Eine Frau campt im Winter mit Zelt

Wintercamping - 10 Survival Tipps für's Campen im Schnee

Wintercamping ist ein besonderes Abenteuer, das gute Vorbereitung braucht. In diesem Ratgeber erfährst du die wichtigsten Survival-Tipps für die kalte Jahreszeit.

Eine Frau campt im Winter und trinkt Tee vor ihrem Zelt

Wo kann man im Winter am besten campen?

Für Wintercamping eignen sich besonders offizielle Wintercampingplätze, die auch in der kalten Jahreszeit geöffnet sind und über beheizte Sanitäranlagen, Stromanschlüsse und geräumte Wege verfügen. Besonders beliebt sind Plätze in Skigebieten und Alpenregionen, aber auch in windgeschützten Wäldern und an gefrorenen Seen.

Wichtig bei der Standortwahl ist ein windgeschützter, ebener Platz, idealerweise mit natürlichem Schutz durch Bäume oder Hügel. Meide Senken, in denen sich kalte Luft sammelt, und Hänge mit Lawinengefahr. Wildcampen ist im Winter in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt, weshalb offizielle Plätze die sicherste und legale Wahl sind.

Camping mit dem Auto und Dachzelt vor den Bergen

Was sollte man beim Wintercamping beachten?

Beim Wintercamping sind einige besondere Punkte entscheidend für Sicherheit und Komfort:

  • Isolierung vom Boden: Die größte Kälte kommt von unten. Eine oder mehrere isolierende Isomatten mit hohem R-Wert sind unverzichtbar, um Wärmeverlust zu verhindern.
  • Kondenswasser vermeiden: Gute Belüftung im Zelt verhindert, dass sich Feuchtigkeit bildet und gefriert. Zeltöffnungen leicht offen lassen.
  • Richtige Kleidung: Das Zwiebelprinzip mit Funktionsunterwäsche, wärmender Mittelschicht und wetterfester Außenschicht hält warm und trocken.
  • Ausreichend Verpflegung: Der Körper verbraucht bei Kälte mehr Energie. Warme Mahlzeiten und heiße Getränke sind wichtig, um die Körpertemperatur zu halten.
  • Schnee als Schutz: Aufgeschütteter Schnee rund um das Zelt dient als zusätzlicher Windschutz und Isolierung.

Zwei Personen campten mit Zelt im Winter auf dem Berg

Was sind die Must-Haves für Wintercamping?

Diese Ausrüstung gehört bei jedem Wintercamping-Trip unbedingt dazu:

  • Wintertaugliches Zelt: Ein stabiles Zelt mit hoher Wassersäule, das Schneelast und Wind standhält, ist die Basis für sicheres Wintercamping.
  • Winterschlafsack: Ein Schlafsack mit passender Komforttemperatur, idealerweise für Minusgrade ausgelegt, ist überlebenswichtig gegen die Kälte.
  • Isomatte mit hohem R-Wert: Am besten zwei Matten kombinieren, um die Bodenkälte effektiv abzuhalten.
  • Campingkocher: Ein gaskartuschenbetriebener oder benzinbetriebener Kocher, der auch bei Minusgraden zuverlässig funktioniert.
  • Warme Kleidung: Thermounterwäsche, Fleece, wasserdichte Außenschicht, warme Mütze, Handschuhe und dicke Socken.
  • Stirnlampe: Die Tage sind kurz, eine zuverlässige Lichtquelle mit Ersatzbatterien ist unverzichtbar.

Zwei Personen campen im Winter in Norwegen

Welches Zelt eignet sich zum Wintercamping?

Für Wintercamping brauchst du ein Vierjahreszeitenzelt oder ein speziell verstärktes Winterzelt, das den besonderen Anforderungen der kalten Jahreszeit standhält. Wichtig sind eine robuste Konstruktion, die Schneelast trägt, eine hohe Wassersäule von mindestens 3.000 Millimetern, ein stabiles Gestänge und eine gute Windstabilität.

Geodätische Zelte mit mehreren sich kreuzenden Stangen sind wegen ihrer hohen Stabilität besonders für extreme Winterbedingungen geeignet. Ein Zelt mit Apsis, also einem überdachten Vorraum, bietet Platz zum Kochen und Lagern der nassen Ausrüstung. Achte außerdem auf gute Belüftungsmöglichkeiten, um Kondenswasser zu reduzieren.

Bei Decathlon findest du robuste Campingzelte für verschiedene Ansprüche, darunter stabile Modelle mit hoher Wassersäule ab etwa 30 Euro für den Einstieg sowie hochwertigere Trekkingzelte für anspruchsvollere Bedingungen ab rund 100 Euro aufwärts.

Welche Tipps gibt es für das Wintercamping mit dem Wohnwagen?

Wintercamping mit dem Wohnwagen ist komfortabler als im Zelt, erfordert aber ebenfalls gute Vorbereitung:

  • Heizung prüfen: Eine funktionierende, ausreichend dimensionierte Gas- oder Dieselheizung ist das Herzstück. Vor der Reise unbedingt warten und Gasvorräte großzügig einplanen.
  • Isolierung verbessern: Thermomatten für Fenster und eine isolierende Bodenmatte reduzieren den Wärmeverlust erheblich und senken den Heizbedarf.
  • Gegen Frost schützen: Wasserleitungen und Abwassertank vor dem Einfrieren schützen, zum Beispiel mit Frostschutzmitteln oder beheizten Leitungen.
  • Feuchtigkeit regulieren: Regelmäßig lüften, um Kondenswasser und Schimmelbildung im Innenraum zu vermeiden, auch wenn es Wärme kostet.
  • Gasvorrat sichern: Bei Kälte steigt der Gasverbrauch stark an. Immer eine volle Ersatzflasche und einen Gasdruckregler mit Frostschutz dabei haben.
  • Schneelast vom Dach entfernen: Bei starkem Schneefall das Dach regelmäßig räumen, damit die Konstruktion nicht überlastet wird.

Das könnte dich auch interessieren:

Kann man im Winter in die Berge fahren und nicht Ski fahren?

Kann man im Winter in die Berge fahren und nicht Ski fahren?

Berge ohne Bretter? Oh ja! Wer im Winter ohne Skiausrüstung in die Alpen reist, tauscht stressige Pistenhektik und teure Skipässe gegen unbezahlbare Naturmomente und tiefenwirksame Erholung. Erfahre hier alles Wissenswerte!

Übernachten in der Natur: Welcher Schlafsack ist der richtige zum Wandern?

Wandern und anschließend in der freien Natur übernachten? Mit einem kleinen, leichten Schlafsack ist das selbst im Winter kein Problem. So findest du den passenden Schlafasck!

Schneeschuhwandern entdecken

Vielleicht hast du diesen Winter die Gelegenheit, die Feiertage oder ein Wochenende in den Bergen zu verbringen. Nutz die Gelegenheit dann doch, um die Berge im Rahmen einer unterhaltsamen und für alle zugänglichen Aktivität mal auf andere Weise zu erkunden!