OB FREIZEITJOGGER ODER WETTKAMPFLÄUFER...

... jeder kennt es. Der Kauf neuer Laufschuhe ist meist verbunden mit einem riesengroßen Fragezeichen: Ein Wald voller Herstellermarken, ein Dschungel voll mit Begriffen zu Technologien und Superlativen, welcher Schuh was alles am besten kann.

Und: Wieso soll ich denn manchen Experten zufolge bestenfalls nicht nur ein, sondern gleich zwei Paar Laufschuhe besitzen?

Sofern man sich vorher nicht eh schon auf eine Marke oder ein Modell festgelegt hat, fällt es schwer, dabei den Überblick zu behalten.

Running

KONZENTRIERE DICH AUFS WESENTLICHE

Typische Merkmale eines Laufschuhs sind die Dämpfung, die Stabilität, die Dynamik und das Gewicht. Auch fallen oft die Worte Komfort, und Halt oder der Begriff Sprengung, welche die Überhöhung der Ferse zum Vorfuß beschreibt.

Natürlich ist jeder Fuß individuell und damit ein Einzelfall. Trotzdem lässt sich mithilfe von wenigen objektiven Kriterien die Wahl des für dich richtigen Laufschuhs erleichtern.

Im Wesentlichen geht es dabei um deine körperlichen Voraussetzungen, den Einsatzzweck in Verbindung mit deinen Ambitionen und deine persönlichen Vorlieben.

Laufschuhe Kiprun

1. DEINE KÖRPERLICHEN VORAUSSETZUNGEN

GEWICHT

Grundsätzlich gilt: Je schwerer der Läufer oder die Läuferin, desto ausgeprägter sollte die Dämpfung sein, um dem Gewicht entgegenzuwirken.

FUSSFORM & -GESUNDHEIT

Jeder Fuß ist unterschiedlich breit oder schmal, hoch oder flach. Längs- und Quergewölbe sind unterschiedlich stark ausgeprägt. Manche Hersteller bieten ihre Laufschuhe in normaler und extra weiter Breite an, andere decken diesen Unterschied über verschiedene Modelle ab. Allgemein gibt es hier leider kein speziell definiertes Maß.

Wichtig ist: Sofern man in irgendeiner Form eine extreme Ausprägung bekannter fußmedizinischer Krankheitsbilder hat oder vermutet, beispielsweise einen Senkfuß, Plattfuß, oder Spreizfuß, lohnt sich ganz sicher der Gang zum Orthopäden, um sich spezielle Einlagen anfertigen zu lassen.

LAUFSTIL & ABROLLVERHALTEN

Der Laufstil lässt sich im Prinzip in Vorfuß-, Mittelfuß- und Fersenläufer aufteilen.

Im Breitensport relevant sind dabei vor allem der Mittelfußlauf und das Abrollen über die Ferse.

Je höher das Tempo und je ausgeprägter die Muskulatur, desto eher können ursprüngliche Fersenläufer sich an das Abrollen über den Mittelfuß herantasten.

Beim Abrollverhalten fallen immer wieder die Begriffe Pronation und Supination. Wichtig zu wissen: Pronation bedeutet dabei das natürliche leichte Einknicken des Fußes nach innen, welches völlig normal ist und als eine Art Dämpfungssystem des eigenen Körpers zu verstehen ist. Wer demnach eine "normale" Pronation hat, greift am besten zum "Neutralschuh".

Erst bei übermäßiger Pronation spricht man von Überpronation. Dabei kommen dann Schuhe mit besonders gutem Halt und/ oder stabilisierenden Elementen, häufig auch Pronationsstütze genannt, ins Spiel. Diese sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, sowohl was die Technologie angeht, als auch bei der Intensität des stützenden Elements.

Interessanter Fakt: Auch erfahrene Athleten greifen bei überdurchschnittlich langen Läufen oder Läufen nach Vorbelastung der Muskulatur (z.B. beim Triathlon) zu Schuhen mit stabilisierender Wirkung, um der Ermüdung entgegenzuwirken.

Unter Supination versteht man das Abrollen des Fußes über die Außenseite. Dieses Verhalten trifft oft bei Läufern mit O-Beinen auf. Supinierer sollten auf jeden Fall Neutralschuhe wählen.

Wer sich nun fragt, zu welchem Typ er oder sie gehört, der kann durch die einfach Betrachtung alter Schuhe in der Regel schon erkennen in welche Richtung es geht. Eine innen stärker abgelaufene Außensohle deutet ebenso auf eine Überpronation hin, wie ein im Rückfußbereich innen ausgebeulter Schaft. Anders herum stellt der Supinierer fest, dass bei ihm die Außenseite intensiver abgenutzt ist.

ALLGEMEIN GILT: Bei extremen Abweichungen zum Standard, Schmerzen oder anderweitigen Problemen, sollte man auf jeden Fall einen Orthopäden aufsuchen.

2. ZWECK & AMBITIONEN

Den Einsatzzweck könnte man auf diverse unterschiedliche Art und Weisen einteilen.

Trail, Wald oder Straße, Training oder Wettkampf, Grundlagenläufe oder Tempoläufe bzw. Intervalle, ...vieles ist möglich.

Wir fokussieren uns auf die Ambitionen, die mit dem Kauf einhergehen.

FREIZEITJOGGER

Auch als Freizeitjogger empfiehlt es sich, neben dem Hauptschuh noch ein zweites Modell im Einsatz zu haben, um Fuß- und Beinmuskulatur hin und wieder andere Reize zu geben. Im Mittelpunkt steht dabei immer ein gut gedämpfter, relativ stabiler Trainingsschuh.

AMBITIONIERTE LÄUFER

Im ambitionierten Laufsport hast du sicherlich zwei, wenn nicht sogar drei Paar Laufschuhe im Einsatz. Einem gut gedämpften Trainingsschuh für die langen Grundlagenläufe steht meist ein leichtgewichtiger, dynamischer und oft weniger stark gedämpfter Temposchuh für Intervallläufe zur Seite. Komplettiert wird die Auswahl häufig durch einen Wettkampfschuh, der abhängig von der regelmäßigen Wettkampflänge, die perfekte Kombination aus Dynamik, Stabilität und Dämpfung bzw. Komfort mit sich bringt.

Kalenji Kiprun

3. PERSÖNLICHE VORLIEBEN

Nicht zu unterschätzen sind aber auch persönliche Vorlieben. So gibt es ebenso leichtgewichtige Läufer, die einen stark gedämpften Schuh bevorzugen, wie andersrum schwergewichtigere Läufer, die sich mit direkteren, minimalistischeren Schuhen wohler fühlen. Oft ist das auch abhängig vom allgemeinen Fitness- und Muskulaturzustand.

Auch bei den folgenden zwei Kriterien gibt es kein allgemein gültiges Richtig oder Falsch. Viel mehr geht es darum, sich und seiner Muskulatur Abwechslung zu ermöglichen und sich dabei stets wohlzufühlen.

SPRENGUNG

Von Minimalschuhen mit 0 mm bis hin zu Extremvarianten mit 14 mm Sprengung oder sogar noch mehr gibt es heutzutage eine breite Auswahl. Standardmäßig bewegt man sich irgendwo im Korridor zwischen 6 mm, meist bei dynamischen Modellen, und 12 mm bei Trainingsschuhen mit starker Dämpfung.

Grundsätzlich gilt: Je höher die Sprengung, desto mehr Entlastung entsteht für die Achillessehne und desto eher tendiert man jedoch auch dazu, auf der Ferse zu laufen.

OPTIK

Natürlich ändern sich weder Abrollverhalten noch Fußform oder Laufstil mit der Optik des Schuhs. Aber wie sagt man so schön. Das Auge isst mit. So ist es auch beim Sport. Für die ultimativen Glücksgefühle reicht es da eben nicht aus, den orthopädisch perfekten Schuh zu haben, sondern ein Modell zu tragen, das genauso toll aussieht, wie es sich anfühlt.

Laufschuhe Kalensole

JETZT KANN ES LOSGEHEN

Am einfachsten ist die Auswahl, wenn du unsere Filter nutzt. Setze beispielsweise ein Haken bei Dämpfung und/ oder Stabilität und wähle aus den Ergebnissen deinen Schuh.

Unter den Links findest du ein paar Vorschläge.

Wenn du dich noch intensiver mit der Materie beschäftigen möchtest oder einzelne Begriffe nicht klar sind, schau doch mal vorbei in unserem Laufschuh-Lexikon.

Lukas Running-Experte

Lukas

PRODUKTEXPERTE LAUFSCHUHE

Mein persönlicher Lieblingsschuh ist der Kiprun KS Light. Er ist für mich die absolute Allzweckwaffe. Egal ob Intervalltraining, 10km-Wettkampf oder Marathon - der KS Light bietet in meinen Augen genau die richtige Mischung aus Komfort, Dynamik und zugleich Stabilität. Zudem ist er im Vergleich zu den Schuhen anderer Hersteller ein echter Preisknaller!