ZU BERÜCKSICHTIGENDE GELÄNDEFAKTOREN

Damit du nicht das Gleichgewicht und nicht an Grip verlierst, solltest du folgende Dinge berücksichtigen:

DIE ART DES GELÄNDES

Je nachdem, ob es sich um ein steiniges Gelände oder einen Waldweg handelt oder ob es Löcher oder Wasser gibt, musst du deinen Fahrstil an diese unterschiedlichen Untergrundarten anpassen, die von Natur aus wenig Haftung bieten.

DIE BESCHAFFENHEIT DES GELÄNDES

Ein trockenes Gelände ist weniger gefährlich als schlammiger Boden. Im ersten Fall erweist sich die Strecke als gut fahrbar und man kann Fahrt aufnehmen. Im zweiten Fall wird dein Gleichgewicht auf eine harte Probe gestellt und zwingt dich dazu, vorsichtiger zu lenken.

Eine Kurve so schnell wie möglich fahren

DIE KURVENART

Anliegerkurven, enge Kurven, Steilkurven – jede Kurve erfordert eine besondere Technik. Du findest sie in dieser Sammlung zu den Mountainbike-Fahrtechniken.

ZU ÜBERWINDENDE HINDERNISSE

Kurven fahren heißt nicht, dass es sich um ein einziges Hindernis handelt, das vor dir liegt. Eine Kurve ist sehr oft mit Löchern, Steinen, Wurzeln usw. „verziert“, die es erforderlich machen, dass du die Linienführung deines Vorderrads veränderst.

Unser Tipp: Richte deinen Blick so weit wie möglich nach vorne, um deine Linienführung im Vorfeld zu überblicken und ggf. korrigieren zu können. Das ist der Schlüssel zu einer Kurventechnik ohne Zwischenfälle.

DIE LINIENFÜHRUNGEN

Wie die Abbildung oben zeigt, gibt es zahlreiche Linienführungen. Andere Möglichkeiten sind nicht dargestellt, aber betrachten wir sie einmal näher und schauen wir, wann sie eingesetzt werden.

 

INNERE LINIENFÜHRUNG (ROTE LINIE)

Bei dieser Linienführung ist eine geringe Einfahrgeschwindigkeit erforderlich, um nicht von der Fliehkraft aus der Kurve getragen zu werden. Sie eignet sich überhaupt nicht, wenn man schnell fährt, und man kann dabei den Blick nicht weit nach vorne richten. Geschwindigkeit ist bei dieser Linienführung also nicht möglich. Sie ist zu vermeiden, außer wenn man bei Einfahrt in die Kurve und bei einem Hindernis in der Kurve bzw. beim Kurvenausgang aus der Spur gerät.

Eine Kurve so schnell wie möglich fahren

ÄUSSERE/INNERE/ÄUSSERE LINIENFÜHRUNG (BLAUE LINIE)

Das ist einer der großen Klassiker des Radsports und sorgt dafür, eine gute Geschwindigkeit bei Kurveneinfahrt beizubehalten. Sie kommt häufig auf der Straße vor. Beim Mountainbiken kannst du diese Kurvenführung für breite Kurven ohne Hindernisse anwenden.

 

HOHE LINIENFÜHRUNG (WEISSE LINIE)

Sie kann sich als sehr nützlich in Anliegerkurven erweisen. Man behält so eine Maximalgeschwindigkeit im ersten Abschnitt bei (vor dem Richtungswechsel). Dann nutzt man die Neigung der Anliegerkurve, um die gewonnene Energie aufzusparen und mit voller Fahrt wieder Geschwindigkeit aufzunehmen.

Dies ist auch eine sehr gängige Technik beim BMX-Fahren.

 

LINIENFÜHRUNG MIT VERZÖGERTEM AUSLÖSEN DER KURVE (GELBE LINIE)

Diese Linienführung wird verwendet, um bei Einfahrt in die Kurve eine Maximalgeschwindigkeit beizubehalten und schnell wieder aus der Kurve herauszufahren.

Du wirst auch merken, dass deine Einfahrgeschwindigkeit zu schnell ist, um dein Fahrrad zur Seite zu neigen. Verzögere in diesem Fall die Neigung des Fahrrads nach innen. Indem du den Scheitelpunkt etwas nach hinten verschiebst, kannst vermeiden zu stürzen.

Du musst diese verschiedenen Linienführungen ausprobieren, um für jede Situation auf deinem Trail die passendste auswählen zu können.

Unser Tipp: Schaue dir Videos oder auch Motorradrennen an, damit du dir diese Linienführungen und Überholstrategien besser vor Augen führen kannst. Doch neige dein Fahrrad nicht zu sehr nach innen, da es nicht ratsam ist, eine Drehung zu machen, wenn Knie und Ellbogen auf dem Boden sind ... vor allem nicht beim Mountainbiken!

DIE VERWENDETE TECHNIK

Egal, welche Technik verwendet wird oder welche Art von Kurve zu meistern ist, eine Kurvenfahrt besteht aus drei Phasen:

                                                  

1 - DIE EINFAHRT IN DIE KURVE

Diese Phase ist sehr wichtig, denn in diesem Schritt musst du Folgendes machen:

– Linienführung wählen

– Bremsen (davor und danach)

– Das Schalten bei der Ausfahrt aus der Kurve vorbereiten

– Festlegung der beizubehaltenden Position im folgenden Schritt

Diese Vorbereitungsphase darfst du nicht weglassen, da sie die beiden folgenden Schritte bedingt.

 

2 - DIE KURVE

Verlagere den Schwerpunkt für mehr Bodenhaftung in der Kurve nach unten. Halte auch den Fuß oben, der sich auf der Innenseite der Kurve befindet, und neige das Fahrrad ganz nach innen.

Hinweis: Vergiss nicht, in dieser Phase nicht bzw. sehr viel weniger zu bremsen.

 

3 - DER KURVENAUSGANG

Bringe das Fahrrad wieder in eine vertikale Position und halte den Blick nach vorne. Fange wieder an zu treten und fahre im Stehen.

 

4 - SONDERFALL: DIE SEHR ENGE KURVE

In diesem Fall ist die beste Technik, bei der man am wenigsten Zeit verliert, das sogenannte Driften. Blockiere hierzu das Hinterrad, das driften soll, und setze das Vorderrad als Rotationsachse ein, damit du das Gleichgewicht nicht verlierst. So kannst du sehr schnell bei der Ausfahrt aus der Kurve Schwung holen, da du bereits schnell in die Kurve eingefahren bist.

 

Um eine Kurve schnell zu fahren, muss man Technik und Geschicklichkeit verbinden. Das zu schaffen, ist kein Geheimnis, sondern man muss ein bisschen mit dem Gelände spielen und ausprobieren ... Auf geht‘s in den Sattel und zögere nicht, uns von deinen verschiedenen Versuchen zu berichten!