Zwei Personen praktizieren Freiwasserschwimmen im Meer

Freiwasserschwimmen: Schwimmen in offenen Gewässern

Freiwasserschwimmen verbindet Sport mit Naturerlebnis. In diesem Ratgeber erfährst du, worauf du achten musst und wie du sicher in offenen Gewässern schwimmst.

Zwei Personen machen sich zum Freiwasserschwimmen bereit

Was ist Freiwasserschwimmen?

Freiwasserschwimmen bezeichnet das Schwimmen in natürlichen, offenen Gewässern wie Seen, Flüssen oder dem Meer, im Gegensatz zum Schwimmen im abgesicherten Hallenbad oder Freibad. Es ist eine eigenständige Schwimmdisziplin und gleichzeitig Bestandteil des Triathlons.

Freiwasserschwimmen unterscheidet sich vom Beckenschwimmen durch fehlende Linien am Boden, wechselnde Sicht- und Strömungsverhältnisse, offene Distanzen und eine andere mentale Anforderung. Viele Schwimmer schätzen das besondere Naturerlebnis und die Freiheit, die das offene Gewässer bietet.

Was muss man beim Freiwasserschwimmen beachten?

Freiwasserschwimmen bringt andere Risiken mit sich als das Schwimmen im Becken. Diese Grundregeln solltest du immer beachten:

  • Gewässer kennen: Informiere dich vor dem Schwimmen über Strömungen, Untiefen, Wasserqualität und mögliche Einschränkungen durch Schifffahrt oder Badeverbot.
  • Nie alleine: Schwimme immer mit einem Begleiter oder in Sichtweite anderer. Im Notfall kann schnelle Hilfe entscheidend sein.
  • Langsam einsteigen: Tauche nicht sofort in kaltes Wasser. Wate zunächst hinein und gewöhne deinen Körper schrittweise an die Temperatur.
  • Eigene Grenzen kennen: Schätze deine Kondition realistisch ein. Im Freiwasser gibt es keinen Beckenrand zum Festhalten.
  • Wetter beachten: Schwimme nie bei aufkommendem Gewitter, starkem Wind oder schlechter Sicht. Die Verhältnisse können sich schnell ändern.

Zwei Freunde machen zusammen Freiwasserschwimmen

Was ist Pflicht beim Freiwasserschwimmen?

Gesetzlich vorgeschriebene Ausrüstung gibt es für das private Freiwasserschwimmen in Deutschland nicht, aber aus Sicherheitsgründen sind zwei Dinge unverzichtbar.

Eine leuchtfarbene Schwimmboje macht dich für Boote, Paddler und Begleiter sichtbar und dient im Notfall als Auftriebshilfe. Sie ist die wichtigste Sicherheitsausrüstung beim Freiwasserschwimmen überhaupt. Dazu empfiehlt sich ein geeigneter Neoprenanzug bei Wassertemperaturen unter 18 Grad, da Auskühlung im offenen Gewässer die häufigste Ursache für Notfälle ist.

Bei offiziellen Wettkämpfen schreiben die Veranstalter je nach Wassertemperatur und Strecke zusätzliche Ausrüstung vor.

Mann und Frau haben das richtige Equipment zum Freiwasserschwimen dabei

Wie fange ich mit dem Freiwasserschwimmen an?

Der Einstieg gelingt am sichersten in kleinen Schritten. Schwimme zunächst in ausgewiesenen Badebereichen von Seen, wo der Untergrund bekannt und Hilfe in der Nähe ist. Beginne mit kurzen Strecken von 200 bis 400 Metern und steigere die Distanz schrittweise.

Gewöhne dich in mehreren Einheiten an das Orientierungsschwimmen ohne Linien am Boden und an das Sehen von Bojen und Orientierungspunkten über Wasser. Wer bereits Beckentraining hat, sollte trotzdem die ersten Freiwassereinheiten mit einem erfahrenen Schwimmer oder einer organisierten Gruppe absolvieren, da die Anforderungen spürbar anders sind.

Was braucht man zum Freiwasserschwimmen?

Die Grundausstattung für das Freiwasserschwimmen ist überschaubar, aber durchdacht:

  • Schwimmboje: Das wichtigste Sicherheitsequipment. Leuchtfarbene Bojen machen dich sichtbar und bieten im Notfall Auftrieb und Pausenmöglichkeit.
  • Neoprenanzug: Schützt vor Auskühlung und bietet zusätzlichen Auftrieb. Für Wassertemperaturen unter 18 Grad unverzichtbar.
  • Schwimmbrille: Eine dicht sitzende Brille mit UV-Schutz und getönten oder verspiegelten Gläsern schützt bei wechselnden Lichtverhältnissen und guter Sicht.
  • Badekappe: Schützt vor Kälte, macht dich sichtbarer und reduziert den Wasserwiderstand am Kopf. Im Freiwasser oft in leuchtenden Farben empfohlen.
  • GPS-Uhr oder Sportuhr: Für Distanz- und Zeitkontrolle, besonders auf längeren Strecken praktisch.
Bei Decathlon erhältst du speziell auf Freiwasserschwimmen ausgelegte Ausrüstung: Schwimmbojen in leuchtenden Farben, Neoprenanzüge in verschiedenen Stärken für unterschiedliche Wassertemperaturen sowie passende Schwimmbrillen, alles zu fairen Einstiegspreisen.

Bei Freiwasserschwimmen geht Sicherheit vor

Wie orientiert man sich im Freiwasser?

Ohne Linien am Beckenboden und ohne klar sichtbare Begrenzungen fällt die Orientierung im Freiwasser vielen Einsteigern schwer. Die wichtigste Technik ist das sogenannte Sighting: Hebe beim Kraulschwimmen alle sechs bis acht Züge kurz den Kopf über die Wasseroberfläche und fixiere eine Boje, ein Gebäude oder einen anderen markanten Orientierungspunkt am Horizont.

Die Bewegung sollte schnell und energiesparend sein, um den Rhythmus nicht zu unterbrechen. Mit Übung reicht ein kurzer Blick aus, um die Richtung zu korrigieren. Anfänger tendieren dazu, zu oft zu schauen, was viel Energie kostet. Das Ziel ist ein natürlicher Rhythmus zwischen Schwimmen und Orientieren.

Beim Freiwasserschwimmen werden oft spezielle Taschen benutzt

Ist es sicher, alleine im Freiwasser zu schwimmen?

Alleine im Freiwasser zu schwimmen birgt erhebliche Risiken und sollte grundsätzlich vermieden werden. Im Gegensatz zum Becken gibt es kein Rettungspersonal, keine Beckenränder zum Festhalten und keine anderen Schwimmer in unmittelbarer Nähe. Krämpfe, Strömungen, plötzliche Erschöpfung oder ein medizinischer Notfall können ohne Begleitung schnell lebensbedrohlich werden.

Wer dennoch alleine schwimmt, sollte immer eine Schwimmboje tragen, jemandem den geplanten Schwimmbereich und die geplante Dauer mitteilen und ein wasserdichtes Handy oder eine GPS-Uhr dabei haben. Besser ist jedoch immer das Schwimmen in einer Gruppe oder mit einem Begleitboot.

Welche Wettkämpfe finden im Freiwasser statt?

Freiwasserschwimmen ist eine etablierte Wettkampfdisziplin mit einem breiten Angebot von der Einsteigerdistanz bis zum Extremrennen. Die olympische Standarddistanz beträgt 10 Kilometer, die bei den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften geschwommen wird.

Daneben gibt es zahlreiche Volksläufe und Breitensportevents mit Distanzen zwischen 500 Metern und 5 Kilometern, die sich auch für ambitionierte Einsteiger eignen. Extremwettkämpfe wie der Bosporus-Schwimm oder der Ärmelkanalüberquerungsversuch sind dagegen nur für sehr erfahrene Freiwasserschwimmer geeignet.

Triathlon kombiniert Freiwasserschwimmen mit Radfahren und Laufen und ist in Deutschland eine der populärsten Ausdauersportarten überhaupt.

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