Kinder feuern sich beim Rennen an

Die besten aufwärmübungen für den perfekten sportunterricht

In unserem Ratgeber verraten wir dir, warum Aufwärmübungen im Sportunterricht auch für deine Schüler so wichtig sind und worauf du dabei achten solltest. Darüber hinaus stellen wir dir einige Spiele vor, die den Kreislauf ankurbeln und bei jüngeren und älteren Kindern garantiert gut ankommen.

Jede Sporteinheit, ob im Sportunterricht oder beim Joggen im Park, sollte mit einem Warm-up beginnen. So bereitest du dich körperlich und geistig auf die kommende Trainingseinheit vor und verringerst dein Verletzungsrisiko. Im Sportunterricht obliegt es dir als Lehrer, passende Übungen auszuwählen und anzuleiten. Für mehr Spaß im Sportunterricht sorgen Aufwärmspiele, die von Grundschule bis Oberstufe sehr beliebt sind.

Zwei Kinder dehnen sich auf dem Sportplatz

Warum sollten sich deine schüler vor dem sportunterricht aufwärmen?

Aufwärmübungen vor dem Sportunterricht sind deshalb so essenziell, weil deine Schüler sich damit vor Verletzungen schützen und gleichzeitig ihre Leistungsfähigkeit steigern können. 

Körper sind keine Maschinen und können nicht einfach aus dem Stegreif Höchstleistungen erbringen. Sie benötigen ein Warm-up, um das Herz-Kreislauf-System anzuregen, die Körpertemperatur zu erhöhen und so die Stoffwechselprozesse zu beschleunigen. Lockeres Joggen etwa aktiviert Muskeln, Sehnen und Bänder und gewährleistet eine bessere Versorgung mit Sauerstoff. Darüber hinaus sind Aufwärmübungen im Sportunterricht bestens geeignet, um so einige weitere Aspekte zu optimieren:

- Reaktionsgeschwindigkeit
- (Muskel-)Durchblutung
- Nervenleitgeschwindigkeit
- Koordination
- Konzentration
- Teamgeist

Doch nicht nur im Sportunterricht sollten Aufwärmübungen ein fester Bestandteil sein. Auch du selbst solltest langsam ins Training einsteigen, bevor du richtig loslegst. Deshalb findest du hier Antworten auf die wichtigsten Fragen rund ums Warm-up.

  • Zwei Mädchen machen Hockstrecksprünge

    Was bedeutet aufwärmen im sport?

    Mit Aufwärmen im Sport ist die Lockerung und Erwärmung der Muskulatur gemeint, um Verletzungen vorzubeugen. Grundsätzlich gilt: Der Körper soll warmwerden – aber keinesfalls an die Belastungsgrenze gebracht werden. Wichtig ist außerdem, dass du mindestens 10 bis 15 Minuten für das Aufwärmprogramm einplanst. Vermeide zudem, dass zwischen Aufwärmen und Trainingseinheit mehr als fünf Minuten liegen. Sonst lassen die positiven Effekte des Warm-ups bereits wieder nach.

  • Junge macht Sportübungen mit einem Pezziball

    Was gehört nicht zur aufwärmung für den sportunterricht?

    Immer wieder wird das Aufwärmprogramm im Sportunterricht mit einem Fitnesstraining verwechselt oder gleichgesetzt. Zwar kannst du beim Warm-up auch Kräftigungsübungen einbauen, jedoch sollten sich die Schüler hierbei nicht auspowern. Vielmehr geht es darum, Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke und Geist in Bereitschaft zu versetzen.

  • Leherer erklärt Schüler Sportübung

    Was ist eine dynamische dehnung?

    Bei einer dynamischen Dehnung geht es nicht darum, die dehnende Spannung lange zu halten. Stattdessen bleibst du nur für einen kurzen Moment in der Endposition und federst dann leicht wieder zurück. Eine solche Dehnung kannst du gut in dein Aufwärmprogramm integrieren, um für mehr Beweglichkeit zu sorgen.

Lehrer erklärt Schülern Sportübung

Welche aufwärmübungen gibt es?

Die Palette an Aufwärmübungen ist breit gefächert. Am besten beginnst du die Sporteinheit mit einem allgemeinen Aufwärmen. Eine Runde Joggen sowie einige Hampelmänner genügen schon. Auch seitliches Überkreuzlaufen ist super. Danach legst du den Fokus auf die Muskelgruppen, die im anschließenden Training besonders beansprucht werden. 

Ist eine laufintensive Einheit geplant, bieten sich Kniehebelauf, Anfersen oder der Hopserlauf an.

- Kniehebelauf: Knie abwechselnd zur Brust hochziehen
- Anfersen: Fersen abwechselnd zum Hintern bringen
- Hopserlauf: Knie abwechselnd hochziehen und sich dabei vom Boden abstoßen

Um die Arme aufzuwärmen, bietet sich das sogenannte Armkreisen an. Deine Schüler strecken dazu die Arme seitlich aus und lassen sie erst vorwärts, dann rückwärts kreisen. Lass sie am besten mit kleinen Kreisen starten, die dann immer größer werden. Als Variante kannst du deine Klasse die Arme auch in entgegengesetzte Richtungen kreisen lassen – das bezieht die Hüfte ein klein wenig mehr mit ein. Nach dem Armkreisen kannst du noch eine Runde Schattenboxen anschließen. Arme und Schultergürtel sollten angespannt sein. Dann boxen die Schüler nach vorn oder zur Seite in die Luft.

Kinder spielen Fange auf dem Sportplatz

Die beliebtesten aufwärmspiele für deinen sportunterricht

Wenn du das Aufwärmprogramm für deine Klasse etwas auflockern möchtest, kannst du zusätzlich zu oder anstelle von klassischen Aufwärmübungen Aufwärmspiele durchführen. Dabei hast du die Wahl zwischen Laufspielen, Fangspielen und Ballspielen.

Für welche Spielvariante du dich entscheidest, kannst du von den Vorlieben deiner Schüler oder der geplanten Trainingseinheit abhängig machen. Steht beispielsweise Volleyball auf dem Programm, ist ein Ballspiel zum Aufwärmen naheliegend, da es direkt die Koordination schult. Zudem solltest du bei der Planung der Aufwärmspiele für den Sportunterricht das Alter beziehungsweise die Klassenstufe deiner Schüler berücksichtigen.

Sport in der grundschule: mit welchen aufwärmspielen begeisterst du deine schüler?

Je jünger deine Schüler sind, desto weniger Aufwärmzeit benötigen sie, um ihren Körper auf die kommende Belastung einzustimmen. Das Aufwärmen im Sportunterricht sollte im Idealfall jedoch nicht nur körperliche, sondern auch soziale und kognitive Aspekte umfassen. Deshalb spielt die Interaktion der Schüler eine wichtige Rolle. Passende Aufwärmspiele für Sport in der Grundschule sind zum Beispiel:

  • junge dehnt sich beim sport

    Zeitungslauf

    Zeitungslauf gehört zu den klassischen Laufspielen. Jeder Schüler erhält eine Zeitungsseite, die er sich auf die Brust legt, bevor er losläuft. Das Ziel ist es, so schnell zu laufen, dass das Papier nicht herunterfällt.

  • kinder spielen auf dem schulhof

    Hundehütte

    Es gibt zwei Fänger, die versuchen, ihre Mitspieler abzuschlagen. Wurde ein Schüler gefangen, stellt er sich breitbeinig hin und wartet darauf, von einem anderen Mitspieler befreit zu werden – und zwar, indem dieser durch seine Beine krabbelt. Während der Befreiungsaktion dürfen die beiden Spieler nicht gefangen werden. Da die Schüler sich gegenseitig immer wieder befreien dürfen, kann das Spiel endlos andauern. Am besten wechselst du deshalb nach einigen Minuten die Fänger.

  • kinder spielen fangen

    Kettenfangen

    Ein Schüler agiert als Fänger. Sobald er einen Mitschüler gefangen hat, halten die beiden sich an der Hand und versuchen nun gemeinsam, weitere Mitspieler zu fangen. Sobald vier Schüler sich an den Händen halten müssten, teilen sich die Fänger in zwei Gruppen auf. Das Spiel endet, wenn nur noch eine Person übrig ist. Diese hat das Spiel gewonnen.

Kinder stehen auf einer Bank

Oder auch: Feuer, Wasser, Luft

Dieses Spiel eignet sich besonders für jüngere Kinder. Die Schüler bewegen sich frei im Raum zu Musik. Als Sportlehrer ist es deine Aufgabe, die Musik zu stoppen und eins der vorab festgelegten Kommandos zu rufen, die die Kinder dann schnellstmöglich umsetzen müssen:

- Feuer: in eine vorher festgelegte Ecke oder zur Hallenwand laufen
- Wasser: auf eine Turnmatte stellen
- Luft: auf eine Bank oder Sprossenwand klettern
- Blitz: in der Bewegung erstarren
- Erde: sich flach auf den Boden legen
- Sturm: sich an ein anderes Kind klammern

Das Kind, das als letztes das Kommando ausgeführt hat, macht eine Zusatzübung (z. B. eine Kniebeuge, auf einem Bein an der Wand entlang hüpfen, die Sprossenwand ganz nach oben klettern). Es gibt auch die Variante, bei der das langsamste Kind ausscheidet. Diese Spielvariante eignet sich allerdings nur bedingt als Aufwärmspiel für den Sportunterricht: Kinder, die früh ausscheiden, können sich so nicht genügend aufwärmen.

Welche aufwärmspiele kommen auch in der oberstufe noch gut im sportunterricht an ?

Theoretisch können alle Aufwärmspiele, die sich für die Grundschule eignen, auch auf der weiterführenden Schule noch gespielt werden. Doch gerade beim Sport in der Oberstufe können Aufwärmspiele wie Hundehütte oder „Feuer, Wasser, Luft“ deinen Schülern zu kindisch erscheinen. Am besten lässt du deiner Klasse die Wahl zwischen verschiedenen Ballspielen. Doch auch Laufspiele können für die nötige Motivation sorgen.

Zeitschätzläufe
Für dieses Spiel benötigst du eine Stoppuhr. Vor Spielbeginn legst du eine Zeit fest, zum Beispiel 5 Minuten, und teilst sie deinen Schülern mit. Diese sollen so lange frei in der Halle laufen, bis sie denken, dass die 5 Minuten um sind. Dann setzen sie sich auf den Boden. Sobald alle Schüler sitzen, löst du auf, wer am nächsten an der vorgegebenen Zeit dran war. Der Sieger darf die nächste Zeitspanne vorgeben.

Brennball
Beim Brennball teilst du die Klasse in zwei gleich große Mannschaften auf. Zur Spielvorbereitung legst du in der Sporthalle Turnmatten kreisförmig aus. Im vorderen Bereich der Halle platzierst du einen kleinen Kasten und drehst ihn um, sodass die offene Seite oben liegt. Eine Mannschaft stellt sich am Spielfeldrand auf, die andere innerhalb der Turnmatten. Der erste Spieler wirft nun einen Ball möglichst weit weg und rennt los. Dabei versucht er, so viele Matten wie möglich zu passieren. Gleichzeitig versucht die gegnerische Mannschaft den Ball so schnell wie möglich in den umgedrehten Kasten zu befördern.

Der Ball muss mit dem Ausruf „verbrannt“ im Kasten landen. Ist der Läufer zu diesem Zeitpunkt auf einer Matte, darf er dort bleiben. Sobald der nächste aus seinem Team den Ball wirft, darf er weiterlaufen. Andernfalls ist er „verbrannt“ und muss wieder an den Start zurück. Für jeden Spieler, der die Ziellinie passiert, gibt es einen Punkt. Nach 10 Minuten wechselt ihr die Positionen. Gewonnen hat das Team mit den meisten Punkten.

Völkerball
Auch beim Völkerball gibt es zwei Mannschaften, die gegeneinander antreten und versuchen, sich mit Softbällen abzuwerfen. Dazu markierst du mit Hütchen ein Spielfeld, das etwa die Größe eines Volleyballfeldes hat. Jede Mannschaft wählt einen König, der hinter dem gegnerischen Spielfeld auf seinen Einsatz wartet. Ziel ist es, die Spieler der gegnerischen Mannschaft mit einem (oder auch mehreren) Softbällen abzuwerfen.

Wer abgeworfen wurde, geht nach hinten zu seinem König. Wem es gelingt, von dort einen Gegner abzuwerfen, darf zurück auf sein Spielfeld. Ist kein Spieler mehr im Feld, hat der König seinen großen Auftritt. Er betritt das Spielfeld und muss alles daransetzen, nicht getroffen zu werden. Doch erst, wenn er dreimal getroffen wurde, hat seine Mannschaft verloren.

Kinder spielen Völkerball

Aufwärmübungen im sportunterricht: häufig gestellte fragen

Welche Aufwärmspiele kannst du im Sportunterricht mit deiner Klasse spielen?
Es gibt eine Vielzahl an Aufwärmspielen, die sich für den Sportunterricht eignen: Fangspiele, Ballspiele und Laufspiele. Bekannte und bei Lehrern und Schülern gleichermaßen beliebte Aufwärmspiele sind unter anderem Hundehütte, Völkerball oder „Feuer, Wasser, Luft“.

Warum ist ein Aufwärmspiel sinnvoll?
Ein Aufwärmprogramm vor dem Sportunterricht ist unverzichtbar. Da viele Schüler interaktionslose Übungen wie Joggen zu langweilig finden, bereitest du sie mit kompetitiven Aufwärmspielen bestens auf den nächsten Sportunterricht vor.

Welche zwei Formen des Aufwärmens gibt es?
Beim körperlichen Aufwärmen wird unterschieden in allgemeines und sportartspezifisches Aufwärmen. Allgemeines Aufwärmen aktiviert die großen Muskelgruppen und kurbelt das Herz-Kreislauf-System an, z. B. durch zügiges Walken. Darauf folgt das spezielle Aufwärmen, das sich je nach Sportart unterscheidet. Beim Fußball beispielsweise können dies ein Dribbelparcours mit Hindernissen, eine Kopfball-Session oder Passübungen sein. Kräftigungs- und Dehnübungen runden das spezifische Aufwärmen im Sportunterricht ab.

Welche Aufwärmübungen gibt es?
Es gibt eine Vielzahl an möglichen Aufwärmübungen. Zu den Klassikern zählen lockeres Joggen, das Hüpfen mit einem Springseil und Hampelmänner. Denn hierbei werden vorwiegend die großen Muskelgruppen angesprochen und der Kreislauf in Schwung gebracht.

Wie lange sollten die Aufwärmübungen im Sportunterricht dauern?
Aufwärmübungen nehmen idealerweise etwa 10 bis 15 Minuten Zeit in Anspruch. So lange braucht der Körper, um auf Betriebstemperatur zu kommen und sich auf die kommende Belastung vorzubereiten. Bei Wettkämpfen darf die Aufwärmphase auch länger dauern.

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