EINSTELLUNG DER VORDERRADFEDERUNG

Für eine optimale Funktionsweise muss die Vorderradfederung an dein Körpergewicht angepasst werden. Zwei Dinge sind bei der Gabel einzustellen: die Federung und die Dämpfung.

1. DIE EINSTELLUNG DER FEDERUNG

Bei Unregelmäßigkeiten im Gelände hebt und senkt sich der Gabelschaft in den Tauchrohren, um die Stöße abzufangen. Die Amplitude dieser Bewegung nennt man Federung.

Um zu überprüfen, ob die Federung angemessen abläuft, befestige je einen Kabelbinder am oberen Ende des Gabelschafts und einen an einem der Tauchrohre.

Setz dich dann aufs Fahrrad, stelle die Füße auf die Pedalen und lege die Hände auf den Lenker. Stütz dich dabei entweder mit einem Ellenbogen an der Wand ab, oder lass dich von jemandem halten.

Unser Tipp: Für die Einstellung solltest du dein Radoutfit tragen, damit das Körpergewicht auch wirklich dem entspricht, was dein Rad auf Touren oder beim Training trägt.

Unter deinem Gewicht wird das Tauchrohr am Gabelschaft nach oben geschoben und dabei der Kabelbinder mit nach oben gedrückt.

Jetzt kannst du den Federweg messen, indem du den Abstand zwischen dem Kabelbinder und dem oberen Ende des Gabelschaftes misst.

Wie stellt man die Federung richtig ein?

Errechne dann aus dem ermittelten Federweg und dem maximalen Federweg deiner Gabel den SAG (engl. für Absenkung unter Körpergewicht).

Beispiel: Wenn deine Gabel einen maximalen Federweg von 100 mm hat und dein ermittelter Federweg unter Belastung 28 mm ist, ergibt das ein Verhältnis von 28 %.

Die richtige Einstellung deiner Federgabel hängt von deiner Fahrweise ab, aber 25 % Federweg sind eine gute Grundlage, um sich beim Fahren wohlzufühlen.

Anmerkung: Ein Downhill-Fahrer wird einen höheren SAG bevorzugen, während ein Cross-Country-Fahrer sicherlich unter den 25 % bleiben würde. 

Um den SAG zu reduzieren, führe dem linken Tauchrohr mit einer speziellen Pumpe über das Ventil Luft zu. Um ihn zu erhöhen, lasse ein wenig Luft ab.

 

2. DIE EINSTELLUNG DER DÄMPFUNG

Die Einstellung der Dämpfung hat Auswirkung auf die Reaktionsgeschwindigkeit deiner Gabel. Eine niedrigere Reaktionsgeschwindigkeit eignet sich eher bei schwächerer Amplitude, während eine höhere Reaktionsgeschwindigkeit bei Federung starker Amplitude nötig ist. Bei manchen Modellen ist es möglich, auch die Dämpfung mithilfe eines Stellrads am unteren Ende des rechten Bolzens der Gabel oder am oberen Ende der Gabel zu verstellen.

Besitzt dein Mountainbike kein Stellrad für die Dämpfung, pumpe mit der Hochdruckpumpe für Federungen Luft in die untere Kammer, um die Einstellung der Feder zu verändern.

Verfügt deine Gabel über ein Stellrad, stelle diese auf "Plus", für schnellere Reaktion und auf "Minus" für langsamere Reaktion.

Hinweis: Auf manchen Modellen ist "Faster" und "Slower" angegeben.

Neuheit 2016: Die Gabel U-FIT wurde so entwickelt, dass Einstellungen ohne großen Aufwand möglich sind. Die Innovation dabei: Man kann mit dem Stellrad das eigene Gewicht einstellen. Es wird auf der Gabel angezeigt.

Die Betätigung des Stellrads reduziert, abhängig von deinem Gewicht, mehr oder weniger den Federweg.

Wie stellt man die Federung richtig ein?

3. DIE FEDERUNG BLOCKIEREN

Manche Federgabeln lassen sich blockieren, was auf Strecken, auf denen gerollt werden soll, von Vorteil ist, egal ob auf Asphalt oder Bergtrails. Die Funktionsweise ist simpel, blockierst du die Federung, zirkuliert das Öl nicht mehr in der Kammer.

Zum Blockieren musst du den dafür vorgesehenen Hebel am Lenker oder an der Feder selbst betätigen.

 

4. DIE FEDERGABEL/ÖL

Sind die Einstellung vorgenommen, betätige die Federung und beobachte den Federweg.

Kommst du häufig an die Grenzen deines maximalen Federwegs, hat die Gabel nicht genug Widerstand.

Reagiert die Federung allerdings nur bei wirklich starken Unebenheiten am Boden, hat sie zu viel Widerstand.

In beiden Fällen ist es sinnvoll, die Federn deiner Gabel gegen passendere einzutauschen. Je nach Modell hat die Gabel eine Federung und einen Dämpfungsmechanismus oder zwei Federungen.

EINSTELLUNG DER HINTERRADFEDERUNG

Die Hinterradfederung funktioniert wie die Vorderradfederung und auch hier musst du den Federweg und die Reaktionsgeschwindigkeit einstellen.

 

1. EINSTELLUNG DES FEDERWEGS DER HINTEREN GABEL

Miss den Abstand zwischen der Mitte der beiden Radmuttern der Dämpfung.

Steige dann in voller Fahrradmontur auf das Fahrrad und setze die Füße auf die Pedalen. Bitte jemanden, dir Halt zu geben oder stütze dich mit dem Ellenbogen an einer Mauer ab. Bitte dann jemanden, noch einmal den Abstand zwischen der jeweiligen Mitte der beiden Radmuttern der Dämpfung zu messen.

Teile das zweite Messergebnis durch das erste und multipliziere dann mit 100. Ein SAG von 25-30 % ist ein guter Ausgangspunkt, denn du je nach Fahrpraxis und Vorliebe noch feinjustieren kannst.

Die Einstellung erfolgt wie bei der Vordergabel: Entlasse Luft oder pumpe mit der speziellen Hochdruckpumpe Luft in die Kammer, je nach Einstellungswunsch.

2. DIE REAKTIONSZEIT EINSTELLEN

Bevor du die Dämpfung der Hinterachse verstellst, solltest du einige Dinge überprüfen. Manche Dämfungen verfügen über ein Stellrad, um die Spannung einzustellen.

Vorsicht: Eine zu hohe Reaktionszeit macht das Fahrrad unkomfortabel und reduziert die Wendigkeit.

Besitzt du ein Fahrrad mit Vollfederung, sollte ein gutes Gleichgewicht zwischen der Dämpfung hinten und der Federgabel bestehen.

Um dieses Gleichgewicht zu überprüfen, stell dich seitlich neben dein Fahrrad und übe Druck auf die Mitte des Oberrohrs aus. Beobachte die Reaktion von Gabel und Dämpfung. Fährst du "normal" Fahrrad, sollten beide Federungen gleich stark federn.

Du kannst die vordere und hintere Federung je nach Bedarf einstellen, um die technischen Gegebenheiten deines Fahrrads deinem Fahrverhalten anzupassen. Vergiss dabei aber nicht, die Dichtungen deiner Federungen zu überprüfen. Tausche sie aus, sollten sie schon zu abgenutzt sein.

Wie stellt man die Federung richtig ein?

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