppwechsel ändert, arbeite vermehrt an dem Galopp vor der Ecke. Reite ein bisschen aktiver, aber ohne zu rasen. Auch die Beinhilfen müssen deutlicher sein.

• Wenn dein Pferd den Galoppwechsel nur mit der Hinterhand durchführt, hält es kein gutes Gleichgewicht, der Hals muss etwas höher gerichtet werden und die Stellung etwas deutlicher sein.

• Wenn dein Pferd den Galoppwechsel in zwei Phasen durchführt. Deine Hilfen sind wahrscheinlich schlecht koordiniert oder deinem Pferd fehlt Gleichgewicht im Galopp.

Der Schlüssel zum Erfolg ist die Qualität des Galopps, er bestimmt die Qualität des Galoppwechsels. Anders ausgedrückt, wenn der Galopp schlecht ist, kann das Pferd keinen guten Galoppwechsel machen.

DIESE TIPPS KÖNNTEN DICH AUCH INTERESSIEREN