Sport: das beste Mittel gegen Stress

Wie hilft Sport bei der Bekämpfung von Stress? Welche Sportarten sind geeignet, um sich besser zu fühlen? Die Psychiaterin Marie-Hélène Mine verrät, welche Auswirkungen Sport auf die Psyche hat, und die Medizinstudentin Margaux erklärt, warum Bewegung das beste Mittel gegen Stress ist.

Sport: das beste Mittel gegen Stress

In diesem Artikel erläutern Marie-Hélène und Margaux, warum Sport so wirksam gegen Stress ist.
Wir alle müssen ab und zu mal einen Gang runterschalten. Egal, ob er dauerhaft oder kurzzeitig ist: Stress macht das Leben nicht gerade leichter.
Da ist Sport das perfekte Gegenmittel. Er sorgt für geistiges Wohlbefinden und versetzt dich in einen Zen-Zustand.

ZUSAMMENFASSUNG

Austausch mit der Psychiaterin Dr. Marie-Hélène Mine

Marie-Hélène Mine hat eine eigene psychiatrische Praxis und leitet zudem eine Reha-Tagesklinik im Centre Hospitalier de Plaisir nahe Paris. Sie begleitet Erwachsene nach Krankenhaus- oder Psychiatrieaufenthalten langfristig.
Wir sprechen mit ihr über die positiven Auswirkungen, die Sport auf die geistige Gesundheit hat.


Jeder weiß, dass Sport gut für den Körper ist. Aber welchen Einfluss hat er auf die geistige Gesundheit?

Dr. Marie-Hélène Mine: „Das stimmt, es wird viel darüber gesprochen, wie wichtig Sport für die körperliche Gesundheit ist. Aber auch die Vorteile für das geistige Wohlbefinden sind mittlerweile allgemein bekannt. Das sportliche Angebot in Einrichtungen wie Tageskliniken wird immer größer. In meiner Reha-Tagesklinik gibt es beispielsweise therapeutische Sportangebote, die zum Großteil in der Gruppe, aber auch einzeln stattfinden. Aus psychiatrischer Sicht wird diesem Thema sehr große Bedeutung zugeschrieben. In unserem Bereich herrscht ein großes Bewusstsein dafür.“

Sport: das beste Mittel gegen Stress

Warum sind sportliche Aktivitäten gut gegen Stress?

Dr. Mine: „Die positiven Auswirkungen von Sport auf die mentale Gesundheit sind eng mit den körperlichen Effekten verknüpft. Dabei reichen schon zwanzig Minuten Bewegung wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen aus. Man muss gar nicht allzu sehr außer Atem kommen, um zu spüren, wie gut es dem Körper tut.
Die Blutzirkulation wird angeregt – auch im Gehirn. Bei körperlichen Aktivitäten werden die Muskeln nicht nur angespannt, sondern auch entspannt und gedehnt. Dieses Wechselspiel stimuliert das Nervensystem mit dem Sympathikus und Parasympathikus.

Der Sympathikus besteht aus sehr ursprünglichen Nervensystemen, die uns in Urzeiten geholfen haben, zu überleben. Wenn wir einem gefährlichen Tier gegenüberstanden, half uns das sympathische System, zu kämpfen oder schnellstens die Flucht zu ergreifen. Das parasympathische System ist hingegen dafür verantwortlich, dass wir uns anschließend entspannen und erholen.
Bei sportlicher Betätigung werden diese beiden Systeme stimuliert. Sie wirken sich auf den gesamten Körper aus. So erreicht man nach einer Anstrengung nicht nur eine tiefere Entspannung, sondern schöpft ganz allgemein neue Energie.

Durch die Anregung der Blutzirkulation wird das Gehirn besser mit Sauerstoff versorgt.
Neben der Entspannung und dem Energiegewinn über den Sympathikus und den Parasympathikus werden im Gehirn außerdem die berühmten Endorphine ausgeschüttet. Dabei handelt es sich um Hormone, die wir selbst produzieren und die eine geradezu magische Wirkung haben, weil sie entspannend, euphorisierend und sogar stimmungsaufhellend sind.“

Sport: das beste Mittel gegen Stress

Spürt man die entspannende Wirkung schon bei der ersten Trainingseinheit?

Dr. Mine: „Ja, man spürt sie sofort – und genau das ist das Entscheidende. Wir können alle erleben, dass man nach einer Sporteinheit wesentlich entspannter ist und sich viel wohler in seiner Haut fühlt. Dieses Gefühlt stellt sich schon beim ersten Mal ein. Aber natürlich hält die Wirkung nicht ewig an, es darf also keine einmalige Angelegenheit bleiben.
Nur durch regelmäßiges Training erreicht man nachhaltige, strukturierende Vorteile für den Körper.“

Bedeutet „nachhaltig“, dass man diese Effekte auch dann spürt, wenn man gerade keinen Sport treibt?

Dr. Mine: „Absolut. Vielleicht nicht im gleichen Ausmaß – vor allem die euphorisierende Wirkung des Endorphin-Ausstoßes hält nicht sehr lange an.
Man schwebt also nicht ewig auf Wolken. Aber durch regelmäßiges Training kann man auf jeden Fall seine Stressresistenz verbessern. Das ist das Hauptergebnis. Es ist wirklich beeindruckend, wie viel besser sich Situationen aushalten lassen, in denen man sonst schnell gereizt oder überfordert war. Man hat einfach eine höhere Grundgelassenheit.“

Sie sprechen von Regelmäßigkeit und "strukturierenden Vorteilen" des Sports. Wirkt Struktur stressreduzierend?

Dr. Mine: „Mit strukturierend meine ich vor allem, dass man Struktur in seinen Alltag bringt, und zwar sowohl zu Hause als auch außerhalb. Zum Beispiel, wenn man Laufen geht oder Rad fährt. Es ist sehr hilfreich, eine regelmäßige Aktivität auf einen festen Termin in der Woche zu legen. Das tut der Seele gut.
Man kann zum Beispiel morgens vor der Arbeit eine Walking- oder Laufeinheit einplanen und dann für den Tag oder für die Woche abhaken. So bringt man nach und nach Routine in den Alltag.
Je regelmäßiger man es macht, desto einfacher wird es. Mit der Zeit vergisst man es nicht mehr, sondern denkt ganz automatisch daran.
Doch die strukturierende Wirkung ist nicht nur zeitlich, sondern auch psychologisch. Studien zeigen, dass körperliche Aktivität das Selbstvertrauen stärkt. Das Gefühl, etwas geschafft zu haben, macht einen stärker und erhöht die Belastbarkeit.
Wenn man einen Kilometer weiter oder 15 Minuten länger läuft als bisher, erfüllt das einen mit Stolz.“

Welche Sportarten eignen sich zur Stressbewältigung? Gibt es Unterschiede in der Wirksamkeit?

Dr. Mine: „Jede körperliche Aktivität, die den Stoffwechsel anregt, ist gut. Ob es ein Individualsport oder ein Teamsport sein soll, hängt unter anderem von den Möglichkeiten ab. Es gibt auch Einzelsportarten, die eine besondere Symbolik haben können. Mit Kampfsport kann man zum Beispiel seinen Antrieb und Biss trainieren.

Sportarten sind nicht neutral, sondern sagen etwas darüber aus, wer man ist und was man mag. Es ist also eine ganz individuelle Entscheidung. Wer das Bedürfnis hat, für sich zu sein, kann einen Ausdauersport wie Laufen oder Schwimmen wählen. Anderen ist es wichtiger, Leute zu treffen und gemeinsam zu spielen. Beim Sport und vor allem beim Teamsport spielen ja auch der Spaß und der soziale Aspekt eine wichtige Rolle.

Beim Kampfsport heißt es alles oder nichts. Oft denkt man als erstes an Aggressivität, doch beim Kampfsport lernt man auch, sich zu beherrschen, zu kontrollieren und zurückzuhalten. Es ist eine Methode, um sich abzureagieren. Kampfsportarten wie Boxen und Martial Arts bieten viele Vorteile. Sie geben einem die Möglichkeit, Aggressionen abzulassen.“

Sport: das beste Mittel gegen Stress
Sport: das beste Mittel gegen Stress

DECATHLON Aktivitäten

Du hast es verstanden: Stress kann man mit jeder Sportart bekämpfen.
Welche für dich am besten geeignet ist, musst du selbst herausfinden!

Und wenn die Motivation fehlt?

Dr. Mine: „Natürlich muss man sich manchmal überwinden, aber je regelmäßiger man Sport treibt, desto einfach wird es.
Wer trotzdem noch zögert: Es lohnt sich wirklich, das Abenteuer zu wagen, denn die Endorphine sind eine echte Belohnung für die Anstrengung!

Margaux, Studentin, über ihre Erfahrungen mit Sport und Stress

Nun spreche ich mit Margaux, die uns von ihren Erfahrungen erzählen wird. Margaux studiert im zweiten Semester Medizin in der französischen Universitätsstadt Lille. Sie möchte Apothekerin werden. Sie liebt Tiere, Sport und Shopping. Mit ihren 18 Jahren hat sie viele Leidenschaften und Ideen im Kopf. Um ihre Ziele zu erreichen, muss sie wie alle Studierende hart arbeiten. Als zielstrebige Person hat sie jede Menge Tipps auf Lager, wie man seine Aufgaben meistert und sich im Alltag besser fühlt. Denn Stress kann man in jedem Alter und in jedem Bereich erleben!

Inwiefern bist du Stress ausgesetzt?

Margaux: „Mein Studium ist ganz schön stressig. Ich muss immer mehr lernen, und die Uhr tickt. Man hat das Gefühl, immer zu spät dran zu sein und niemals anzukommen. Für die Prüfungen müssen wir alles auswendig lernen. Die Fragen gehen so sehr ins Detail, es geht gar nicht anders!
Vor allem am Anfang hatten meine Freunde auch kein richtiges Verständnis dafür, dass ich mich rund um die Uhr im meinem Zimmer einsperren musste, um zu lernen. Es ist schwer, wenn die Clique ohne einen ausgeht oder wenn man Momente mit der Familie verpasst.“

Wie hat dir Sport geholfen, den Stress zu bewältigen?

M.: „Beim Sport vergesse ich alles um mich herum. Ich bekomme den Kopf frei und kann mich ganz auf mich konzentrieren. Und ich bewege mich. Sonst sitze ich ja den ganzen Tag am Schreibtisch.
Sport hilft mir, Stress abzubauen. Es ist die einzige Zeit, in der ich nicht an mein Studium denke.
Durch den Sport fühle ich mich auch insgesamt besser. Ich habe das Gefühl, effizienter zu lernen, und wenn ich müde bin, weckt die Bewegung neue Energie in mir!

Welche Sportarten betreibst du, um deine Nerven zu beruhigen?

M.: „Meine Nerven beruhige ich mit einem kleinen Trick: In einer Ecke meines Zimmers steht ein Punching Ball. Wenn ich das Gefühl habe, dass es mal wieder nötig ist, ziehe ich meine Boxhandschuhe an und schlage eine Runde drauflos.
Ansonsten mache ich Fitness, Yoga und gehe ab und zu laufen. Fitness macht mir am meisten Spaß. Ich fühle mich dadurch wohler in meiner Haut.
Ich tanze auch gerne, doch das war dieses Jahr nicht möglich, weil ich einfach zu viel lernen musste. Aber wann immer ich Zeit habe, mache ich Musik an und tanze durch mein Zimmer. Das tut gut.

Außerdem meditiere ich. Das ist zwar kein Sport, aber es hilft mir auch sehr beim Stressabbau. Manchmal meditiere ich auf dem Weg zur Uni in der Metro. Ich setze meine Kopfhörer auf, tauche in meine Blase ein, und schon bin ich entspannt und bereit für den Tag!“

Welche Sportarten betreibst du, um deine Nerven zu beruhigen?

Wir organisierst du dich, um Zeit für Sport zu finden?

M.: „Ich versuche, mindestens ein Mal pro Woche eine 30- bis 45-minütige Fitnesseinheit zu absolvieren. Meistens ist das abends während einer Lernpause.
Yoga mache ich ab und zu vor dem Schlafengehen. Dann schaue ich mir ein Video mit einer Abend-Yoga-Routine an, um den Tag abzuschließen und mich für eine gute Nachtruhe zu entspannen.

"Im ersten Semester habe ich mit dem Laufen begonnen. Das mache ich auch ein Mal pro Woche. Ich laufe 30 Minuten in Intervallen. Dabei kann ich mich verausgaben, mich abreagieren und loslassen, ohne zu viel Zeit aufzuwenden.“

Sport: das beste Mittel gegen Stress

Hat sich dein Wohlbefinden im Alltag merklich verbessert?

M.: „Oh ja! Am Anfang des ersten Semesters habe ich mit dem Sport aufgehört, weil ich Angst hatte, sonst nicht genug Zeit zum Lernen zu haben. Aber ich habe schnell gemerkt, dass sowohl mein Körper als auch mein Kopf die Bewegung brauchen. Also habe ich wieder angefangen, und es ging mir gleich viel besser. Ich war fitter, weniger müde und hektisch und fühlte mich nicht mehr so gestresst.
Jetzt kann und will ich nicht mehr darauf verzichten.

Was rätst du gestressten Menschen, die sich nicht trauen, eine sportliche Aktivität aufzunehmen?

M.: „Man sollte sofort damit anfangen! Man braucht überhaupt keine Angst zu haben, denn durch den Sport geht es einem besser. Selbst wenn es nur kurze Einheiten hier und da sind: Es tut einfach gut. Wichtig ist nur eine gewisse Regelmäßigkeit, um die Wirkung zu spüren.
Ich bin auch keine Sportlerin, aber das ist mir egal! Hauptsache, ich fühle mich wohl und es macht mir Spaß.“

Sport: das beste Mittel gegen Stress

Sport = Gesundheit

Mit welcher Sportart kann ich meine Ausdauer verbessern? Und meine Beweglichkeit? Welcher Sport hilft mir, mit dem Rauchen aufzuhören? Besser zu schlafen? Den Kopf frei zu bekommen? Kurz gesagt: Wie fühle ich mich besser und werde fitter? Hier erfährst du, wie Sport dir hilft, gesund zu bleiben.

Nach all diesen Tipps bleibt nur noch eins zu sagen: Lasst uns Sport treiben und RELAXEN!

Vielen Dank an Dr. Marie-Hélène Mine und an Margaux für das Beantworten unserer Fragen.
Wir hoffen, dass dir diese Infos helfen, herauszufinden, mit welcher Sportart du dich besser fühlst.
Nimm dir die Zeit dafür. Es lohnt sich! ;)

Sport: das beste Mittel gegen Stress

Gabrielle

Content Creator

Meine Sportarten sind Fitness, Tanzen und Walking. Ich liebe es, neue Hobbys zu entdecken und mit anderen zu teilen.
Für mich ist der Sport eine Quelle des Wohlbefindens, die mir viele tolle Erinnerungen beschert und aus meinem Leben nicht wegzudenken ist!

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