So wird die Wasserdichtigkeit von Wanderjacken gemessen

So wird die Wasserdichtigkeit von Wanderjacken gemessen

Es gibt verschiedene Technologien, die dafür sorgen, dass wasserdichte Jacken kein Wasser eindringen lassen. 

Wasserdichtigkeit von Jacken

Woran erkennt man, ob eine Jacke wasserdicht ist?

Nur weil eine Jacke als "wasserdicht" beschrieben wird und eine Kapuze hat, heißt das nicht automatisch, dass du bei Regen garantiert trocken bleibst. Um sicherzugehen, achte auf folgende Punkte in der technischen Produktbeschreibung:


– Wasserdichtigkeitsnormen (JIS L 1092)
– In Labortests ermittelte Wassersäule
– Hinweis auf versiegelte oder verschweißte Nähte
– Vollständige Angaben zu Konstruktion, Material und Beschichtung

Damit du alle diese Informationen richtig einordnen kannst, erklären wir dir die Punkte gleich noch einmal Schritt für Schritt.

Wie wird die Wasserdichtigkeit von Kleidung gemessen?

Die Unterschiede zwischen wasserdichten Jacken können erheblich sein: Während die eine dich auch bei starkem Regen stundenlang trocken hält, dringt bei anderen schon nach einer Stunde mäßigem Regen Wasser ein. Ein wichtiges Maß für die Wasserdichtigkeit ist die Wassersäule, die angibt, welchem Wasserdruck das Material standhält. In einigen Ländern wie etwa Frankreich wird dieser Wert auch in der Einheit Schmerber angegeben.

Was sagt die Wassersäule aus?

Die Wassersäule gibt an, welchem Druck ein Material standhält, bevor Wasser eindringt. Sie wird in Millimetern angegeben. Je höher der Wert, desto besser hält das Kleidungsstück Wasser ab. Zum Beispiel hält eine Jacke mit einer Wassersäule von 10.000 mm dem Druck einer 10 m hohen Wassersäule stand, ohne dass Wasser eindringt.

So wird die Wasserdichtigkeit von Wanderjacken gemessen

Ermittlung der Wassersäule von Regenjacken

Seit 2021 verwendet Decathlon den Standard JIS L 1092, um die Wasserdichtigkeit seiner Jacken zu bestimmen. Der Test läuft wie folgt ab: Das jeweilige Modell wird einer Wassersäule ausgesetzt, deren Druck schnell steigt – pro Minute um 1.000 mbar. Sobald die ersten Wassertropfen das Material durchdringen, wird der Test gestoppt, und unsere Ingenieure messen die Höhe der Wassersäule. Da der mittlere Regendruck zwischen 1.000 und 2.000 mm liegt, gilt ein Kleidungsstück, das dem Druck einer 1.300 mm hohen Wassersäule standhält, als wasserdicht.

⚠️ Hinweis: Eine Jacke mit 2.000 mm Wassersäule schützt zwar vor Nieselregen oder leichter Feuchtigkeit, bietet aber keinen vollständigen Schutz bei Starkregen oder längeren Gewittern.

So wird die Wasserdichtigkeit von Wanderjacken gemessen

Kontrolle der Wasserdichtigkeit von Nähten

Auch wenn das wasserdichte Gewebe deiner Regenjacke eine hohe Wassersäule hat, bist du nicht automatisch komplett geschützt. Wasser kann nämlich auch durch die Nähte, den Ansatz der Kapuze, Sturmklappen und Reißverschlüsse eintreten, sodass du mit der Zeit trotzdem nass wirst. Damit kleine Tropfen eindringen können, müssen daher auch die Nähte und Reißverschlüsse wasserdicht sein. Achte bei den Decathlon Jacken auf den Hinweis "100 % versiegelte Nähte" in der Produktbeschreibung.

Wasserdichte Behandlungen

Es gibt zwei gängige Technologien, um Kleidung wasserdicht zu machen: Beschichtungen und Membranen. Eine Membran kann aus 2, 2,5 oder 3 Lagen bestehen. Diese Zahl hat nicht nur Einfluss auf die Regendichtigkeit, sondern auch auf andere Eigenschaften wie Atmungsaktivität, Gewicht und Strapazierfähigkeit.

Beschichtungen

Eine wasserdichte Beschichtung ist eine Art Paste, die auf die Innenseite eines Gewebes aufgetragen wird. Sie verhindert, dass Wasser in das Kleidungsstück eindringt, lässt aber gleichzeitig Feuchtigkeit wie Schweiß von innen nach außen entweichen. Das Ergebnis: effektiver Schutz und gute Atmungsaktivität für Wanderungen und andere Outdoor-Aktivitäten.

So wird die Wasserdichtigkeit von Wanderjacken gemessen

Zwei- bis dreilagige Membranen

Gore-Tex®-Membranen sind dir sicher ein Begriff. Auf dem Markt gibt es viele weitere, vergleichbare High-Performance-Lösungen. Eine Membran ist ein wasserabweisender Film, der auf die Innenseite eines Gewebes laminiert wird. Ähnlich wie eine Beschichtung verhindert sie, dass Feuchtigkeit eindringt, leitet aber gleichzeitig Schweiß vom Körper nach außen ab. Durch die Laminierung sind Membranen flexibler und haltbarer als Beschichtungen. Die Konstruktion besteht aus mehreren "Lagen", deren Anzahl sich auf den Komfort, die Atmungsaktivität und das Gewicht des Kleidungsstücks auswirkt.

• 2 Lagen: Die Membran ist mit dem Außengewebe verbunden, während das schützende Innenfutter frei bleibt. Dies sorgt für Atmungsaktivität und guten Komfort.

• 2,5 Lagen: Die Membran wird unter das Außengewebe geklebt und von innen durch einen dünnen Film geschützt. Dadurch ist die Jacke leicht und robust.

• 3 Lagen: Die Membran ist mit dem Außen- und Innengewebe verbunden. Dieses Design gewährleistet hohe Strapazierfähigkeit und Performance.

Achte bei der Auswahl deiner Jacke also darauf, welche Lagenanzahl zu deinen Bedürfnissen bei Wanderungen im Regen passt. Das aufwendige Herstellungsverfahren rechtfertigt den relativ hohen Preis einer hochwertigen wasserdichten Jacke, die zuverlässigen Regenschutz bietet.

Auch aufs Material kommt es an

Ein letzter wichtiger Punkt ist das Material der wasserdichten Jacke. Wenn es nicht hochwertig ist, wirst du nicht lange Freude an deinem neuen Kleidungsstück haben, weil die Wasserdichtigkeit oft nach der ersten Wäsche nachlässt. Außerdem kann die Membran beschädigt werden, wodurch ihre Schutzwirkung abnimmt. Während sich die Wasserdichtigkeit mit bestimmten Methoden reaktivierten lässt (dazu später mehr), lässt sich eine beschädigte Membran nicht reparieren. Deshalb achten wir bei Decathlon bei der Entwicklung unserer Produkte darauf, dass sie nach dem Waschen noch denselben Schutz bieten wie davor.

Wie wasserdicht sollte eine Jacke sein?

Das hängt ganz davon, wie und unter welchen Bedingungen du sie nutzt. Unternimmst du gerne lange Wanderungen, unabhängig vom Wetter? Dann ist ein sehr wasserdichtes High-Performance-Modell wie die Jacke MH900 für Damen oder Herren ideal. Sie bietet eine 3-lagige Konstruktion mit einer Wassersäule von 25.000 mm und versiegelten Reißverschlüssen. Die MH900 ist auch für Kinder erhältlich: Die Modelle in rosa oder schwarz halten kleine Abenteurer mit einer wasserdichten Beschichtung mit 10.000 mm Wassersäule und versiegelten Reißverschlüssen bis zu drei Stunden lang trocken.

Wenn du die Jacke hingegen eher bei kürzeren Spaziergängen trägst und dich vor leichtem Regen schützen möchtest, reicht eine weniger wasserdichte Variante aus. Die Jacken MH100 und MH150 kommen mit einer Wassersäule von etwa 15.000 mm und eignen sich für mäßige Schauer. Die MH100 ist mit einer 2-lagigen und die MH150 einer 2,5-lagigen Membran ausgestattet.

Und für kurze Touren bei kalten Temperaturen empfehlen wir eine warme Wanderjacke mit minimaler Wasserdichtigkeit. Besonders geeignet ist die NH500 für Damen und Herren mit 5.000 mm Wassersäule und wasserdichten Reißverschlüssen.

Auffrischung der wasserdichten Eigenschaften

Die wasserdichten Eigenschaften einer Wanderjacke können nach mehreren Einsätzen oder Wäschen nachlassen. Wenn du deine Jacke länger nicht genutzt hast und unsicher bist, wie dicht sie noch ist, kannst du einfach einen Spritzer Wasser auf das Gewebe geben: Perlen die Tropfen ab, ist es noch wasserdicht. Werden sie hingegen aufgesogen, solltest du das Material reaktivieren. Hierfür gibt es verschiedene Methoden: Ob Trockner, imprägnierendes Waschmittel oder Imprägnierspray, in diesem Artikel erfährst du alles, was du wissen musst!

Was ist der Unterschied zwischen wasserdicht und wasserabweisend?

Du hast ein Auge auf eine "wasserabweisende" Jacke geworfen – nicht zuletzt, weil sie günstiger ist als ein "wasserdichtes" Modell? Diese Begriffe werden oft austauschbar genutzt, um zu beschreiben, dass Wasser nicht durch die Oberfläche dringt, aber das ist nicht ganz korrekt. Tatsächlich bieten beide Optionen unterschiedliche technische Vorteile.

Eine wasserabweisende Jacke für leichte Schauer

Ein Gewebe ist wasserabweisend, wenn Wasser von seiner Oberfläche abperlt, ohne absorbiert zu werden. In der Praxis bedeutet das: Bei einem wasserabweisenden Kleidungsstück "gleiten" Regentropfen von der imprägnierten Außenseite des Stoffs ab. Das funktioniert jedoch nur bei leichtem Regen oder für einen kurzen Zeitraum. Es ist also eher eine Lösung, die bei einem plötzlichen, kürzeren Regenschauer nützlich ist. Wasserabweisende Produkte sind in der Regel auf eine andere Hauptfunktion wie Wärmeisolierung oder Atmungsaktivität ausgelegt. Sie sind nicht dafür geeignet, dich beim Wandern zuverlässig vor Regen zu schützen.

Eine wasserdichte Jacke für stärkeren Regen

Im Gegensatz zu wasserabweisender Kleidung bezeichnet Wasserdichtigkeit die Fähigkeit eines Materials, zu verhindern, dass Feuchtigkeit wie Regen, Schnee oder Tau ins Innere gelangt. Wasserdichte Materialien kombinieren eine wasserabweisende Außenseite mit einer zusätzlichen Schutzschicht auf der Innenseite des Gewebes. Diese lässt selbst dann kein Wasser durch, wenn es sich auf dem Stoff sammelt oder Druck auf das Material ausgeübt wird – zum Beispiel durch einen Rucksack. Bei starkem Regen hält dich wasserdichte Ausrüstung daher deutlich effektiver trocken als wasserabweisende Kleidung.

Schützen Daunenjacken vor Regen?

Daunenjacken sind meist wasserabweisend, aber nicht wasserdicht. Ihr Hauptzweck ist es, dich warm zu halten. Bei Regen empfehlen wir, zusätzlich eine leichte und kompakte wasserdichte Jacke in den Rucksack zu packen, um für echten Regen gewappnet zu sein. Wenn das Futter deiner Jacke feucht wird, verliert sie nämlich ihre isolierende Wirkung. Mit einer Kombination aus leichter Regenjacke, die über deine dicke Daunenjacke passt, oder einer leichteren Daunenjacke zusammen mit einer wärmeren Regenjacke bist du ideal ausgestattet. Eine clevere Alternative ist eine 3-in-1-Jacke, die Wärme und Komfort mit Funktionalität und Wasserdichtigkeit kombiniert. Dies ist die leichteste und praktischste Lösung!

Wassersäule, Nähte, Material, Behandlung: Jetzt weißt du, welche Faktoren die Wasserdichtigkeit einer Wanderjacke bestimmen. Bist du bereit für eine tolle Trekkingtour im Regen?

So wird die Wasserdichtigkeit von Wanderjacken gemessen

Marion Nicolazo

Sportjournalistin und Outdoor-Abenteurerin

Hier findest du alle unsere Tipps

So wird die Jacke wieder wasserabweisend

So wird die Jacke wieder wasserabweisend

Deine Wanderjacke kommt dir weniger wasserdicht vor als beim ersten Gebrauch? Hier erfährst du, wie du diese Eigenschaft wieder herstellst!

Quechua Wanderschuhe

Die richtige Wahl der Einlegesohlen für Wanderschuhe

Wir erklären dir, worauf es je nach Einsatzart ankommt.

Frau schaut in die Ferne mit Wanderjacke und Rucksack

Welche Wanderjacke ist die richtige für mich?

Leichte und warme Jacken, flexible 3-in-1-Modelle, mit oder ohne Belüftung und mit unterschiedlich hohem Regenschutz. Die Wahl ist der Wanderjacke ist nicht einfach! Wir helfen dir bei deiner Entscheidung und geben dir die wichtigsten Kriterien an die Hand!