Wandern gegen den Stress – So schafft die Natur den inneren Ausgleich

Wandern bietet eine exzellente Mischung aus Naturerlebnis und Sport und eignet sich so hervorragend für eine wohltuende Auszeit vom stressigen Alltag.

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Immer weniger Zeit, Leistungsdruck und permanente Reizüberflutung: Stress ist in unserer heutigen, schnelllebigen Gesellschaft längst Gang und Gäbe. Das Wandern bietet eine exzellente Mischung aus Naturerlebnis und sportlicher Betätigung – und eignet sich demnach hervorragend für eine wohltuende Auszeit vom stressigen (Berufs-) Alltag. Wir zeigen dir, wie du durch ausgiebige Wanderungen innerhalb kürzester Zeit für Entspannung sorgst. 

Stress lass nach…. Dauerhafter Stress als moderne Volkskrankheit 

Studien zufolge fühlen sich etwa 60-75 % der Deutschen zumindest hin und wieder deutlich gestresst. Das gilt vor allem für die Über-50-Jährigen. Dennoch ist Stress ein Phänomen, das sich in sämtlichen Altersgruppen beobachten lässt. Hauptgründe hierfür sind sowohl die steigenden Anforderungen der Arbeitswelt als auch die ständige Erreichbarkeit und Flexibilität. So scheint es wenig verwunderlich, dass mittlerweile über die Hälfte der Bundesbürger angibt, unter stressbedingten, gesundheitlichen Problemen zu leiden. 

Was ist überhaupt Stress? 

Im Grunde genommen ist Stress nichts anders als eine natürliche, unbewusste Reaktion unseres Körpers auf (eventuelle) Gefahren. Dabei gab es ursprünglich nur zwei sinnvolle Alternativen: Kampf oder Flucht. Um auch die letzten Energiereserven zu aktiveren, beginnt der Körper mit der Ausschüttung von Adrenalin, Noadrenalin und Cortisol. Allerdings sind unsere typischen Stressreaktionen heutzutage oft nur noch wenig zielführend. Hierunter fallen beispielsweise 

-ein beschleunigter Herzschlag
- steigender Blutdruck
- eine flache Atmung
- angespannte Muskeln. 

Sorgst du nicht zeitnah für den nötigen Ausgleich, können Dauerstress und chronische Erschöpfung deine physische und psychische Gesundheit erheblich beeinflussen. Gerade Bewegung an der frischen Luft, ist ideal, um die Seele baumeln zu lassen und die entstandenen Stresshormone wieder abzubauen. 

Hiking statt Yoga: Wandern als natürliches Mittel gegen den Alltagsstress 

Laut einer länderübergreifenden Studie des Züricher Meinungsforschungsinstitut Sotomo aus dem Jahr 2019 zählen Aufenthalte in der Natur bei den meisten Deutschen (60 %) besonders hoch im Kurs, wenn aus darum geht, sich vom Alltag zu erholen. Nicht ohne Grund erfreut sich das Wandern als Entspannungsmethode hierzulande großer Beliebtheit. 

Wandern gegen den Stress – So schafft die Natur den inneren Ausgleich

Wandern: Die leicht umzusetzende Entspannungsmethode

Ein wohlig warmes Schaumbad, die tägliche Yogapraxis, Meditation oder progressive Muskelentspannung: Entspannungsmethoden gibt es heute wie Sand am Meer. Doch nicht alle Tätigkeiten sind dabei so leicht umzusetzen wie das Wandern: Während viele Sportarten einiges an Übung erfordern und ohne entsprechende Anleitungen für Laien oft nur schwer umzusetzen sind, ist der Wandersport der natürlichen Gehbewegung nachempfunden und eignet sich somit sowohl für Hiking-Einsteiger als auch für erfahrene (Berg-) Wanderer mit Top-Kondition. Die richtige Wanderausrüstung ist dabei auf Dauer unverzichtbar, jedoch kannst du auch problemlos mit normaler Sportkleidung starten und erst nach und nach in spezielles Equipment investieren.

Kondition und Fitness: Körperliche Vorteile des Wanderns

Wenn man bedenkt, dass wir den Großteil unseres Alltags im Sitzen verbringen, egal ob am Schreibtisch oder beim Seriengucken und Lesen auf dem Sofa, liegen die Vorteile des Wanderns eigentlich auf der Hand. Die kontinuierliche, gleichmäßige Gehbewegung dient nicht nur der Aktivierung und Entspannung sämtlicher Muskeln, sondern stärkt auch unser Immunsystem, was dir wiederum bei der Stressbewältigung zugutekommt. Besonders dein Rücken wird es dir danken. Gleichzeitig wird auch unsere Atmung gleichmäßiger, weswegen das Wandern die bestmögliche Grundlage für Tiefenentspannung und innere Ruhe bildet.

Wandern: Der ideale Grübel- und Gedankenstopp

Neben den unmittelbaren körperlichen Einflüssen hat das Wandern vor allem Auswirkungen auf unser psychisches Wohlbefinden. Saftige Wiesen, frische Waldluft, zwitschernde Vögel - und das abseits von Autos, Lärm und der Dauerbeschallung von Radio, Fernsehen und Smartphone: Kaum eine Freizeittätigkeit wirkt so beruhigend und entschleunigend wie das Wandern. Der ständige Kontakt zur Natur bringt dich, in Verbindung mit der leichten Bewegung, direkt auf andere Gedanken und hilft dir dabei, deinen Fokus wieder komplett nach innen zu richten.

Entspannt Wandern: 4 Tipps für erholsame Tagesausflüge und Wanderurlaube 

Damit deine nächste Wandertour oder -Reise auch wirklich zu der gewünschten Entspannung führt, solltest du die folgenden Punkte berücksichtigen und typische Fehler unbedingt vermeiden.

1. Wähle die richtige Strecke
Wenn du von Anfang an 100 % geben musst und nach einer Wanderung mehrere Tage lang fix und fertig bist, wird sich mit Sicherheit kein Erholungseffekt einstellen. Achte daher, gerade zu Beginn darauf, dir stets realistische Ziele zu setzen und entscheide dich stets für Touren, die sowohl mit deinem individuellen Fitnessniveau als auch deinen bisherigen Wander-Erfahrungen übereinstimmen. Leidest du unter gesundheitlichen Problemen, kann es außerdem sinnvoll sein, vor der Planung einer (längeren) Wanderung zunächst deinen Hausarzt zu kontaktieren. Schritt für Schritt kannst du dich schließlich auch an längere Strecken oder auch größere Steigungen und Gefälle heranwagen. Bedenke dabei jedoch, dass Leistungsdruck hier eher fehl am Platz ist, zumindest dann, wenn für dich Entschleunigung und Stressabbau im Vordergrund stehen. Um den Kopf frei zu bekommen, ist es zudem ratsam, immer wieder neue Strecken auszuprobieren und neue Gegenden zu erkunden. So sind Abwechslung und neuer geistiger Input garantiert – eine Grundvoraussetzung für aktive Entspannung. Wie wäre es beispielsweise mit einer Strecke entlang eines malerischen Flusses, großen Sees oder querfeldein?

2. Achte auf regelmäßige Pausen
Ohne regelmäßige Pausen wird so manche Wanderung schnell zur Tortur. Das gilt nicht nur für untrainierte Neueinsteiger, sondern genauso für erfahrene Wanderer. Die Länge und Häufigkeit der Pausen sollten dabei immer auf deine Kondition und deine individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Lass dir also ausreichend Zeit zum Beobachten der näheren Umgebung und zum Genießen der Aussicht. Ob du dich hierbei für ein gemütliches Picknick in der freien Natur entscheidest oder dich nach einer anstrengenden Etappe lieber mit einem Besuch im Restaurant oder Biergarten belohnst, bleibt selbstverständlich dir überlassen.

3. Finde DEINEN Rhythmus
Bist du anfangs noch häufig außer Puste, musst oft anhalten, bevor du wieder einen Zahn zulegen kannst, so wirst du schon bald dein eigenes Lauftempo entwickeln und weißt irgendwann genau, wie oft du pausieren musst, um stets dieselbe Geschwindigkeit beibehalten zu können. Auf diese Weise findest du mit der Zeit deinen perfekten Rhythmus, sodass das Wandern früher oder später einen nahezu meditativen Charakter erhält.

4. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold
Auch wenn du gerne mit deinem Partner, deinen Freunden oder der Familie unterwegs bist, solltest du auch bei Gruppenwanderungen, wenn möglich, regelmäßige Phasen der Stille zulassen, in denen du dich voll und ganz auf die Natur konzentrieren kannst, ohne dich dabei zu unterhalten oder permanent auf das Smartphone zu starren. Wer besonders mutig ist, kann natürlich auch einen Schritt weitergehen und nicht benötige elektronische Geräte ausschalten oder auch komplett daheimlassen.

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