Vor langer Zeit trennten sich die Wege von Bergsteigern und Wanderern und die ersten markierten Wanderpfade wurden eingerichtet. Heute können Wanderer ein quasi unendliches Wegenetz erkunden und müssen sich dabei lediglich an einige wichtige Regeln halten. Leichten Schrittes durchqueren sie die ruhigen Wälder und erfreuen sich an der Schönheit der Natur. Das gleichmäßige und ständige Gehen beruhigt und lässt alle Alltagssorgen in Vergessenheit geraten. Der Blick des Wanderers richtet sich auf kleine Details und die Fantasie hat freien Lauf. So vereinen sich beim Wandern moderate körperliche Anstrengung und seelisches Wohlbefinden.

 

WAS IST WANDERN?  

Wanderer und Bergsteiger

Das Wandern entstand aus einer Abspaltung am Ende des 19. Jahrhunderts. Die als „Ausflügler“ bezeichneten Wanderer trennten sich von den sportlicheren „Kletterern“ oder Bergsteigern. Für die Ausflügler ging es beim Wandern ausschließlich darum, die Schönheit der Natur zu entdecken und sich dabei körperlich zu betätigen.

Die Kletterer hingegen wollten immer höhere Gipfel erklimmen und hegten die unterschwellige Vorstellung, diese seien einer Art Oberschicht der Bergfreunde vorbehalten.

 

Die ersten markierten Wanderwege

Ausflügler und Naturfreunde sammelten sich in Wandervereinen wie „Les Jarrets d‘Acier“ (französisch „Stahlhachsen“) oder „Club Vosgien“ (Vogesen-Club) und beriefen sich zur Untermauerung ihrer körperlichen Ertüchtigung auf moralische, soziale und gesundheitliche Zwecke. Zur Durchführung gemeinschaftlicher Wanderausflüge richteten sie die ersten markierten Wanderwege ein.

 

Der Pionier der Wanderwege

Jean Loiseau, Architekt und Archivar der Banque de France in Paris, gründete 1934 „Les Compagnons Voyageurs“ (französisch „Reisegefährten“) und legte in Frankreich die ersten Wanderstrecken an. Im Jahr 1947 entstanden die ersten weiß-rot markierten Wanderwege der Grande Randonnée (GR; französisch „Große Wanderung“). Erst seit 1946 spricht man offiziell vom „Wandern“.

 

Unterschiedliche Arten des Wanderns

Die gelb markierten Wanderwege mit der Bezeichnung „Promenade et Randonnée“ (PR®; französisch „Spazierengehen und Wandern“) bezeichnen Strecken, die sich mit relativ geringer körperlicher Anstrengung an einem Tag bewältigen lassen. Diese Art der Wanderung eignet sich für die breite Bevölkerung und bietet die Möglichkeit, die örtliche Natur zu genießen.

Die weiß-rot markierten Wanderwege mit der Bezeichnung „Grande Randonnée“ (PR®; französisch „Große Wanderung“) kennzeichnen Strecken, für die mehrere Tage oder sogar Wochen eingeplant werden müssen. Diese Wege durchziehen eine ganze Region und mehrere Départements. Für solche Wanderungen sind eine gute körperliche Verfassung und eine geeignete Ausrüstung erforderlich, die eine gewisse Unabhängigkeit fernab vom Trubel des Alltags ermöglicht.

 

Begeisterung für das Wandern

Heute gehört das Wandern zu den beliebtesten Sportarten in Frankreich. Von etwa 16 Millionen Wanderern gehen ungefähr 5,5 Millionen dieser sportlichen Betätigung regelmäßig nach.

Im Jahr 2017 zählte der Dachverband französischer Wandervereine (Fédération française de randonnée; FFRandonnée) mehr als 240.000 Mitglieder, was seit 2011 einer jährlichen Steigerung um 3% entspricht.

In ganz Frankreich gibt es ca. 180.000 km markierte Wanderwege und 3.500 Wandervereine. Von den etwa 20.000 ehrenamtlichen Helfern befassen sich 7.000 mit der Kennzeichnung von Wegen. Somit kann sich der Wandersport in Frankreich zahlreicher organisatorischer Strukturen und Ressourcen bedienen.

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DIE REGELN DES WANDERNS    

DIE REGELN DES WANDERNS    

Bevor du dich auf Entdeckungstour in die herrliche Natur begibst, solltest du einen Blick auf den Wetterbericht werfen und dich mit der geplanten Strecke auseinandersetzen. Mach dich nicht allein auf den Weg und informiere dich vor der Wanderung über das Leistungsniveau der Teilnehmer.

Unterwegs solltest du einige Verhaltensregeln einhalten:

•       bleibe auf den markierten Wegen und nimm keine Abkürzungen;

•       nimm Rücksicht auf andere Wanderer und die Ruhe der Natur;

•       mache dich mit Flora und Fauna vertraut und bewahre sie;

•       nimm deinen Müll und auch deine Exkremente wieder mit;

•       informiere dich über die Regeln der Naturreservate und Nationalparks.

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WELCHE VORZÜGE BIETET DAS WANDERN?  

Mit einem aufmerksamem Blick für die Details, einem wachen Geist, einem Mangel an Egoismus und einer freiheitlichen Gesinnung vereinigt der Wanderer – trotz oftmals erschöpfter Füße – zahlreiche gute Eigenschaft in sich. Und das kommt nicht von ungefähr!

Das Leben in freier Natur sorgt für geistige und körperliche Erholung. Etwas mit den Füßen zu unternehmen, tut auch dem Kopf gut. Der Alltagsstress verschwindet, das Denkvermögen und sogar die Kreativität werden angeregt.

Der Körper bleibt in Bewegung, Muskeln, Knochen und das Immunsystem werden gestärkt. Auf einigen Wanderstrecken kannst du zudem gänzlich über dich hinauswachsen.

 

 

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IST WANDERN ETWAS FÜR DICH?  

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Wandern durch und für die breite Öffentlichkeit. Die grundlegende Idee dahinter hat sich seitdem nicht geändert. Wandern ist eine sportliche Betätigung für alle Menschen. Von einem kleinen Erholungsspaziergang bis hin zur großen Wandertour durch die Berge finden sich überall ausreichend Wege, um friedliche Landschaften zu durchqueren oder steile Berghänge zu erklimmen. Ganz nach Lust und Laune!

 

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DIE BENÖTIGTE AUSRÜSTUNG ZUM WANDERN   

Wenn du nur einen Tag wandern willst, reicht ein Rucksack mit 20 bis 30 Litern Fassungsvermögen. Um gegen alle unvorhergesehenen Ereignisse gewappnet zu sein, solltest du auf jeden Fall etwas zu essen und eine Trinkflasche mit Wasser, ein Messer, deinen Ausweis, ein Handy, eine Taschenlampe sowie ein Erste-Hilfe-Set und eine Rettungsdecke mit dir führen. Schließlich brichst du zu einem echten Abenteuer auf!

Darüber hinaus benötigst du getestete und für deine Füße geeignete Wanderschuhe. Zieh dir bequeme Socken an und trage eine leichte Hose, deren untere Beinteile sich je nach Wetterbedingungen gegebenenfalls auch abnehmen lassen. Ein T-Shirt aus atmungsaktivem Gewebe oder isolierendem Fleece sowie eine geeignete Jacke schützen dich vor Wind und Regen.

Und natürlich solltest du immer eine Karte oder ein GPS-Gerät bei dir haben. So vermeidest du ausgeprägte psychische Belastungen gefolgt von Weinkrämpfen und blanker Wut auf die Wandergefährten, die selbstverständlich ganz allein dafür verantwortlich sind, dass sich die gesamte Gruppe in unmittelbarer Nähe eines noch nicht erblickten Dorfes in der endlosen Wildnis verlaufen hat. Mit einer Karte oder einem GPS-Gerät könnt ihr euch gar nicht verlaufen.

Wenn du selbst schon Erfahrungen beim Wandern gesammelt hast, sind wir sehr gespannt auf deine Meinung und Berichte, die du uns gerne in den Kommentaren hinterlassen darfst.

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