Idealgewicht berechnen

Gibt es ein Optimalgewicht für Mann und Frau?

Wer kennt sie nicht: die alljährlichen, guten Vorsätze, Gewicht zu verlieren? Die Anmeldungen in den Fitnessstudios schnellen gerade im Januar regelmäßig nach oben. Die Illustrierten sind voll mit Tipps zum Abnehmen und neuen Wunderdiäten. Spätestens im Frühling eifern Frauen intensiv der Bikinifigur nach. Männer schauen besorgt auf den Bierbauch und träumen vom Sixpack.

So weit, so oberflächlich. Doch was ist dran am Idealgewicht? Ist das Normalgewicht dasselbe wie das Idealgewicht? Gibt es einen Unterschied bei den Geschlechtern? Und wie kannst du das Normalgewicht berechnen? Wir stellen dir die gängigsten Methoden, um das Normalgewicht bei Mann und Frau zu ermitteln, genauer vor und sagen dir, worin der Unterschied zwischen Normal- und Idealgewicht liegt.

Unterschied Normalgewicht und Idealgewicht

Normalgewicht oder Idealgewicht?

Die beiden Begriffe Normalgewicht und Idealgewicht werden in der Praxis oftmals bedeutungsgleich benutzt. Auch, wenn es Überschneidungen gibt, existieren doch signifikante Unterschiede.
Stark vereinfacht kannst du die beiden Bezeichnungen wie folgt definieren:

  • Das Idealgewicht ist dein Zielgewicht, welches du persönlich anstrebst und/oder von außen als ästhetisch definiert wird.
  • Das Normalgewicht ist der Gewichtsbereich, der aus medizinischer Sicht als gesund gilt.


Tatsächlich ist es so, dass, wenn vom Idealgewicht die Rede ist, in der Regel das Normalgewicht gemeint ist. Auch dann, wenn man das Idealgewicht von einer Frau oder einem Mann berechnen möchte, ist zumeist das Normalgewicht gemeint.

Einflussfaktoren auf das Normalgewicht

Einflussfaktoren auf das Normalgewicht

Dein Körpergewicht unterliegt vielen verschiedenen Einflussfaktoren. Zu den wichtigsten gehören:

  • Alter
  • Geschlecht
  • Muskelmasse
  • Körperbau sowie der
  • gesundheitliche Zustand


Mit zunehmendem Alter verändert sich die Körperzusammensetzung. Während der Fettanteil zunimmt, wird die Muskelmasse weniger. Das Risiko zu erkranken, nimmt mit fortschreitendem Alter zu.
Kinder und Jugendliche unterliegen bis 18 Jahren wiederum großen Wachstumsschüben. Sportler hingegen haben prinzipiell mehr Muskelmasse. Außerdem verfügen Menschen über verschiedene Arten des Körperbaus. Der eine ist eher schmal und groß, der andere eher breit und klein.
Wenn du gerade eine Magen-Darm-Infektion auskurierst oder vor lauter Liebeskummer vollkommen appetitlos bist, bringst du vermutlich weniger Gewicht auf die Waage. Hast du viel Langeweile und ernährst dich ausschließlich von Fast Food und Süßigkeiten, wirst du zügig zunehmen.
Allein daran erkennst du, dass die Angabe zum Gewicht eines Menschen immer relativ ist. Dennoch solltest du die Zahl auf der Waage stets im Auge behalten, da ein zu hohes Körpergewicht gesundheitliche Implikationen nach sich ziehen kann.
Wiegst du zu viel, so hast du ein deutlich größeres Risiko an Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes zu erkranken. Nicht zuletzt sinkt deine Lebensqualität, wenn du wegen eines zu hohen Körpergewichts nicht in der Lage bist, zu reisen, auszugehen oder anderweitig aktiv zu sein.

Normalgewicht berechnen: Die Methoden

Möchtest du nun dein Normal- bzw. Idealgewicht berechnen, stehen dir verschiedenen Methoden zur Auswahl. Alle haben ihre Vor- und Nachteile, die wir im Folgenden näher betrachten möchten.

Mit dem BMI Normalgewicht berechnen

Der BMI, der Body Mass Index, ist die wohl bekannteste Methode, das Idealgewicht zu berechnen. Die Mathematik ist dabei ganz simpel, denn beim BMI wird die Körpergröße ins Verhältnis zum Körpergewicht gesetzt.
Die BMI-Formel lautet wie folgt:
BMI = m / l2
Um den BMI zu berechnen, musst du also dein Körpergewicht in Kilogramm durch deine Körpergröße in Metern zum Quadrat teilen. Wiegst du beispielsweise 70 kg und bist 1,70 m groß, hast du einen BMI von 24,2.
Doch was machst du nun mit dieser Zahl? Hierfür gibt es zur Klassifikation, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stammt. Aus dieser Tabelle kannst du entnehmen, in welche Kategorie du fällst.
Die BMI-Kategorien (vereinfacht) in der Übersicht:

  • Untergewicht: < 18,5
  • Normalgewicht: 18,5 - 24,9
  • Übergewicht: 25,0 - 29,9
  • Adipositas I: 30,0 - 34,9
  • Adipositas II: 35,0 – 39,9
  • Adipositas III: < 40,0


Die Richtwerte sind für viele Menschen hilfreich, um ihr Idealgewicht zu berechnen. Der BMI hat allerdings große Schwachstellen, da er viele Faktoren nicht in die Betrachtung einbezieht.
Er ist nur bedingt geeignet, um das Normalgewicht bei einer Frau oder bei einem Mann zu berechnen, da er das Geschlecht nicht berücksichtigt. Außen vor bleiben zudem Angaben zum Alter, zum Lebensstil oder zur Aktivität.
Der Body Mass Index bestimmt zwar pauschal, ob du Unter-, Über- oder Normalgewicht hast. Er trifft jedoch keine Aussage darüber, wie hoch dein Körperfettanteil ist. Das spielt insofern eine wichtige Rolle, als dass bestimmte Krankheiten dann entstehen, wenn sich an bestimmten Körperstellen vermehrt Fett befindet. Gerade zu viel Bauchfett ist verantwortlich für Leber- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher gibt es eine Reihe an Alternativen für die Berechnung des Normalgewichts.

Erreiche dein Idealgewicht

Mit dem WHR das optimale Gewicht berechnen

Der WHR, auch Waist-to-Hip-Ratio bzw. Taillen-Hüft-Quotient genannt, berücksichtigt genau diese Erkenntnis: Menschen mit einem hohen Körperfettanteil, insbesondere am Bauch- und Taillenbereich, leiden laut Statistik eher an Herzproblemen und Gefäßerkrankungen als Männer und Frauen mit weniger Fett um die Hüften.
Wenn du mit dem WHR das Idealgewicht berechnen möchtest, wirst du feststellen, dass du hierfür deine Körpergröße und dein Körpergewicht überhaupt nicht benötigst. Stattdessen musst du deinen Taillenumfang in Zentimeter durch deinen Hüftumfang in Zentimeter teilen.
Auch hier ergibt sich eine Klassifikation, die für Frauen wie folgt aussieht:

  • Normalgewicht: < 0,80
  • Übergewicht: 0,80 - 0,84
  • Adipositas: > 0,85


und für Männer: 
  • Normalgewicht: < 0,90
  • Übergewicht: 0,90 - 0,99
  • Adipositas: >1,00


Der Taillen-Hüft-Quotient hat gleich mehrere Vorteile. Er berücksichtigt zum einen das Geschlecht und eignet sich damit gut für eine Berechnung vom Optimalgewicht bei Frau und Mann.
Zum anderen legt er den Fokus auf das Körperfett, insbesondere das Bauchfett. So klassifiziert der WHR einen Bauchumfang ab 80 cm bei Frauen und ab 94 cm als gesundheitlich bedenklich. Von einer bauch- oder rumpfbetonten Adipositas im medizinischen Sinne ist bei einem Bauchumfang ab 88 cm (Frauen) bzw. ab 102 cm (Männer) die Rede.

Fazit & FAQ

Der BMI ist nur eine Methode, um das Normalgewicht zu berechnen. Er trifft eine relativ pauschale Aussage, ob du Über-, Unter- oder Normalgewicht hast. Wesentliche Einflussfaktoren spielen bei der Berechnung des Optimalgewichts jedoch keine Rolle. Geschlecht, Alter, Fettanteil und Körperzusammensetzung bleiben komplett unberücksichtigt. Besser für die Idealgewicht Berechnung eignet sich der WHR, der auch das Geschlecht und den Körperfettanteil in Kalkulation einbezieht.

Wie berechnet man das Idealgewicht?

Um das Idealgewicht zu berechnen, kannst du verschiedene Methoden wählen. Der Body Mass Index und der Waist-to-Hip-Quotient sind dabei die gängigsten Ansätze, um das Optimalgewicht zu ermitteln. Es gibt aber auch noch andere Ansätze, darunter die Creff-Formel, der Broca-Index oder Fettfreie-Masse-Index (FFMI).

Wie viel Gewicht bei welcher Größe?

Dafür benutzt du am besten die Creff Formel. Diese lautet:
Idealgewicht = [(Körpergröße in cm - 100) + (Alter / 10)] x Faktor für den Körperbau
Der Faktor für den Körperbau ergibt sich aus deiner Statur: Zierlich: Faktor 0,9, Normal: Faktor 1,0, Breit: Faktor 1,1.

Wie viel Gewicht in welchem Alter?

Auch hier ist die Creff-Formel gut geeignet, um das Idealgewicht in einem bestimmten Alter zu berechnen.

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