SEINE AUSRÜSTUNG GUT AUSWÄHLEN

Egal, ob du eine zweitägige Tour machst oder einfach nur den Abend draußen verbringst: Es ist wichtig, seine Ausrüstung gut vorzubereiten, um den Moment genießen zu können!

Im ersten Fall sollte man sich für eine leichte, einfach zu transportierende Ausrüstung entscheiden. Im letzteren Fall kannst du dir etwas mehr Komfort erlauben.

Absolut unverzichtbar ist natürlich ein Schlafsack! Wähle ihn je nach der Außentemperatur aus, bei der du schlafen wirst. Diese hängt von der Jahreszeit, aber auch von der Höhe und wie feucht es an deinem Schlafplatz ist, ab. Informiere dich hierzu bereits gründlich im Vorfeld! Die Nächte in den Bergen sind kalt, besonders in höheren Lagen. Darum empfehlen wird einen Schlafsack mit einer Komforttemperatur von mindestens 0°C, denn es ist besser zu schwitzen als zu frieren!

Überschlafsack-Tipp: Um sich gegen Feuchtigkeit und Tau zu schützen, solltest du einen wasserabweisenden Schlafsack oder einen Überschlafsack nehmen. Damit sich dein Schlafsack so lange wie möglich hält und er keine Gerüche annimmt, empfehlen wir dir ein Inlett, denn so kannst du den Innenbezug deines Schlafsacks waschen.


Die Isomatte ist der unzertrennliche Begleiter des Schlafsacks: Sie schützt dich gut gegen Kälte und Feuchtigkeit am Boden.

Wenn du sie tragen musst, dann nimm lieber eine aus Schaumstoff oder eine selbstaufblasende Isomatte. Schaumstoffmatten sind sehr leicht, aber nicht so kompakt. Selbstaufblasbare Isomatten können hingegen leicht im Rucksack verstaut werden, aber sind oft etwas schwerer.

Wenn du deine Sachen nicht lange tragen musst und dein Biwak-Camp mit dem Auto erreichst, kannst du eine Luftmatratze, eine Pumpe und ein Kissen für den absoluten Schlafkomfort mitnehmen.Im Winter empfehlen wir, zur zusätzlichen Isolierung eine Schaummatte unter die eigentliche Isomatte zu legen.

Eine Nacht unter freiem Himmel verbringen

denk auch an die zubehör

Denke auch daran, eine Taschenlampe oder eine Stirnlampe zum Anklipsen mitzunehmen. Sie sorgt beim Aufbauen oder nachts für Licht.

Mit einem großen Plastikbeutel oder einer wasserdichten Hülle kannst du deine Sachen nachts vor Feuchtigkeit schützen. Darin kannst du auch deine Lebensmittel sicher vor Tieren aufbewahren! Brot, Kekse und Kuchen werden gerne von Murmeltieren und Huftieren verspeist, können aber von ihnen nicht richtig verdaut werden. Die in diesen Lebensmitteln enthaltene Hefe können schwerwiegende Spätfolgen auf ihr Verdauungssystem haben.

Eine Nacht unter freiem Himmel verbringen

DEN RICHTIGEN SCHLAFPLATZ FINDEN

Wie empfehlen dir, bereits im Vorfeld deinen Schlafplatz ausfindig zu machen. Vergiss nicht, eine Karte und eine Rettungsdecke mitzunehmen und vor der Wanderung den Wetterbericht zu sehen. Habe für schlechtes Wetter idealerweise einen Plan B parat: eine Nacht in einer Berghütte, ein Zelt oder zumindest ein Tarp.Zögere nicht, deine Wanderung zu verschieben, wenn das Wetter instabil ist und du keine Ausweichlösung hast.

Der ideale Standort zum Biwakieren ist durch ein paar sehr einfache Kriterien gekennzeichnet:

- Eine Wasserstelle in der Nähe ist wichtig. Dann brauchst du nicht so viel Trinkwasser mitzunehmen, und Bergwasser lässt sich mit Wasserreinigungstabletten reinigen. Allerdings solltest du dein Lager nicht zu nah an einer Wasserstelle aufschlagen, damit keine Feuchtigkeit eindringt oder du nicht von Mücken aufgefressen wirst.

- Eine ebene und trockene Stelle, die so windgeschützt wie möglich ist (weit unterhalb eines Kammes oder Passes, wenn möglich an einem Felsriegel). Der Begriff „eben“ ist eher relativ, denn eine sehr leichte Neigung von 2 oder 3 % kann sich als sehr interessant erweisen, damit der Kopf leicht höher als die Füße gelagert werden kann

- Eine gute Ausrichtung nach Westen oder Osten. Das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks: Bevorzugst du das wunderschöne Licht der untergehenden Sonne beim Abendessen oder doch die aufgehende Sonne, die dich frühmorgens wärmt? Entscheidest du dich für die aufgehende Sonne, musst du deinen Zelteingang natürlich gen Osten ausrichten.

 

Im Wald oder auf Lichtungen ist es nachts meistens sehr angenehm (die Lufttemperatur ist in Waldgebieten in der Regel 1 bis 3°C höher); in Nadelwäldern (Tannen, Fichten, Zirbelkiefern, Waldkiefern usw.) ist jedoch der Säuregehalt des Bodens für Ameisen sehr günstig! Überprüfe, dass sich keine Ameisenhügel in einem Umkreis von mindestens 100 Metern befinden. Im Wald lassen sich indes die Rucksäcke gut aufhängen: So können sich weder Nagetiere noch andere kleine Tiere wie Füchse oder Wiesel an deinem Proviant gütlich tun!

Eine Nacht unter freiem Himmel verbringen

ACHTUNG!

- Auf bzw. direkt unterhalb eines Passes wegen des Venturi-Effekts (Windbeschleunigung durch Höhenlage) und Stellen mit erhöhter Gefahr von Blitzeinschlag. Dies ist auch der Fall unter großen alleinstehenden Bäumen.

- In einem Moor (ehemaliger Gletschersee mit Sedimentablagerungen), da man nicht nur die empfindliche Flora zertrampelt, sondern dieses zwar schöne, aber weiche Gelände in der Regel sehr feucht ist. Dein Druck auf den Boden wird dir frühmorgens den Beweis liefern!

- In der Nähe des Nachtlagers einer Schaf- oder Ziegenherde. Deine Gegenwart stört sie, du riskierst, dass die Hütehunde reagieren, was wiederum Zecken und mögliche Ausscheidungen begünstigt.

- In der Nähe einer landwirtschaftlichen Nutzfläche (möglicher Einsatz von Landmaschinen am frühen Morgen, Beschädigung der Aussaat).

GUT ZU WISSEN!

Eine Gemeinde kann Zelten auf seinem Gebiet per Verordnung untersagen (erkundige dich über die geltenden Bestimmungen im Rathaus oder Fremdenverkehrsbüro). Biwakieren wird hingegen oft toleriert  (dies ist der Fall in einigen Nationalparks und im Gebirge). Dabei sucht man sich abends ein Schlafplätzchen im Freien, um morgens wieder aufzubrechen. In Nationalparks ist Biwakieren verboten, außer wenn das Nachtlager über eine Stunde von einer Hütte oder der Parkgrenze entfernt liegt. Voraussetzung ist hierfür natürlich, dass die Natur respektiert und der Ort so sauber wie bei der Ankunft hinterlassen wird.

FÜR EIN NOCH SCHÖNERES ERLEBNIS

Wenn du vorhast, nur eine Nacht im Freien zu verbringen, dann lasse diese Zeit zu einem noch schöneren Erlebnis werden und nimm etwas fürs Abendessen und Frühstück mit.Entdecke unsere 7 speziellen Campingrezepte, die leicht und lecker sind. Und vergiss nicht Wasser mitzunehmen, wenn es in der Nähe keinen Bach gibt!

Ein kleines Lagerfeuer ist sowohl für einen stimmungsvollen Ausklang des Abends und zum Fernhalten kleiner Nagetiere sinnvoll (der Geruch von verbranntem Holz hält sie selbst nach Erlöschen des Feuers für Stunden fern).Bevor du wieder aufbrichst, denke an die Sicherheitsregeln, damit du nicht riskierst, einen Waldbrand zu verursachen. Du hast Lust auf Abenteuer? Mit unserem Tipp: „Lagerfeuer: Wie man richtig Feuer macht“ lernst du sogar, ein Feuer mit einem Feuerstein zu entzünden ... Was für eine neue Herausforderung!

Tipp: Willst du lieber einen Kocher mitnehmen, dann packe die Kartusche in deinen Schlafsack, damit sie morgens nicht eingefroren ist!

Eine Nacht unter freiem Himmel verbringen

Jetzt bist du dafür gewappnet, eine Nacht unter freiem Himmel zu verbringen!

Eine Nacht unter freiem Himmel verbringen

BEREITE DICH WEITER MIT UNSEREN WANDER-TIPPS VOR