Beim Kauf eines Snowboards (oder um dich auf gleicher Augenhöhe mit anderen Snowboardern unterhalten zu können), ist es wichtig, zu wissen, worüber man spricht. Darum solltest du Begriffe wie Shape, Rocker, Flex, Torsion oder Pop kennen.

1) SHAPES

Wenn wir von "Shape" sprechen, meinen wir die unterschiedlichen Snowboardprofile, wenn wir sie uns von oben anschauen. Es gibt viele verschiedene Shapes mit unterschiedlichen Charakteristika.

Direktionaler Shape

DIREKTIONALER SHAPE

Merkmale:
- Nose länger als Tail

- Die Nose ist leichtgängig auf Pulverschnee, der eher steife Tail sorgt für Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten.

- Besserer Grip

- Bessere direktionale Kontrolle

Einsatz:

Freeride und Carving 

Twin-Tip-Shape

TWIN-TIP-SHAPE

Merkmale:
- Nose und Tail sind identisch.

- Shape und Flex sind symmetrisch.

- Das bedeutet, dass das Board in beide Richtungen gefahren werden kann.

- Dieser Shape bietet eine bessere Balance beim Drehen.

Einsatz:

Park und Freestyle 

Direktionaler Twin

Direktionaler Twin-Tip-Shape 

Merkmale:
- Nose und Tail unterscheiden sich nur leicht, sind aber ganz klar in vorne und hinten unterteilt.

- Der Flex der Nose ist weicher, somit ist das Board vielseitiger.

Einsatz: 
Allmountain

Welche unterschiedlichen Arten von Snowboards gibt es? Wie unterscheiden sie sich?

Asymmetrische Sidecuts 

Merkmale:

- Die hintere Kante des Snowboards ist kürzer (und hat damit einen kleineren Kurvenradius) als die vordere Kante.

- Gleicht Asymmetrien des menschlichen Körpers aus und führt dazu, dass Backside Turns schwieriger sind als Frontside Turns.

- Ermöglicht aber schnellere Backside Turns.

- Reagiert schneller und bietet bessere Stabilität und Unterstützung auf den Fersen.

Welche unterschiedlichen Arten von Snowboards gibt es?

Asymmetrische Kerne 

Merkmale:

- Dabei handelt es sich um Boards mit einem weicheren Kern unter der Fersenkante.

- Die Zusammensetzung der Base eines Snowboards ist eine andere Möglichkeit, die Unterschiede zwischen der Vorder- und Hinterseite des menschlichen Körpers (Toe und Heel Edge) auszugleichen.

- Durch den weicheren Kern unter der Fersenkante des Boards ist es dort flexibler.

- Turns sind strammer, genauer und natürlicher.

Welche unterschiedlichen Arten von Snowboards gibt es?

Swallowtail (Schwalbenschwanz)

Merkmale:

- Sorgt für besseren Auftrieb im Pulverschnee.

- Durch die Form sinkt der Tail leicht in tiefem Schnee ein. Sie sorgt außerdem für bessere direktionale Stabilität bei hoher Geschwindigkeit.

- Natürlichere Position des Fahrers auf dem Board. Dadurch muss der Fahrer das Gewicht weniger stark auf den Tail verlagern, um die Nose oben zu halten.

Direktionaler Shape nicht symmetrisch

Direktionaler Shape

1. Der Tail ist schmaler.

Direktionale Bindungen

2. Bei direktionalen Biindungen arbeitet man mit einem sogenannten „Setback“, d. h.

die Kontaktpunkte des Boards mit dem Schnee werden von der Mitte des Boards eine bestimmte Anzahl von Millimetern nach hinten verlagert.

Die Bindungen werden darum ebenfalls X mm weiter hinten montiert.

Snowboard mit direktionaler Steifigkeit

3. Asymmetrische Steifigkeit

Twin-Tip-Shape: komplett symmetrisch 

Twin-Tip-Shape

1. Vorder- und Hinterteil sind gleich breit.

Twin-Tip-Bindungen

2. Kein Setback

Das Board liegt vor allem mittig (symmetrisch um die Mitte herum) auf dem Schnee auf.

Die Bindungen werden ebenfalls mittig montiert.

Twin-Tip-Snowboard mit erhöhter Steifigkeit

3. Symmetrische Steifigkeit

2) CAMBER

Wichtig zu wissen: Es gibt drei grundlegende Snowboardformen: Camber, Rocker und flacher Camber (Camber und Rocker sind zwei gegensätzliche Ausprägungen). Auf diesen grundlegenden Formen basieren dann andere, komplexere und verfeinerte Formen. Jeder Hersteller hat da seine eigenen Ideen und stellt unterschiedliche Formen für verschiedene Anforderungen und Fahrstile her. Im Folgenden erklären wir die häufigsten Shapes:

Welche unterschiedlichen Arten von Snowboards gibt es?

KLASSISCHER CAMBER (Camber)

Das ist die grundlegendste Camber-Form mit einer konvexen Biegung (nach oben). Unter Druck wirkt diese Biegung wie eine Feder und sorgt damit für bessere Stabilität bei hoher Geschwindigkeit, zusätzlichen Grip auf hartem Schnee und den nötigen Pop für Sprünge.

VORTEILE: STABILITÄT/GRIP/POP

Ab einem gewissen Freestyle-Level ist ein klassischer Camber besonders für Sprünge sehr beliebt.

REVERSE CAMBER (Rocker)

Dieser Camber ist eine neuere Entwicklung und besonders beliebt im Freestyle, weil er Drehungen erleichtert. Außerdem bietet er im Pulverschnee extrem guten Auftrieb.

VORTEILE: MANÖVRIERBARKEIT/WENDIGKEIT/AUFTRIEB

Im Umkehrschluss bietet er aber auch weniger Stabilität bei hoher Geschwindigkeit, weniger Grip auf hartem Schnee und einen geringeren Pop.

FLACHER CAMBER

Er ist der perfekte Kompromiss zwischen dem klassischen und dem Reverse Camber.

VORTEILE: GUTER KOMPROMISS

Hybrid Camber 

Ein Hybrid Camber hat ein Camber-Profil zwischen den Füßen und ein Rocker-Profil an Nose und Tail.

Durch das Rocker-Profil vorne und hinten kann man mit ihm schneller und leichter drehen. Außerdem bietet er guten Auftrieb in Pulverschnee und gute Stabilität beim Carven.

VORTEILE: 
EXTREM VIELSEITIG

Hybrid Rocker 

Dieses Board hat ein Rocker-Profil in der Mitte und ein Camber-Profil an Nose und Tail.

Das Camber-Profil an Nose und Tail bietet einen vergleichbaren Pop wie bei einem vollständigen Camber und das Rocker-Profil zwischen den Füßen macht das Board leichtgängig und sorgt im Vergleich mit herkömmlichen Cambern für einen besseren Auftrieb in Pulverschnee.

VORTEILE:
Ein perfekter Allrounder für Park- und Allmountain-Fahrer.

Backseat Camber

Dieser Shape ist perfekt fürs Freeriden

Damit ist Switchfahren aufgrund des direktionalen Profils allerdings logischerweise deutlich schwieriger. Dafür bietet er einen positiven Camber unter dem hinteren Fuß und somit bessere Kontrolle und bessere Leistung bei Drehungen. Unter dem vorderen Fuß hat er einen flachen Camber und bietet dadurch dort optimale Stabilität.
Häufig ist bei dieser Form auch die Nose länger als der Tail. 

VORTEILE:
Ideal für schmalere Hänge und tiefen Pulverschnee.

3) ROCKER

Unabhängig von der Camber-Form kann auch jedes Board noch ein Rocker-Profil haben. Die längere Nose bietet besseren Auftrieb im Pulverschnee. Gleichzeitig wird dadurch der Kontaktpunkt des Boards mit dem Schnee nach hinten verlagert. Dadurch wird das Board leichtgängiger, da die Kontaktfläche insgesamt verringert wird.

VORTEILE: SOWOHL FÜR DIE ON-PISTEN- ALS AUCH DIE OFF-PISTEN-NUTZUNG/GUTER AUFTRIEB

Rocker-Snowboard
Snowboard-Flex-Visualisierung

4) FLEX

Der längsseitige Flex eines Boards ist wichtig für optimale Kontrolle bei geschnittenen Schwüngen.

Snowboard-Flex-Visualisierung

5) TORSION

Damit ist die Steifigkeit (oder Flexibilität) des Boards zwischen den Füßen gemeint.

Snowboard-Torsion
Die Pflege deines Snowboards – Blaues Wachs

Weich – EINSTEIGER/JIB (Snowpark-Module)

PRO":

- Optimaler Fahrspaß, beim Freestyle sehr leichtgängig (die beiden Füße bewegen sich unabhängig, fast wie auf einem Skateboard)
- Gleicht Kantenfehler gut aus

"KONTRA":

- Weniger Grip und Kurvenkontrolle bei hoher Geschwindigkeit

Die Pflege deines Snowboards – Wettkampfwachs

FEST – FORTGESCHRITTENE BIS EXPERTEN/CARVING ODER FREERIDE

PRO":

- Grip und Kurvenkontrolle bei hoher Geschwindigkeit

"KONTRA": 

- Verzeiht Kantenfehler nicht so leicht

Die Pflege deines Snowboards – Rotes Wachs

MITTEL

PRO":

Guter Kompromiss

POP

Damit ist die Steifigkeit oder Flexibilität des Boards an Nose und Tail gemeint.

Die Pflege deines Snowboards – Blaues Wachs

Weich – EINSTEIGER/FREESTYLE AUF FLACHEN PISTEN

"PRO"

- Gute Biegsamkeit und guter Rebound (Pop) bei niedriger Geschwindigkeit

"KONTRA":

- Starke Biegsamkeit, aber kein Pop bei hoher Geschwindigkeit oder starker Krafteinwirkung

Die Pflege deines Snowboards – Wettkampfwachs

FEST – EXPERTEN: FREESTYLE JIB, BIG AIR

"PRO":

- Bei hoher Geschwindigkeit oder starker Krafteinwirkung ist das Board biegsam und trotzdem stark genug für einen guten Pop.

"KONTRA":

- Bei niedriger Geschwindigkeit bietet es keinerlei Pop.

Die Pflege deines Snowboards – Rotes Wachs

MITTEL

"PRO":

Guter Kompromiss

DIE UNTERSCHIEDLICHEN BASES

Es gibt zwei grundsätzliche Herstellungsprozesse:

1. Extruded Base:

Normale Gleitfähigkeit und gute Widerstandsfähigkeit

2. Sintered Base:

Im Vergleich zur Extruded Base bietet die Sintered Base eine erhöhte Gleitfähigkeit, da das Polyethylen bei der Herstellung mehr verdichtet wird. Dadurch ist das Board auch noch widerstandsfähiger.

Für deine optimale Ausstattung:

Jetzt kennst du dich bestens mit Snowboards aus und kannst das für dich passende Board aussuchen!

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Produktmanager Snowboard-Equipment

PHILIPPE TIERCIN

DREAMSCAPE Produktmanager und Snowboard-Enthusiast.