Zwei Kletterer sind unterwegs auf den Bergen in einer UIAA Skala

Kletterskala Vergleich: Das musst du wissen!

In diesem Ratgeber liest du alles über die Unterschiedlichen Interpretationen verschiedener Kletterskalen. Ob Französisch, Amerikanisch oder sächsische Kletterskala. Hier kannst du dich darüber informieren und für das nächste Klettern gesichert sein.

Der große Kletterskala-Vergleich

Die Welt des Kletterns ist voller verschiedener Skalen, die alle das Gleiche versuchen: Dir eine Idee davon zu geben, wie anspruchsvoll eine Route oder ein Boulder ist. Ob du in den Alpen unterwegs bist, in den USA kletterst oder dich an einer Boulderwand in Frankreich austobst: Jede Region und jede Disziplin haben ihre eigene Art, Schwierigkeiten zu bewerten.

Mann zeigt seiner Frau die verschiedenen Kletterskalen im Überblick

Welche Kletterskalen gibt es? Ein Überblick

Beim Klettern dreht sich alles um Herausforderungen. Aber wie misst man, wie schwierig eine Route ist? Dafür gibt es verschiedene Kletterskalen, die die Touren auf unterschiedliche Weisen bewerten. Die bekanntesten sind:

  • Die UIAA Skala, die primär in Deutschland und Österreich verbreitet ist.
  • Die französische Kletterskala, die in Europa ihre Anwendung findet.
  • Die amerikanische Kletterskala, die in den USA Standard ist.
  • Die FB Skala, die speziell für Boulderer interessant ist.
  • Die SAC Schwierigkeitsskala, die du bei alpinen Touren findest.
  • Die sächsische Kletterskala, die hauptsächlich in der Sächsischen Schweiz Anwendung findet.

Zwei Personen laufen eine UIAA Skala Route

Die UIAA Skala

Die UIAA Skala ist der Klassiker im deutschsprachigen Raum. Die Bezeichnung leitet sich von der „Union Internationale des Associations d'Alpinisme“, die diese Skala entwickelt hat. Die Schwierigkeit wird mit römischen Zahlen dargestellt, angefangen bei I für einfaches Klettern bis zu XI und darüber hinaus für extreme Herausforderungen.
Die UIAA Skala legt den Fokus auf technische Schwierigkeiten und bewertet Routen basierend auf dem schwersten Einzelzug. Sie ist weitverbreitet, wenn du in Deutschland, Österreich oder der Schweiz kletterst, wird aber auch in vielen anderen Ländern verwendet.

Mann steht auf einem Berg auf einer französischen Skala

Die französische Kletterskala

Die französische Kletterskala ist besonders in Sportklettergebieten in Europa verbreitet. Sie gibt die Schwierigkeit mit arabischen Zahlen an, ergänzt durch Buchstaben (z. B. 6a, 6b+). Die Skala ist fein abgestuft und berücksichtigt neben den technischen Anforderungen auch die Länge und Ausdauer einer Route.
Ein Vorteil dieser Skala: Sie ist leicht verständlich und international anerkannt. Wenn du also auf Reisen bist und Sportklettergebiete erkundest, wirst du mit der französischen Kletterskala bestens zurechtkommen.

Mann klettert die Amerikanische Kletterskala

Die amerikanische Kletterskala

In den USA wirst du auf die amerikanische Kletterskala stoßen, auch bekannt als Yosemite Decimal System (YDS). Diese Skala verwendet Zahlen, die mit 5 beginnen (z. B. 5.10a, 5.11d).
Die amerikanische Kletterskala ist ursprünglich aus dem Bergwandern hervorgegangen, wo leichteres Gelände mit niedrigeren Zahlen bewertet wird. Die Schwierigkeit steigt dabei mit den Zahlen und Buchstaben. Je weiter du dich von 5.0 entfernst, desto knackiger wird es.
Diese Skala hat den Vorteil, dass sie auch mentale Herausforderungen wie Exposition und Absicherung einbezieht, was sie fürs Trad Climbing und Bigwall-Klettern besonders relevant macht.

Zwei Personen laufen auf einem Berg der FB Skala

Die FB Skala

Für Boulderer relevant ist die FB Skala, auch Fontainebleau-Skala genannt. Sie stammt aus dem gleichnamigen französischen Boulder-Mekka Fontainebleau und verwendet ein numerisches System mit Buchstaben (z. B. 6A, 6B+).
Die Skala berücksichtigt die technische Schwierigkeit, kombiniert mit Kraft- und Bewegungsanforderungen. Sie reicht von leichten Problemen bis zu extremen Herausforderungen für Profis. Wenn du gerne ohne Seil in Bodennähe kletterst, solltest du diese Skala kennen.

Die SAC Schwierigkeitsskala

Sofern alpine Touren dein Gebiet sind, wirst du dich mit der SAC Schwierigkeitsskala auseinandersetzen müssen. Diese Skala wird vom Schweizer Alpen-Club (SAC) verwendet und bewertet alpine Routen basierend auf technischer Schwierigkeit, Ausgesetztheit und Absicherung.
Die SAC Skala reicht von T1 (leichte Wanderung) bis T6 (sehr anspruchsvolle, ungesicherte Alpinrouten). Ein großes Plus dieser Skala ist, dass sie nicht nur das Klettern selbst, sondern auch die gesamte Tour, inklusive Zu- und Abstieg, einbezieht.

Mann kletter nach der sächsischen Kletterskala

Die sächsische Kletterskala

Die sächsische Kletterskala hat eine lange Tradition und wird vor allem in der Sächsischen Schweiz und angrenzenden Gebieten verwendet. Sie beginnt bei I und reicht in den zweistelligen Bereich für extreme Herausforderungen. Diese Skala berücksichtigt nicht nur die technische Schwierigkeit, sondern auch die Exposition und die oft spärliche Absicherung in der Region.
Klettern nach der sächsischen Kletterskala kann eine echte Herausforderung sein, selbst für erfahrene Kletterer, da die Bewertungen oft strenger ausfallen als bei anderen Systemen. Wenn du dich in der Sächsischen Schweiz aufhältst, wirst du schnell merken, warum diese Skala so einzigartig ist.

Kletterskala umrechnen: So findest du dich zurecht

Wenn du auf der ganzen Welt kletterst, wird dir sicher aufgefallen sein, dass es nicht immer leicht ist, den Schwierigkeitsgrad einer Route einzuschätzen. Eine 6a in der französischen Kletterskala entspricht etwa einer UIAA VII, während eine 5.10a nach der amerikanischen Kletterskala ähnlich schwierig ist. Aber Vorsicht: Der Kletterskala Vergleich ist nicht immer 1:1 übertragbar, da jede Skala andere Aspekte betont.
Das Umrechnen von Kletterskalen kann daher nur ein Anhaltspunkt sein, da jede Skala unterschiedliche Facetten wie Technik, Ausdauer oder Absicherung bewertet. Um Kletterskalen zu vergleichen, helfen dir zudem Umrechnungstabellen oder Apps.
Diese Ergebnisse solltest du dennoch kritisch prüfen und Erfahrungsberichte lesen oder dich mit anderen Kletterern austauschen. Persönliche Stärken und Schwächen spielen dabei ebenso eine große Rolle, wie deine bisherige Klettererfahrung.

Fazit

Die Welt des Kletterns ist bunt und vielseitig – genauso wie die verschiedenen Kletterskalen. Sie helfen dir, die Schwierigkeit von Routen und Boulderwänden einzuschätzen. Ob UIAA Skala, französische Kletterskala, amerikanische Kletterskala, FB Skala, SAC Schwierigkeitsskala oder die sächsische Kletterskala: Jede Skala hat ihre eigene Logik und deckt unterschiedliche Aspekte ab. Während einige stärker auf technische Details eingehen, berücksichtigen andere auch Faktoren wie Ausdauer, Absicherung oder Exponiertheit.
Als Kletterer oder Boulderer solltest du die wichtigsten Skalen verstehen und einschätzen können. Gerade bei internationalen Kletterreisen kommen dir diese Kenntnisse zugute. Umrechnungstabellen helfen dir bei einer Einschätzung. Beachte jedoch, dass jede Skala auch immer regionale Klettertraditionen und -stile widerspiegelt. Das macht einen direkten Vergleich der Kletterskalen oft schwierig.

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