Das Spiel und seine Regeln

Rugby ist ein Teamsport, in dem sich zwei Mannschaften mit je 15 Spielern (die am weit verbreitetste Rugby-Variante) gegenüberstehen. Das Ziel besteht darin, den ovalen Ball öfter in das gegnerische Tor zu bringen als die andere Mannschaft. Die Grundausrüstung eines Rugby-Spielers besteht aus einem Trikot, Shorts, Kniestrümpfen, Schuhen und Schutz-Bekleidung.

Ein wenig Hintergrundwissen... Nach oben

Verschiedene Ballspiele gelten als Vorläufer des heutigen Rugby-Sports. Unter anderem das Haspartum, ein römischer Sport, und das Soule-Spiel, das die Franzosen im Mittelalter spielten. Später gab es das Hurling, das sich aus dem Soule-Spiel entwickelte und mit den Normannen nach England gelangte. Wiege des Rugby-Sports in seiner heutigen Form ist die Stadt Rugby in England. Bei einem Fußballturnier verstieß William Web Ellis gegen die Regeln, indem er den Ball an sich brachte und mit diesem in der Hand auf das gegnerische Tor zurannte. Diese neue Art des Spiels verbreitete sich rasch in ganz England und wurde bald auch in vielen Colleges gespielt. Es brauchte nicht lange, da wurde dieser Sport auch über die Ozeane getragen. 1877 war Rugby als Sportart in allen britischen Kolonien und insbesondere in Indien vertreten. Der Weltverband International Rugby Board wurde 1890 gegründet und überwacht seitdem das Regelwerk des Spiels.

Herausragende Spieler Nach oben

Seit seinen Anfängen hat der Rugby-Sport schon viele Ausnahmespieler hervorgebracht: 

Johan Lomu
Geboren 1975 in Neuseeland wurde er 1994 das jüngste Teammitglied aller Zeiten bei den All Blacks.

Bryan Habana
Geboren 1983 in Südafrika, sehr erfolgreich auf der Position des Flügelstürmers, wo er seine außergewöhnliche Schnelligkeit und Kraft einsetzt. 

Juan Martin Hernandez, alias "der Zauberkünstler" (El Mago)
Geboren 1982 in Argentinien, sehr stark auf der Position des Verbindungshalbs.

Brian O’Driscoll
Der 1979 in Dublin geborene Spieler ist unter dem Namen BOD oder Drico bekannt. Er spielt auf der Position des Innendreiviertels. In Irland entrollen seine Fans häufig Banner mit dem Spruch "In BOD We Trust".

Jonathan Peter Wilkinson (oder Johnny Wilkinson)
Geboren 1979 in Frimley. Er ist bekannt als der erste englische Spieler, der 2008 im Sechs-Nationen-Turnier die 1000-Punkte-Marke geknackt hat.

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Die Grundregeln:

• Der Ball 
Der Ball muss elliptisch geformt sein und aus vier Flächen bestehen. Seine Maße: Länge in gerader Achse (28 bis 30 cm), Umfang der Länge (76 bis 79 cm), Umfang der Breite (58 bis 62 cm) und Gewicht (410 bis 460 g).
Kleinere Bälle dürfen ausschließlich von Schülern oder in Rugby-Schulen verwendet werden.

• Spieldauer
Ein Spiel besteht aus zwei Halbzeiten à 40 Minuten. Nach der ersten Halbzeit verbringen die Spieler eine 10-minütige Pause in ihrer Umkleide. Steht es nach der regulären Spielzeit unentschieden, gibt es eine zweimalige Verlängerung von 10 Minuten. Vor dem Weltcup 2003 waren es zwei Mal 15 Minuten.

• Die wichtigsten Spielzüge 
Anders als beim Fußball, wo jedes Handspiel verboten ist, handelt es sich beim Rugby um einen Sport, bei dem vorwiegend mit der Hand gespielt wird:
Beim Pass wird der Ball an einen Mitspieler weitergegeben, der hinter einem oder auf derselben Linie steht. Den Ball vorwärts zu passen, ist nicht zulässig.
Erzielen eines Versuchs. Es genügt, den Ball hinter der Ziellinie abzulegen. Ein Versuch gilt als erzielt, wenn ein angreifender Spieler als Erster den Ball im gegnerischen Malfeld zu Boden bringt.
Es wird auch mit dem Fuß gespielt. Mit dem Fuß werden Punkte erzielt, das Feld geräumt, auf kurzem Weg über die Verteidigung hinweg gespielt …


Die wichtigsten Spielsituationen

• Die Gasse 
Die Gasse ist im Rugby eine ganz wichtige Spielsituation. Wenn ein Spieler die Marklinie überschreitet oder berührt, so wird eine Gasse angeordnet, denn die Linie ist nicht mehr Teil des Spielfelds. Die Gasse besteht aus mindestens zwei Spielern jeder Mannschaft. Der Einwurf erfolgt durch den Hakler an der Stelle, wo der Ball ins Aus geschlagen wurde. Die zweite Reihe versucht, den Rugbyball zu erobern. Das Spiel wird fortgesetzt, sobald der Ball von einer Mannschaft erkämpft wurde.

• Das Gedränge
Es wird vom Schiedsrichter nach einem unerlaubten Vorwärtsspielen angeordnet. Er hilft bei der Anordnung der Spieler und bestimmt, wie sie sich aufstellen. Die Formationen mit acht Spielern bilden schließlich einen Kreis um den Ball. Der Ball wird vom Gedrängehalb seitlich eingeworfen. Darauf versuchen die Hakler jeder Mannschaft, den Ball auf ihre Seite zu bringen. Dort wird er mit den Füßen bis zum letzten Spieler des Gedränges durchgereicht. Das Gedränge ist beendet, wenn der Ball die Füße des letzten Spielers nicht mehr berührt.

• Das Tackling
Das Tiefhalten bezeichnet eine Spieltechnik, um den Gegenspieler aufzuhalten. Es ist die Grundform der Verteidigung im Rugby. Ein Spieler gilt als getackelt, wenn er mindestens ein Knie am Boden hat. Der Verteidiger greift dabei den gegnerischen Spieler, der im Ballbesitz ist, um die Taille oder die Beine. Dieser muss den Ball loslassen oder weitergeben, wenn er am Boden ist.


Die Punkte

• Versuch = 5 Punkte
• Erhöhung = 2 Punkte
• Straftritt= 3 Punkte
• Dropkick = 3 Punkte

Die Positionen Nach oben

Jeder Spieler trägt eine Rückennummer, damit er jederzeit identifizierbar ist. Diese Nummern sind fest an die Positionen der Spieler gebunden:

Erste Reihe
Nummer 1, 2, 3: Die Pfeiler (1,3) und Hakler (2) sind allgemein größer gewachsen und massiver als die übrigen Spieler. Ihre Aufgabe ist es, den Ball zu erobern.
Die Pfeiler stehen rechts und links vom Hakler in der ersten Reihe. Beim Gedränge sind sie dafür zuständig, gegen die Pfeiler der gegnerischen Mannschaft anzuschieben. Auch haben die Pfeiler die Aufgabe, den Fänger bei der Gasse hochzuheben. Der Hakler bringt den Ball ins Spiel, indem er ihn bei der Gasse in die Aufstellung wirft.

Zweite Reihe
Nummer 4 und 5:
Die Spieler in der zweiten Reihe sind in der Regel die größten Spieler der Mannschaft. Beim Gedränge setzen sie ihre Kräfte zum Schieben ein. Sie müssen außerdem bei der Gasse den Ball fangen und sich weit strecken können. Sie beteiligen sich auch durch zahlreiche Tackling-Aktionen am Spiel und treiben das Spiel voran.

Dritte Reihe
Nummer 6, 7, 8: 
Nummer 6 klemmt sich links im Gedränge ein, Nummer 7 rechts, während Nummer 8 den Gang besetzt (er ist der letzte Spieler im Gedränge). Diese Spieler führen beim Match die meisten Tackling-Aktionen durch. Sie unterstützen ihre Mannschaft, wenn sie im Ballbesitz ist, und müssen Lücken in der Verteidigung schließen. 

Gedrängehalb
Nummer 9
Er besetzt eine strategische Schlüsselposition und dient als Verbindung zwischen der Vorder- und der Hintermannschaft. Zudem ist es seine Aufgabe, den Ball ins Gedränge einzuwerfen. Er spielt den Ball präzise mit dem Fuß, um seinen Bereich freizuschießen.

Verbindungshalb
Nummer 10 
Er ist der Stratege der Mannschaft, lenkt das Spiel und entscheidet über die Spieler.

Dreiviertel-Spieler:
Nummer 11, 12, 13,14
Die Innendreiviertel (12,13) spielen sowohl offensiv als auch defensiv. Sie ziehen möglichst viele gegnerische Spieler auf sich, damit die Außendreiviertel frei werden (11,14). Die Außendreiviertel erzielen die Punkte und zeichnen sich durch ihre Schnelligkeit aus.

Schlussmann
Nummer 15
Er ist die letzte Verteidigung. Er besetzt eine wichtige Position, denn er muss als Verteidiger und als Stürmer arbeiten.

Glossar Nach oben

Hohe Selbstvorlage: Mit dem Fuß ausgeführter Schuss mit der Absicht, den Ball vertikal sehr hoch zu schießen und sich dann unter diesem zu befinden, wenn er zum Boden zurückkehrt.

Platzierter Kick:
 Straf- oder Erhöhungsversuch. Dabei legt der Spieler den Ball am Boden ab.

Haken schlagen:
 Plötzliche Verlagerung beim Laufen, um den direkten Gegner zu "umgehen".

Dropkick:
 Ein Spieler lässt den Ball fallen und tritt ihn mit dem Fuß, nachdem er den Boden berührt hat.

Versuch:
 Ablegen des Balls im gegnerischen Malfeld.

Haka:
 Ritueller Tanz der Maori, den die All Blacks vor jedem Spiel aufführen.

Gedränge:
 Ein Gedränge besteht aus 16 Spielern beider Mannschaften, die sich in je drei Reihen gegenüber aufstellen und binden.

Tiefhalten:
 Den Gegner mit den Armen umgreifen und zu Boden bringen

Wegschieben:
 Wegstoßen des Gegners mit der Hand, während man den Ball in der anderen Hand hält

Rolle:
 Unter einen Gegner durchtauchen, der im Sprung ist, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen

Stamp:
 Grobes Tackling

Tee: 
Gegenstand, auf dem der Ball für platzierte Kicks abgelegt werden kann.

Torpedo:
 Ablegen des Balls auf dem Tee vor dem Tritt

Gasse:
 Der Ball wird durch einen Spieler auf der Marklinie wieder ins Spiel gebracht

Erhöhung:
 Hat ein Spieler einen Versuch erzielt, kann er eine Erhöhung ausführen, indem er den Ball mit dem Fuß zwischen die beiden Längslatten schießt. Es lassen sich dadurch zusätzliche zwei Punkte erzielen.