LVS, Lawinenschaufeln, Sonden

LVS, Lawinenschaufeln, Sonden

Lawinenverschüttetensuchgeräte, Lawinenschaufeln und Sonden gehören zur grundlegenden Sicherheitsausstattung für Tourenskigeher und Freerider. Hier gehts zur Tourenski Ausrüstung

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Lawinenausrüstung für Skifahrer und Snowboarder: Schutz vor der „weißen Gefahr“

Traumhafte Naturkulissen, unberührte Berghänge und frischer, glitzernder Tiefschnee… Das sogenannte Freeriden, sprich, das Snowboard- oder Skifahren abseits präparierter Pisten übt auf Wintersport-Neulinge ebenso wie auf Profis eine ungemeine Faszination aus. Jedoch ist das Fahren im Gelände nicht ganz ungefährlich: Abgesehen von extremen Witterungsbedingungen und unerwarteten Wetterumschwüngen sind Lawinen die häufigsten Auslöser für Skiunglücke abseits der Piste. Doch mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen und geeigneter Lawinenausrüstung steht einem unbeschwerten Wintersport-Ausflug in freier Natur nichts mehr im Wege.

Lawinen: Schneemassen außer Kontrolle

Viele Wintersportler unterschätzen die Gefahr, die von einer plötzlich losgetretenen Lawine ausgehen kann. Daher sollte sich jeder (angehende) Ski- oder Snowboardfahrer mit den möglichen Auslösern und Entstehungsweisen einer Lawine vertraut machen. Im Allgemeinen kann man zwischen 5 Lawinenarten unterscheiden:

  • Staublawine: Staublawinen entstehen meist bei starkem, pulverartigem Neuschnee, wobei durch die Mischung aus Luft und Schnee eine gigantische Druckwelle erzeugt wird. Die Staublawine ist ein eher seltener Lawinentyp, kann jedoch – wenn einmal losgetreten – Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h erreichen und so komplette Dörfer und Ortschaften unter sich begraben. Auch für Menschen ist sie aufgrund der hohen Erstickungsgefahr äußerst gefährlich.
  • Schneebrettlawine: Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei der Schneebrettlawine um einen linienförmigen, brettartigen Abriss der oberen Schneedecke, der häufig durch Menschen oder Tiere ausgelöst wird. Da sich diese also unterhalb des Schneebretts befinden, ist die Gefahr, von der Lawine mitgerissen und unter den Schneemassen begraben zu werden, hier besonders hoch.
  • Lockerschneelawine: Eine Lockerschneelawine kann immer dann entstehen, wenn sich lockerer, ungebundener Schnee von der untersten Schneeschicht löst und anschließend ins Tal gleitet. Für gewöhnlich ist hierfür eine Hanglage mit einer Steigung von mindestens 40 Grad erforderlich. Anders als die Schneebrett- oder Staublawine ist der Verlauf einer Lockerschneelawine zunächst punktförmig. Die Lawine nimmt also erst nach und nach an Größe und Breite zu. Auch werden Wintersportler nach dem Lostreten einer Lockerschneelawine nur selten mitgerissen, da der Abriss in diesem Fall unterhalb des Auslösers erfolgt. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass andere Skifahrer oder Snowboarder von einer solchen Lawine verschüttet werden. So gehen immerhin 10 % aller Lawinenopfer auf das Konto einer Lockerschneelawine.
  • Gleitschneelawine: Auf den ersten Blick hat die Gleitschneelawine große Ähnlichkeit mit dem Schneebrett, wobei hier nicht nur ein Teil des Schnees, sondern die gesamte Schneedecke abrutscht. Gleitschneelawinen entstehen vor allem in schneereichen Wintern und Gegenden sowie auf besonders glatten Untergründen, wie man sie beispielsweise auf Wiesen oder Felsplatten findet.
  • Nassschneelawine: Nassschneelawinen entstehen hauptsächlich bei milderen Temperaturen, also frühlingshaftem Regen- bzw. Tauwetter: Das flüssige Wasser trägt hier dazu bei, dass sich die Konsistenz der Schneedecke stark verändert. Infolgedessen werden einzelne Schichten instabil, was die Entstehung besonders großer, zerstörerischer Lawinen begünstigt.

Lawinengefahr reduzieren: Wichtige Tipps zum Schutz vor Schneebrett und Co.

Aufgrund der Unberechenbarkeit derartiger Naturgewalten, kann es leider keinen hundertprozentigen Schutz vor Lawinen geben. Trotz allem kann das Risiko eines Lawinenunfalls mit den richtigen Präventionsmaßnahmen erheblich gesenkt werden. Für mehr Sicherheit sollten Freerider daher folgende Tipps unbedingt beherzigen:

  • Da Lawinen stark von der jeweiligen Witterung beeinflusst werden, solltest du mehrmals täglich den Wetterbericht sowie die Lageberichte des örtlichen Lawinenwarndienstes checken.
  • Beachte Warnschilder und Hinweise und lasse auch in Gebieten mit vermeintlich geringem Lawinenrisiko stets Vorsicht walten.
  • Gerade als Wintersporteinsteiger solltest du auf Skitouren ohne erfahrene Begleitung besser verzichten. Generell solltest du dich nie alleine ins freie Gelände begeben. Schließlich bist du im Falle eines Lawinenabrisses auf fremde Hilfe angewiesen.
  • Bleibe möglichst aufmerksam und achte verstärkt auf Geräusche unter der Schneedecke und ähnliche Anzeichen, die eine Lawine ankündigen können.
  • Halte stets ausreichend Abstand zu anderen Ski- und Snowboardfahrern.
  • Bist du viel im offenen Gelände unterwegs, kann sich der Besuch eines speziellen Lawinenkurses lohnen. In solchen Schulungen wird nicht nur theoretisches Wissen zum Thema Lawinen vermittelt. Vielmehr werden auch der richtige Umgang mit der Lawinenschutzausrüstung sowie das richtige Verhalten im Ernstfall trainiert.
  • Als Freerider solltest du stets eine geeignete Lawinenschutzausrüstung, bestehend aus LVS-Gerät, Lawinensonde, Lawinenschaufel und ggf. einem Rucksack mit Lawinenairbag mit dir führen.

Lawinenschutz: Ausrüstung und Bestandteile

Bei der Bergung von Verschütteten zählt nach einem Lawinenabgang jede Minute. Aus diesem Grund ist eine vollständige, hochwertige Lawinenschutzausrüstung essentiell für alle Ski- und Snowboardfahrer, die nicht nur auf befestigen Pisten, sondern auch gerne „Backcountry“, also im freien Gelände, ihre Touren fahren.

Grobsondierung mit dem Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS)

Das so genannte Lawinenverschüttetensuchgerät ist ein kleiner elektronischer Apparat, der über zwei verschiedene Modi verfügt: Im Sendezustand werden in regelmäßigen, kurzen Abständen Signale übermittelt, die wiederum von anderen LVS-Geräten, im Empfängermodus, geortet werden können. Die Frequenz der Geräte ist dabei genormt. Richtig angewandt ermöglicht ein solches Lawinen-Ortungsgerät eine sehr genaue Lokalisierung der verschütteten Person (ähnlich wie bei einem GPS-Tracker). Damit die Ortung nach einem Lawinenabgang auch wirklich funktionieren kann, sollte das LVS-Gerät stets eng am Körper getragen werden und im Ernstfall leicht zu finden sein. Daher sollte ein LVS-Gerät unbedingt folgende Merkmale aufweisen:

  • Leichte Bedienbarkeit (auch in Notsituationen)
  • Geringes Gewicht und kompakte Form
  • Hohe Sende- und Empfangsreichweite (mindestens 20-40 Meter)
  • Geringer Energieverbrauch/lange Batteriebetriebszeit

Als weitere Maßnahme kannst du zusätzlich auf Funktionskleidung mit RECCO-System zurückgreifen. Diese speziellen weltweit vertriebenen Reflektoren können ebenfalls von professionellen Suchkräften aufgespürt werden, jedoch nicht (!) von herkömmlichen LVS-Geräten, weswegen das RECCO-System lediglich eine Ergänzung zur übrigen Lawinenschutzausrüstung darstellt.

Lawinensonden für die Feinsondierung

Um die genaue Position eines Verschütteten zu ermitteln, hat sich der Einsatz einer so genannten Sondierstange bzw. Lawinensonde bewährt. Hierbei handelt es sich um einen etwa 2-4 Meter langen Stab, der senkrecht in den Schnee eingeführt wird. So kann festgestellt werden, wie tief ein Lawinenopfer tatsächlich verschüttet wurde. Die meisten Lawinensonden setzen sich aus mehreren Einzelteilen zusammen, die durch eine Art Spannsystem miteinander verbunden sind, sodass sie innerhalb weniger Sekunden zusammengesetzt werden können. Beschriftungen auf der Sonde selbst geben an, an welcher Stelle die verschüttete Person der Luftoberfläche am nächsten ist. Beim Graben erleichtert die Lawinensonde zudem die Orientierung. Sondierstangen können jedoch auch verwendet werden, wenn es darum geht, die Strecke nach versteckten Hindernissen (wie z.B. Steinen oder Baumstümpfen) abzusuchen. Ihr Einsatzgebiet ist demnach nicht auf Lawinenunfälle beschränkt. Hochwertige Lawinensonden sollten in jedem Fall möglichst stabil und ebenso leicht zu führen sein.

Robust, kompakt und praktisch: Die Lawinenschaufel

Für gewöhnlich hat Lawinenschnee eine höhere Dichte als es bei „normalem“ Schnee der Fall ist. Eine spezielle Lawinenschaufel ist deshalb essentiell, um im Zweifelsfall möglichst schnell zu einer verschütteten Person vordringen zu können. Snowboarder schätzen das praktische Lawinen-Tool außerdem beim Bau von Schanzen und Kickern. Aber auch beim Freischaufeln eines zugeschneiten Autos kann eine Lawinenschaufel unter Umständen gute Dienste leisten. Folgende Punkte sollten Wintersportler beim Kauf einer Lawinenschaufel berücksichtigen:

  • Material: Sowohl der Schaft als auch das Schaufelblatt sollten aus einem stabilen Material (z.B. Aluminium oder Carbon) bestehen und selbst bei hoher Belastung weder brechen noch nachgeben. Stelle sicher, dass auch die Schaufelschneiden scharf genug sind, um selbst härtete, vereiste Schneeschichten problemlos zu durchdringen.
  • Größe und Gewicht: Je leichter und handlicher die Schaufel, desto besser kann sie auch im Rucksack transportiert werden. Das Schaufelblatt selbst darf hingegen weder zu groß noch zu klein sein, damit größere Mengen Schnee weggeschaufelt werden können, ohne dass die Schaufel dabei zu schwer wird.
  • Stiel: Als besonders praktisch hat sich ein Teleskopstiel erwiesen, mit dem sich die Schaufel verkleinern und anschließend leichter verstauen lässt. Stiele mit einem eher ovalen Querschnitt sorgen wiederum für eine ideale Kraftübertragen und verleihen der Schaufel gleichzeitig mehr Stabilität.
  • Griff: Gute Lawinenschaufeln erhältst du entweder mit D- oder T-Griff. Beide Griffvarianten haben sowohl Vor- als auch Nachteile. Schaufeln mit T-Griff sind meist etwas leichter und kompakter, während Modelle mit einem D-Griff vor allem in Sachen Effizienz punkten können.
  • Seitenwangen: Achte darauf, dass die Seitenwangen der Schaufel hoch genug sind, um zu verhindern, dass Eis und Schnee an der Seite herunterrutschen.

Mehr Sicherheit, auch im Tiefschnee: Mit der Lawinenausrüstung von Decathlon

Die LVS-Geräte, Schaufeln und Sonden der auf die Herstellung von Lawinenschutzausrüstung spezialisierten Marke Arva sowie unserer bewährten Decathlon-Eigenmarke Wedze überzeugen sowohl in Sachen Qualität, als auch mit einem einzigartigen Preisleistungsverhältnis. Darüber hinaus sind viele unserer Kleidungsstücke für Ski- und Snowboardfahrer mit Reflektoren der schwedischen Marke RECCO ausgestattet. Das weltweit vertriebenen Suchsystem kann die Signale der Bergrettungsdienste empfangen und erhöht so noch einmal die Sicherheit beim Freeriding.


FAQ:

Was ist eine Lawine?

Unter einer Lawine versteht man eine größere Menge Schnee, Eis oder auch Schlamm, die sich vom Berghang ablöst und anschließend ins Tal stürzt. Lawinen sind die wohl größte Gefahr, denen Wintersportler abseits der Pisten ausgesetzt sind.

Wie entsteht eine Lawine und welche Lawinenarten gibt es?

Eine Lawine entsteht immer dann, wenn sich eine Schneemasse (oder auch Erdmasse) löst und infolgedessen den Hang hinabrutscht. Als Auslöser einer Schneelawine kommen sowohl natürliche Ursachen wie Tauwetter oder frischer Neuschnee, aber auch eine zusätzliche Belastung durch Tiere oder Wintersportler infrage. Je nach Beschaffenheit des Schnees und Art des Lawinenabrisses unterscheidet man zwischen Schneebrett- und Gleitschneelawinen, Staublawinen und Lockerschneelawinen.

Warum sind Lawinen für Wintersportler so gefährlich?

Die Gefahr, die von einer Schneelawine ausgehen kann, wird von Wintersportlern oft unterschätzt. Hinzu kommt, dass die Vorzeichen, die einen baldigen Lawinenabriss ankündigen, von vielen Sportlern nicht (oder zu spät) erkannt werden. Aufgrund der massiven Krafteinwirkung werden selbst erfahrene Ski- und Snowboardfahrer leicht von der Lawine mitgerissen und anschließend unter den Schneemassen begraben. Wird eine verschüttete Person dann nicht rechtzeitig geborgen, droht meist ein Erstickungs- oder Erfrierungstod. Durch das Tragen eines LVS-Gerätes, eines Lawinenrucksacks mit Airbag sowie von Skibekleidung mit RECCO-Protektoren kann die Chance, nach einem Lawinenabgang schnell gefunden zu werden, erheblich verbessert werden.

Lawine – was tun? Wie verhalte ich mich im Falle eines Lawinenabgangs?

Bist du einmal in eine Lawine geraten und besteht keine Möglichkeit, seitlich aus der Lawine heraus zu steuern, solltest du alles daransetzen, Ski, Skistöcke und Bretter rechtzeitig abzulegen. So verringerst du nicht nur das Verletzungsrisiko, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, besonders tief verschüttet zu werden. Als allererstes solltest du dich dabei von den Skistöcken befreien. Nur so kannst du anschließend beispielsweise den Lawinenairbag aktivieren. Abgesehen davon helfen dir die Hände dabei, mithilfe von Schwimmbewegungen an der Oberfläche zu bleiben. Als Letztes kannst du mit den Händen einen Hohlraum vor Mund und Nase formen und die Hände vor der Brust verschränken, um besser atmen zu können und mehr Bewegungsspielraum zu haben. Im Idealfall lässt du es jedoch gar nicht erst so weit kommen, indem du die gängigen Vorsichtsmaßnahmen befolgst und potentielle Gefahrengebiete nach Möglichkeit meidest.

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