Die richtige Wahl des Sattelzeugs

Der Kauf des Sattels und seines Zubehörs hat weitreichende Folgen. Die Kaufentscheidung muss daher unbedingt wohl informiert getroffen werden. Beim Kauf eines Sattels gehört das folgende Grundzubehör dazu: Sattelgurt, Steigbügelriemen, Steigbügel, Schabracke. Wir geben Ihnen verschiedene Tipps, damit Ihnen die Wahl leichter fällt.

Der Sattel Nach oben

 

Beim Sattel ist eine überlegte Wahl sehr wichtig, denn er ist ausschlaggebend für Ihre Freude am Reiten.
Ein unpassender Sattel kann für das Pferd unbequem sein, es sogar verletzen und die Reitleistung verringern.
Ein guter Sattel wirkt sich auf Ihren Komfort und die richtige Haltung in der jeweiligen Reitdisziplinaus.
Jede Disziplin hat ihre speziellen Anforderungen. Zu berücksichtigen ist der Körperbau von Reiter und Pferd und die Verwendungshäufigkeit.
Wir geben Ihnen verschiedene Tipps, damit Ihnen die Wahl leichter fällt.

Nach Verwendungszweck

Es gibt verschiedene Arten von Sätteln:

Vielseitigkeitssattel

Springsattel

Dressursattel

Westernsattel

Eigenschaften des Anfängersattels:

Für die ersten Erfahrungen im Sattel

Bequem (verhältnismäßig breiter Sitz)

Klassische Haltung (eher tiefer Sitz)

Ausgeprägterer Knauf und Hinterzwiesel, fast in Form einer Wulst, für den sicheren Sitz im Sattel

Griff

Eigenschaften des Vielseitigkeitssattels

Sattel für den vielseitigen Gebrauch ohne Spezialnutzung

Gute Haltung für die Arbeit in der Ebene

Angenehm bei kleinen Hindernissen (leicht nach vorne geneigtes Sattelblatt)

Angenehm für Ausritte

Halbtiefer Sitz

Eher breiter Sitz für hohen Komfort beim Ausritt ins Gelände

Eigenschaften des Springsattels:

Die nach vorn geneigten Sattelblätter ermöglichen das Reiten mit kurzen Steigbügeln und ein ausbalanciertes Aufsteigen

Sitz mit geringerer Polsterung

Keilkissen vorne und hinten für verbesserte Beinfestigkeit

Eigenschaften des Dressursattels:

Langes Sattelblatt für gute Beinhaltung (nahezu senkrecht zum Sitz)

Bequem

Tiefer Sitz (feste Sitzposition: Reiter sitzt in seinem Sattel)

Häufig mit langer Begurtung (stärkt den Kontakt Reiter/Pferd)

Eigenschaften eines Westernsattels:

Komfort für den Reiter: breiter Sitz

Komfort für das Pferd: gute Gewichtsverteilung des Reiters (breite, vergrößerte Polsterung)

Zahlreiche Befestigungspunkte für Gepäck (Taschenansätze)

Optimale Widerristfreiheit (bequemer für das Pferd)

Leder oder Synthetik?

Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile. Ausschlaggebend ist, wie Sie Ihren Sattel nutzen werden! 

Leder:

Natürliches, edles Material

Klassisch

Im Allgemeinen ästhetischer

Sehr lange Haltbarkeit bei guter Pflege des Sattels 

Sehr langsames Trocknen bei starkem Regen

Regelmäßige Pflege ist Pflicht

Synthetik:

Kostengünstiger

Pflegeleicht

Schnelltrocknend bei Regen

Leichter Sattel

Kann durch die Reibung warm werden

Begrenzte Lebensdauer, insbesondere bei intensivem Gebrauch

Größen

Der Sitz muss komfortabel Platz bieten, darf aber nicht zu ausladend sein, damit die Haltung des Reiters so stabil wie möglich ist.
Die Größe klassischer Sättel;wird in Zoll angegeben (") und liegt, in 0,5"-Schritten, zwischen 14"und 18,5". Eine "normale" Größe ist 17" oder 17,5".
Hier finden Sie die Größentabelle:

Sattelgröße
Hosengröße
14" 16" 16"5 17" 17"5 18" 18"5
6 Jahre 14 Jahre 34 36-38 38-40 42-44 46-48

Sattelzubehör Nach oben

Je nach Pferdetyp und Reitdisziplin kann der Sattel mit Zubehör ausgestattet werden.

Widerristpad

Es schützt den Widerrist des Pferdes, wenn dieser zu spitz ist oder der Sattel keine ausreichende Widerristfreiheit bietet.
Das Widerristpad wird vor dem Sattel positioniert, um den Sattel anzuheben und Druck- und Reibungspunkte zwischen Widerrist und Sattel zu verhindern.

Schweifriemen

Ein Schweifriemen ist ein Bestandteil des Geschirrs. Er verläuft unterhalb des Pferdeschweifes und verhindert, dass der Sattel nach vorne rutscht. Besonders praktisch für Ponys, deren Widerrist nicht stark ausgebildet ist.
Er wird an einem speziellen Ring hinten am Hinterzwiesel (hinterer Teil des Sattels) befestigt.
Hier finden Sie die Größentabelle:

Pferdetyp
Größe Schweifriemen
Shetland Pony Pferd
SHT PS FS

Hals- und Zugriemen Nach oben

Die Riemen haben die Aufgabe, den Sattel auf dem Pferderücken in Position zu halten. Sie müssen:

an den Brustumfang des Pferdes angepasst sein

einfach anzubringen sein

verhindern, dass sich der Sattel dreht

scheuerfrei sein

von einwandfreier Qualität sein

Die Größe ist vom Verwendungszweck abhängig:
Hier finden Sie die Größentabelle:

Pferdetyp
Riemengröße
Pony A und B (auch für das Dressurreiten) Ponys B und C Pony D und kleine Pferde Standardpferde 1,60 m bis 1,65 m Stockmaß Größere Pferde ab 1,65 m Stockmaß Große Pferde ab 1,75 m Stockmaß
60 bis 75 cm 80 bis 100 cm 100 bis 115 cm 125 cm 135 cm 145 cm

Für empfindliche Pferde oder bei langen Ausritten wird empfohlen, den Riemen in einen so genannten Riemenschoner zu verpacken (aus Schafffell oder anderem Material wie Alfagel).
Vom Material her sind Riemen aus Textil heutzutage am weitesten verbreitet. Ihre Widerstandsfähigkeit ist erprobt, sie sind waschbar und lange haltbar.
Leder hat jedoch weiterhin sehr verbreitet. Es ist langlebiger, muss jedoch regelmäßig gepflegt werden. Es wird nicht warm. Das ist insbesondere beiPferden mit feinem oder empfindlichem Fell von Vorteil.

Steigbügelriemen Nach oben

Steigbügelriemen sind Gurte, die am Sattel befestigt werden und die Steigbügel halten. Sie müssen das Gewicht des Reiters sowie eine hohe Zugspannung aushalten und sind daher unbedingt gut zu pflegen und zu prüfen.
Sie werden paarweise und passend zum Sattel verkauft.
Hier finden Sie die Größentabelle:

Reiter
Länge der Steigbügelriemen
Juniors / Damen Damen / Herren
125 cm 145 cm

Bei der Wahl des Materials ist unter anderem ausschlaggebend, wie intensiv Sie reiten:

Büffelleder bei regelmäßigem Gebrauch

Kalbsleder bei intensivem Gebrauch

Die besten Steigbügelriemen sind aus mit Polypropylen gepolstertem Leder. Das Polypropylen verstärkt die Festigkeit des Leders. Es verhindert, dass das Leder reißt oder sich weitet.

Steigbügel Nach oben

Steigbügel stützen die Füße des Reiters. Sie werden mit Hilfe der Steigbügelriemen am Sattel befestigt. Auf der Trittfläche des Steigbügels (dem flachen Teil, auf dem der Fuß ruht) ist in der Regel eine rutschfeste Gummiauflage angebracht.
Es gibt zwei Steigbügelformen:

Standard: sehr sicher (elastisch und mit Gelenk). Bei einem Sturz lässt sich der Fuß sofort befreien (Springturnier, Military, Kinder und Anfänger).

Geschwungen: verbessert die Fußhaltung und erleichtert die Absenkung der Ferse. Sie werden jedoch immer weniger nachgefragt.

Satteldecke Nach oben

Pferdetyp
Größe der Decke
Shetland Pony Pferd
SHT PS FS

Je nach Verwendungszweck sollte man geeignete Decken besitzen:

Für den allgemeinen Gebrauch: einfache Baumwolldecke in Form einer Schabracke

Wanderreiten: mit Taschen

Dressurreiten: lange und gerade Satteldecke abgestimmt auf die lange Kammer des Dressursattels

Westernreiten:Satteldecke im Westernstyle oder gewebte Satteldecken aus Baumwolle

Sattelpads Nach oben

 

Der Pferderücken ist empfindlich und muss geschützt werden. Sattelpads dienen dazu, den Pferderücken zu schützen und den Druck des Sattels abzumildern. Man legt sie in der Regel zwischen Satteldecke und Sattel.
Sattelpads werden eingesetzt:
- zur Vorbeugung (junge Pferde oder empfindlicher Rücken)
- nach Verletzungen (am Rücken)
Sie werden im Allgemeinen zwischen Satteldecke und Sattel gelegt oder in die für diesen Zweck vorgesehene Tasche einer Satteldecke.
Es stehen 4 Materialien zur Auswahl:

Schaffell

Verbessert den Kontakt zwischen Sattel und Pferderücken

Preisgünstig

Druckentlastend

Schaumstoff

Gutes Verhältnis zwischen Dämpfung/Gewicht

Druckentlastend

Reißfest

Liegt dank der Textur fest unter dem Sattel

Wird in eine Satteldecke mit Tasche eingeschoben

Preisgünstig

Thermogeformter Polyurethan-Schaumstoff

Leicht

Anatomische Form (Widerrristfreiheit)

Weich

Silikongel

Gel mit hoher Stoßabsorptionswirkung

Vinylumhüllung (mit Wasser waschbar)

Kann in eine dämpfende Satteldecke eingeschoben werden

Sehr wirkungsvoll, aber auch schwer