Du bist Anfänger und ganz erpicht auf neue Erfahrungen? Ein Fortgeschrittener, der sich weiter steigern möchte? Oder ein Abenteurer auf der Suche nach Gelassenheit? Wer auch immer du bist, meine Tipps für das Freiwasserschwimmen sollen dir helfen und nutzen!

IM SCHWIMMBAD SCHWIMMEN

Zwar kann ein gechlortes Becken nicht die wirklichen Bedingungen in offenen Gewässern abbilden, aber ein Schwimmbad bietet auch Vorteile, inbesondere wenn es um die Schwimmtechnik geht. Egal, welches Ziel du verfolgst, die Schwimmtechnik steht immer in engem Zusammenhang mit deinem Erfolg. Deshalb ist es äußerst effizient, vor dem Schwimmen im Meer zunächst deine Bewegungen und deine Haltung im Schwimmbecken zu verbessern, um dann beim Eintauchen in natürliche Gewässer maximal profitieren zu können.

Und schließlich hindert dich ja auch nichts daran, einige Bedingungen, die du in offenen Gewässern vorfindest, im Schwimmbad künstlich nachzustellen:
-> Das Fehlen von Orientierungspunkten: Wenn du über kurze Strecken mit geschlossenen Augen schwimmst, verbessert du deine Fähigkeit, im offenen Gewässer ohne Orientierungspunkt gerade zu schwimmen. (Diese Übung solltest du vermeiden, wenn es im Schwimmbecken brechend voll ist!)
-> „Atmung nach vorne“: Du kannst diese Atmung im Becken trainieren , um den Ablauf leichter zu automatisieren, ohne dabei durch Wellen und Strudel beeinträchtigt zu werden.
-> Lange Strecken: Nicht kleckern, klotzen: Schwimm viele Bahnen hintereinander mit wenig Pause. Nimm ruhig deine Trinkflasche und einen Snack mit, um die Verpflegung im offenen Gewässer zu simulieren.
-> Starker Auftrieb: Salz und Outdoor-Schwimmanzüge sind im Schwimmbad eher nicht anzutreffen. Das Schwimmen mit dem Pull Buoy kann dazu dienen, die hohe Auftriebskraft nachzustellen.
-> Die Menge: In der Seele ein Wettkämpfer? Um dich mit den schwierigen Gegebenheiten des Starterfeldes vertraut zu machen, schwimme zu Stoßzeiten auf überfüllten Bahnen (und vergiss nicht den Unfallbericht…).

Ein letzter Tipp für Ambitionierte: Gehe bevorzugt in Schwimmbäder mit Salzwasser!

VERHALTENSWEISEN KENNEN

Das Freiwasserschwimmen ist eine der besten Methoden zur Erholung und zum Abbau von Alltagsstress. Bei einer schlampigen Vorbereitung allerdings ist das Genießen der herrlichen natürlichen Gewässer beim Hin- und Herschaukeln in den Wellen nicht weniger als ein risikoreiches Unterfangen.

Um dich gefahrlos mit den Elementen messen zu können, solltest du dich mit der entsprechenden Ausrüstung ausstatten:
Schwimmanzug für das Freiwasserschwimmen bei niedriger Wassertemperatur
• Verpflegung bei Erschöpfung (Wasser, Nahrung…)
• Gut sichtbares Zubehör (Badekappe, Sicherheitsboje…)

Wenn dich ohne Vorwarnung Erschöpfung befällt und du keine Sicherheitsboje dabei hast, dann drehe dich auf den Rücken. So kannst du dich ohne Anstrengung flach auf dem Wasser treiben lassen und dich in Ruhe wieder erholen. Bei einsetzenden Schmerzen oder Krämpfen kannst du in gleicher Weise verfahren. Danach schwimmst du mit dem Rücken zu den Wellen weiter und versuchst, das schmerzende Körperteil so wenig wie möglich zu belasten.

Für weitere Infos zu diesen Punkten kannst du dir auch die Grundsätze für sicheres Schwimmen in offenen Gewässern zu Gemüte führen!

SICH DEN BEDINGUNGEN ANPASSEN

Klar ist: Der Charme des Freiwasserschwimmens ist untrennbar verbunden mit dem unersättlichen Drang, den Elementen zu trotzen und mit der Natur im Einklang zu sein.

Um Seegang und Strömungen die Stirn zu bieten und dabei flüssig und gleichmäßig zu schwimmen, solltest du deine Schwimmtechnik an die Umgebung anpassen. Den Kopf aus dem Wasser heben zu können, um Ufer, Bojen oder andere Orientierungspunkte auszumachen und auf Kurs zu bleiben, ist unabdingbar. Um mehr über die richtige Atmung und Orientierung beim Freiwasserschwimmen zu erfahren, empfehle ich meinen Artikel zu diesem Thema.

Im offenen Gewässer wird der Schwimmstil „Kraulen“ (englisch “crawl”: „krabbeln, robben“) seinem Namen gerecht. Tatsächlich ermöglicht dir der Auftrieb des Wassers eine mühelosere Lage auf den Wellen, um dich zu bewegen, wobei die Beine als Ruder dienen. Treten Wellen auf, dann denke daran, senkrecht zu ihnen zu schwimmen und zur Seite zu atmen, damit du die Welle kommen siehst. Damit vermeidest du unangenehme Überraschungseffekte!

dein SCHWIMMRHYTHMUS 

Amplitude oder Frequenz erhöhen? Das ist das Dilemma beim Freiwasserschwimmen. Nun, um deinen eigenen und für dich bequemsten Schwimmrhythmus zu finden und kontinuierlich Fortschritte zu machen, geht es darum, die Beziehung zwischen beiden Punkten zu verbessern.

In offenen Gewässern findet eine schnellere Armrotation statt als im Schwimmbad, um die aerobe Komfortzone nicht zu verlassen und somit eine zu schnelle Überlastung der Muskeln zu vermeiden. Dafür sollte also die Frequenz der Bewegungsamplitude vorgezogen werden. Sich nur auf die Amplitude zu konzentrieren, ist keine sichere Bank in einer Umgebung wie die natürlicher Gewässer. Tatsächlich können die Wellenbewegungen der Umgebung leicht deine Wasserlage stören. Deine Energie wäre dann leider unnötig verschwendet.

Viele Trainer sind sich darin einig, dass die Arbeit des Freiwasserschwimmers vorrangig auf das Beherrschen des Kraulens ausgerichtet sein sollte, dann auf die Bewegungsamplitude. Die Amplitude ist gekennzeichnet durch deine Fähigkeit, deinen Vortrieb zu erhöhen und dann beizubehalten, unabhängig von den herrschenden Bedingungen.

Wie wir gesehen haben, gibt es den perfekten Schwimmrhythmus also eigentlich gar nicht. Dennoch solltest du im Kopf behalten, dass dein idealer Schwimmrhythmus der ist, den du bei einer langfristigen Anstrengung in einem zügigen Tempo konstant beibehalten kannst.

ZU MEHREREN SCHWIMMEN

Schwimmen wird oft als Individualsport oder sogar als einsamer Sport wahrgenommen. Das Freiwasserschwimmen bietet allerdings Gelegenheit, Schwimmeinheiten zu mehreren zu organisieren, bei denen Solidarität und gegenseitige Unterstützung gefragt sind. Schwimmen in der Gruppe ist ein gutes Mittel, Spaß und Leistungssteigerung miteinander zu verbinden, indem man sich mit seinen Trainingspartnern im Wasser immer ehrgeizigeren Herausforderungen stellt!

Ob deine Ziele nun Streckenlänge oder Zeit betreffen, durch das Schwimmen in der Gruppe wirst du kontinuierlich Fortschritte machen und dich verbessern. Nicht zu vernachlässigen: die zusätzliche Sicherheit.

Genieße diesen wunderbaren Sport und schwimm' dich frei im Wasser!